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Peter und Hazelmary Bull bei einer Stellungnahme während des ersten Verfahrens in Bristol

Die britischen Hotelbesitzer Peter und Hazelmary Bull werden Einspruch gegen ein Urteil einlegen, das sie zwingt, verpartnerte homosexuelle Paare gleich zu behandeln wie heterosexuelle Eheleute.

Die Bulls hatten 2008 einem in eingetragener Partnerschaft lebenden Paar das telefonisch bestellte Doppelzimmer in ihrem Hotel in Cornwall verweigert. Sie erklärten, dass sie wegen ihres christlichen Glaubens nur verheiratete heterosexuelle Paare in Doppelzimmern dulden würden. Ein Amtsgericht in Bristol hat das vergangene Woche als Verstoß gegen das Antidiskriminierungsgesetz gewertet und den beiden Klägern Schadensersatz in Höhe von je 1.800 Pfund (2.350 Euro) zugesprochen (queer.de berichtete).

Nun hat das Christian Institute einen Widerspruch gegen das Urteil angekündigt. Die evangelikale Organisation übernimmt die Kosten der Verteidigung der Bulls. Nach eigenen Angaben hat die Gruppe dafür bislang 45.000 Pfund (52.000 Euro) aufgewendet. "Viele Christen schauen mit Sorgen auf diesen Fall. Sie haben den Eindruck, dass unser Glaube aus dem öffentlichen Leben herausgepresst wird", erklärte Mike Judge vom Christian Institute gegenüber ITV.

Youtube | Berichterstattung im ITV-Regionalfenster

Christian Institute: Bulls sind "Zielscheibe" von Homosexuellen

Die christliche Organisation versucht in Pressemitteilungen, Mitleid für das Hotelbesitzer-Paar zu erregen. Homosexuelle würden den Bulls das Leben zur Hölle machen, heißt es darin: "Seit der Gerichtsentscheidung wurde das Gästehaus von vielen homosexuellen Paaren als Zielscheibe ausgewählt. Sie haben versucht, Doppelzimmer zu buchen, offensichtlich um das Geschäft kaputt zu machen." Frau Bull sei demnach "Drohanrufen" ausgesetzt gewesen, während sich ihr Mann im Krankenhaus von einer Herzoperation erhole.

Das 2007 beschlossene Antidiskriminierungsgesetz verbietet die Ungleichbehandlung von Schwulen und Lesben beim Zugang zu Dienstleistungen. Die Bulls erklärten, dass sich ihre Regelung nicht direkt gegen Homosexuelle richte, da sie auch unverheirateten heterosexuellen Paaren kein Doppelzimmer anböten. Der Richter argumentierte jedoch im ersten Verfahren, dass verpartnerte Paare gleiche wie verheiratete Paare behandelt werden müssten.

Der Fall wird nun im Laufe des Jahres vor einem Berufungsgericht neu verhandelt. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.01.2011, 16:35h
  • Die Bulls werden mit ihrem Einspruch überhaupt nicht durchkommen. Diese Mühe hätten sie sich sparen können!
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#2 FloAnonym
  • 26.01.2011, 17:18h
  • Da kann man nur hoffen, dass jegliche Einsprüche abgelehnt werden.

    Und mein größer Wunsch wäre, dass möglichst viele Schwule und Lesben da regelmäßig versuchen einzuchecken und bei Ablehnung klagen. Solange klagen, bis diese beiden Ewiggestrigen finanziell ruiniert sind und am Ende sind!!

    Und dann können die mal überlegen, von wem sie mehr Geld bekommen: von Kunden oder von der Kirche.
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#3 chrisProfil
  • 26.01.2011, 17:37hDortmund
  • Antwort auf #2 von Flo
  • Schadenfreude ist doch manchmal die schönste Freude ^^. Das tolle an der Angelegenheit ist ja, dass die Christen sich, dumm wie eh und je, auf eine Sache stürzen, die hoffnungslos für sie verloren ist und dem Zeitgeist komplett wiederspricht. Die blamieren sich dabei bis auf die Knochen. Herrlich!
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#4 MarekAnonym
  • 26.01.2011, 17:50h
  • Antwort auf #3 von chris
  • Ja, aber die Blamage reicht nicht.

    Da müssen solange Schwule einchecken wollen und die dann bei Ablehnung verklagen, bis die entweder ihre Meinung ändern oder finanziell ruiniert sind.
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#5 RobbieAnonym
  • 26.01.2011, 18:21h
  • Schon mal was von der Freiheit des einzelnen gehört ?
    Ich finde es ok wenn die Bulls klare Regeln haben und auch unverheirateten Hetropaaren den Zutritt verwehen.
    So wie sie die Freiheit haben Gäste abzuweisen habe ich doch als einzelner auch die Freiheit auszusuchen wo ich Gast sein möchte. Ich möchte bestimmt nicht Gast in einer Pension sein in der ich mich als Schwuler einklagen mußte der Wellnessfaktor ist bestimmt grandios. Nur für Hardcoremasos mit Neigung zum Extrem anzuraten.

    Ich wäre im übrigen auch der Meinung zu klagen wenn sie die Regeln nur auf Homopaare anwenden würden und ansonsten recht locker im Umgang wären.

