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Der 16-jährige Jan-Hendrik aus Dortmund ist ein lustiger Typ, der mit Wonne seine tuntig-schwule Exaltiertheit auslebt. Seine besten Freundinnen sehen ihn schon als das neue "It-Girl", sie finden ihn unterhaltsam. Das ist alles prima, denn so selbstbewusst gelingen Coming-out und Selbstfindung wesentlich besser, als wenn sich jemand verdruckst und versteckt verhält. Doch leider fehlt dem jungen Mann eine kritische Stimme an der Seite, die ihn davor warnt, sich selbst zu überschätzen. Genau deswegen landete Jan-Hendrik am vergangenen Samstag bei RTL im Fleischwolf des aktuellen Castings von "Deutschland sucht den Superstar" und löste bei den Zuschauern ordentliches Fremdschämen aus.

"Eigentlich war ich heute gut genug" schätzt sich der 16-jährige nach schrägem Ausdrucktanz und noch schrägerem Gesang selbst ein. "Du hast dich volle Kanone blamiert", widerspricht Dieter Bohlen. Jury-Mitglied Fernanda Brandao ist knallhart ehrlich: "Es war teilweise witzig, aber weil ich über dich gelacht habe. Eigentlich tue ich das nicht gerne". Patrick Nuo wird richtig böse: "Du musst deinen Spiegel zuhause reparieren." Bohlen freut sich: "Endlich bin ich mal nicht das Arschloch".

Es gehört zum Konzept der Show, sich über die Kandidaten bei Bedarf lustig zu machen. Die Zuschauer genießen ihre Schadenfreude ("Selbst schuld, wenn sich jemand so vorführen lässt"). Die Kandidaten dagegen nehmen für ein paar Minuten TV-Ruhm auch schon mal die Zerstörung ihres Egos in Kauf. Ganz so böse wie noch vor zwei Jahren ist man aber inzwischen nicht mehr beim Sender und vor allem beim manipulierenden Zusammenschnitt der Castingszenen. Es gab zu viele Beschwerden von Zuschauern und Verantwortlichen in den Medien, was den Sender zum Einlenken brachte.



#1 eMANcipation*Anonym
  • 23.01.2011, 15:48h
  • Schon traurig, dass schwule Medien im Jahr 2011 immer noch nicht gemerkt haben, dass es im deutschen Fernsehen, wenn Schwule überhaupt vorkommen, fast immer nur um die Darstellung "tuntig-schwuler Exaltiertheit" geht.

    Zur Abgrenzung. Zur Stigmatisierung.

    Die ach so geile heterosexistische und -pornographisierte Bilderflut braucht ab und zu ja ihre "Kontrapunkte", um sich ihrer Überlegenheit zu vergewissern.

    GROSSMANN (2000): Prä-homosexuelle Kindheiten.

    "[Die] Jungen, die sich in der Kindheit und Jugend geschlechtsrollenkonfom verhalten, mußten mehrheitlich einen längeren Weg gehen, ehe sie sich selbst als homosexuell identifizierten und sich trauten, dieses offen zu leben.

    [...]

    Bewußt homosexuelle Kontakte gibt es
    bei ihnen erst ab der ersten Hälfte der Zwanziger. Bis zum Alter von 22 Jahren war sich die Hälfte der ‘harten Jungen’ über ihre sexuelle Orientierung im Klaren, eine Kontaktaufnahme mit anderen und ein Coming Out gegenüber dem sozialen Umfeld erfolgte i.d.R. erst in der zweiten Hälfte der Zwanziger. Bei einzelnen wissen die Eltern bis heute nichts von ihrer Homosexualität."
    www2.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2000/175/

    Und das soll auch unbedingt so bleiben!
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#2 daVinci6667
  • 23.01.2011, 16:48h

