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Bossa Nova und Caterina Valente? Zwischen Schlager & Kitsch machte die Valente echte Kunst! In Brasilien entdeckte man kürzlich rare Aufnahmen.

Von Jan Gebauer

Caterina Valente (73), die große Unterhaltungslegende des deutschsprachigen Raums, ist gemeinhin bekannt als Schlagersängerin ("Ganz Paris träumt von der Liebe") oder Schauspielerin ("Bonjour Kathrin" an der Seite von Peter Alexander) in Musik-Filmen der 50er und 60er Jahre. Das die Dame eine ausgezeichnete Sängerin ist, die einen Vergleich mit internationalen Größen aus Pop und Jazz nicht zu scheuen braucht, belegt die CD-Wiederveröffentlichung von Caterina Valente e Luiz Bonfá, einem raren nur in Brasilien veröffentlichtem Bossa Nova-Album aus dem Jahre 1963. Man muss schon zweimal hinhören um die Sängerin wirklich auszumachen, so anders klingt die Schweizerin. Sanfter Bossa Nova, schwüle brasilianische Jazz-Farben und verzaubernde Streicherarrangements umgeben den Weltstar, der sich erstaunlich geschmeidig in der portugiesischen Sprache bewegt. Unterstützung findet Valente, wie der Albumtitel schon andeutet, bei dem Brasilianer Luiz Bonfá, neben Antonio Carlos Jobim und João Gilberto einer der großen Pioniere des Bossa Nova. Alle Titel auf der vorliegenden CD stammen von Bonfá, der 2001 in Rio de Janeiro an Krebs verstarb. Ihn kann man auch kongenial an der Gitarre hören, einem entscheidenden Element im Bossa Nova. Arrangeur und Produzent Addy Flor und sein Orchester geben den Feinschliff für ein Album voller Highlights, insbesondere wenn die Valente Gelegenheit bekommt zu improvisieren wie beim genialen "Reverso". Unwiderstehlich auch "Cantiga da Vida" bei dem man einfach aufspringen möchte, um zu tanzen. Leider muss der geneigte Hörer ein paar Abstriche bei der Klangqualität machen, was aber den Genuss der CD nicht weiter schmälert. Ein zeitloses Musik-Meisterwerk, das Caterina Valente ins rechte Licht rückt und ihr viele Jahre nach ihren letzten Hits auch ein Stück der Anerkennung bringen sollte, die ihr im Ausland manchmal eher zu Teil war, als in Deutschland.

In den letzten Jahren wurden etliche "vergessene" Alben wiederveröffentlicht, so Caterina Valente In New York, ursprünglich "Plenty Valente!" aus dem Jahre 1957, zusammen mit Syd Oliver und seinem Orchester. Hier geht jedem Vocal-Jazz-Fan das Herz auf, alleine schon wegen der luxuriösen Aufmachung. Anspiel-Tips: "Flamingo", "Poinciana", "Moonlight In Vermont".

I Happen to Like New York/Valente on T.V. enthält gleich zwei alte 60s Alben der Künstlerin, beide auf Englisch aufgenommen. 23 Evergreens wie "New York, New York", "Stella by Starlight" oder "Lullaby of Broadway" finden sich hier.

23. Juli 2004, 13:45



#1 wolfAnonym
  • 23.07.2004, 17:09h
  • hallo,
    herzlichen dank für die tipps, diese raritäten
    sind nicht leicht aufzuspüren und in deutschland kaum bekannt. und "die valente" hat es wirklich verdient, dass man ihre highlights hierzulande kennt.

    erinnert mich an meine jugend, mein erster schwuler laden hiess CATERINA VALENTE CLUB, 1967 in ludwigshafen.

    gruss wolf
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