  • Antwort an #1 eMANcipation
    Danke fuer den Link. Stimme zu.
    Am liebsten werden wir von vielen Medien verschwiegen, wenn wir vorkommen, dann oft als Witzfiguren und/oder sehr feminin. Und die im Verhalten "männlichen" Schwulen, die es genauso oft gibt, verstecken ihr Schwulsein nur allzu gerne hinter Aussagen wie "mein Privatleben geht niemanden was an." Etwas was viele von Heten noch lernen könnten ist, dass die nie ihre Frau und Privatleben verstecken. Das sollte für uns genauso eine Selbstverständlichkeit sein! Damit dies gelingt braucht's aber neben gesundem Selbstvertrauen auch besseren Schutz vor Diskriminierung in Öffentlichkeit und Schule.
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#3 chrissisAnonym
  • 23.01.2011, 17:36h
  • hallo, ja man hat gemerkt das er schwul ist. und ja es ist in der regel so das schwule mehr druck bekommen. aber sein wir mal ehrlich. wenn wir den auftritt auf s tanzen und singen beschränken, war es ehr peinlich für uns schwule. denn er konnte weder tanzen noch singen. ich hab gedacht der trällert für sich unter der dusche. sorry leute. aber der konnte wirklich nichts.
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#4 TVSchrottAnonym
  • 23.01.2011, 17:44h
  • Er hat schlecht gesungen, sieht scheisse aus, kann nicht tanzen und ist keine Runde weiter gekommen? Warum ist er dann einen Bericht wert, man muss nicht aus jedem Noname einen Ministar machen. Sorry aber du begibst dich mit solchen Berichten auf das Niveau von RTL.
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#5 jochenProfil
  • 23.01.2011, 18:04hmünchen
  • Die einzigen, die sich bei der Nummer wirklich blamiert haben, sind diese sog. "Juroren". Weil besonders drastisch zu sehen war, auf was dieses sog. "Casting" aufgebaut ist , - in der Entblösung der Kanditaten und der Sich-drüber-lustig machen der sog. Juroren. Besonders dieser No-Name Schönling Patrick Irgendwas.

    . Erst haben die die Naivität des 16-jährigen Kanditaten zu Nutze gemacht und ihn tanzen lassen, danach singen lassen und ihn dann satt eine reingebraten... ha ha ha.. das war recht lustig , gell!
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#6 chickAnonym
  • 23.01.2011, 18:24h

  • @3:

    peinlich für "uns" schwule?

    @4:

    sieht scheisse aus.

    erläutert ihr das nochmal etwas genauer?
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#7 SvenAnonym
  • 23.01.2011, 18:55h
  • Antwort auf #6 von chick
  • Hmm, der Junge tut mir leid, wegen seinem recht eigenartigen Bild von sich selbst...

    Und tut mir leid, wer sich casten lässt, macht das mittlerweile in vollem Bewusstsein, dass er vorgeführt wird...Und da tut er mir nicht mehr leid...Allerdings finde ich auch, dass das ein Bericht ala "Sack Reis in China umgefallen" war...
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#8 NotionConcept
  • 23.01.2011, 19:04h
  • Ich versteh gerade nicht warum ihr euch aufregt?

    Ein eigenständig denkender? Schwuler hat sich bei DSDS beworben und sich zur Lachnummer gemacht, weil er denkt er sieht gut aus (sagt er so), weil er denkt er kann gut tanzen und weil er denkt er kann singen. Er wurde von der Jury auf den Boden der Tatsachen zurück geholt und das war auch nötig. Aber ich habe beim Zappen auch immer wieder Mädels oder Heten genauso angemotzt gesehen, wo liegt das Problem?

    Es wird nicht Homosexualität als tuntig-schrill thematisiert, sondern ein Typ, der tuntig-schrill ist und nicht singen/tanzen kann. Wer daraus eine Verschwörungstheorie entwickelt, sollte dringend mal zum Psychologen gehen.

    Im Übrigen weiß doch niemand, ob die männlichen Typen nicht schwul sind, weil Homosexualität nicht das Thema ist, sondern die Tanz und Gesangskünste.
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#9 chicAnonym
  • 23.01.2011, 19:38h

  • @morus

    danke! ein beitrag der nicht zwischen homo und hetero aus idiologischen gründen unterscheidet. welch wohltat und hoffnungsvoll zukunstweisend fürs gleiche miteinander!!!
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#10 FloAnonym
  • 23.01.2011, 22:15h
  • Antwort auf #4 von TVSchrott
  • "sieht scheisse aus"

    Solche Arroganz ist der Grund dafür, dass Schwule, die vielleicht nicht dem Körperkult mancher entsprechen, sich ihre Bestätigung anderswo holen wollen ohne zu merken, dass das nicht gut für sie ist.

    Die Geschmäcker sind verschieden... Und wer seine Meinung über gutes Aussehen zur verbindlichen Norm erklärt ist KEINEN DEUT besser als Heteros, die ihre Meinung zur verbindlichen Norm erklären.

    Genau solches Verhalten ist der Grund, warum wir nach wie vor diskriminiert werden: Schwarze und andere stehen zusammen, aber wir beschimpfen uns gegenseitig statt zusammenzustehen.
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