    Man stelle sich das umgekehrt mal vor es gibt ein Gesetz das 18-jährige Knaben mit 80-jährigen Greisen koopulieren müßen oder durchtrainierte Kerle mit extrem Dicken. Im Einzelfall gibt es mit Sicherheit auf beiden Seiten Leute die sich freuen aber die Mehrheit findet das weniger prickelnd.

    Nur weil es Gesetz ist muss es nicht gut sein, Gesetze sollen schützen und zwar jede Form der Diskriminierung die Bulls werden für ihren Glauben diskriminiert und ihnen wird per Gesstz aufdiktiert ab sofort auch schwule verpartnerte Paare aufzunehmen obwohl es gegen ihre christliche Moralvorstellung verstößt.

    Wo ist der Gewinn für die Community ?

    Sehr kurzfristig ein paar Krawallschwestern wärmen sich am Strohfeuer des richterlichen Beschlusses während die Christen den Funken nutzen um weiter zu zündeln. Da Engländer ja gerne wetten würde ich wetten wer am Ende gewinnt und die tragen kein Rosa !!!

    Mit solchen Beschlüssen erreicht man in meinen Augen das Gegenteil von Toleranz und Akzeptanz.

    Ich lebe auf dem Dorf und im Dorf und es ist für mich und meinen Freund selbstverständlich wenn wir das Bedürfnis haben Hand in Hand durchs Dorf zu gehen. Bis zum heutigen Tag haben wir noch keine negative Reaktion bekommen.
    Warum ? Weil wir vielleicht gezeigt haben da sind zwar Leute die sind anders aber soviel anders wie wir sind die auch nicht. Wenn wir da mit der Brechstange ran gegangen wären nach dem Motto "Hallo ihr Hillbillies hier sind zwei Schwuchteln die Händchen haltend durch den Ort laufen Problem ?? " Wäre das mit Sicherheit anders verlaufen.

    Als Mitglied einer Minderheit sollte ich mich da zurücknehmen wo das Empfinden der Mehrheit gestört wird. Diesen Satz gab mir mein Opa mit auf den Weg und ich bin bis heute sehr gut damit gefahren.
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#6 jojoAnonym
  • 26.01.2011, 19:20h
  • Antwort auf #5 von Robbie
  • du machst m.e. mindestens drei denkfehler:

    "Ich wäre im übrigen auch der Meinung zu klagen wenn sie die Regeln nur auf Homopaare anwenden würden und ansonsten recht locker im Umgang wären."

    genau das hat das gericht kritisiert: es geht hier um eine ungleichbehandlung bei vergleichbarem familienstand, somit um diskriminierung wegen der sexuellen orientierung.

    "Man stelle sich das umgekehrt mal vor es gibt ein Gesetz das 18-jährige Knaben mit 80-jährigen Greisen koopulieren müßen oder durchtrainierte Kerle mit extrem Dicken."

    ich weiß nicht, was sex für dich bedeutet, aber er ist im gegensatz zum hotelgewerbe in der regel keine öffentliche dienstleistung. nach deiner argumentation wäre es in ordnung, wenn ein bäcker beschlösse, keine brötchen an juden zu verkaufen. die hätten ja schließlich auch die wahl, ihre backwaren woanders zu beziehen. ich finde es richtig, dass das gesetz es bei öffentlichen dienstleistungen NICHT dem belieben des anbieters anheimstellt, zu diskriminieren, wen immer er will.

    "die Bulls werden für ihren Glauben diskriminiert"

    unsinn. das wäre dann der fall, wenn man sie wegen ihres glaubens anders behandelte als andere. es hat aber niemand diskriminierende sonderregeln für christen erlassen oder gefordert. ganz im gegenteil: sie müssen die regeln für das hotelgewerbe und für dienstleistungen einhalten wie jeder andere auch. sonst ließe sich mit irgendeiner abgefahrenen religion nämlich jedes gesetz aushebeln. es sind hier die christen selbst, die sonderregeln fordern. es ist völlig richtig, ihnen das nicht durchgehen zu lassen.
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#7 Iceman
  • 26.01.2011, 19:20h
  • Mal sehen, ob sie sich das leisten können, Gäste abzuweisen^^
    Aber mal ehrlich.. Wer will schon bei solchen Leuten übernachten, die solche Gesichter machen..?^^
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#8 RobbieAnonym
  • 26.01.2011, 19:50h
  • Antwort auf #6 von jojo
  • Ich sehe das nicht als Denkfehler an wenn die Bulls Homosexuellen Paare genau so wie behandeln wie unverheiratete Hetropaare. Es sind in beiden Fällen Paare die nicht den Segen der Kirche haben. Somit handeln sie nach ihren eigene ethischen Richtlinien.

    Ob ich das gut heiße ist eine andere Frage aber ich verurteile es nicht und gebe ihnen prinzipiell Recht.

    Meine Argumentation halte ich auch in Punkto Bäcker aufrecht JA auch wenn das Beispiel Scheiße gewählt ist und mich als in dem Fall als Antisemit abstempelt. Die Marktfreiheit muss damit leben können das Anbieter Nachfrager aus welchen Gründen auch immer ablehnen und der Markt muss sich selbst regulieren. Wenn der Bäcker feststellt das er anders kein Brot mehr verkaufen kann nimmt er auch andere potentielle Zielgruppen ins Visier. Der Bäcker backt keine Brötchen aus Nächstenliebe sondern deshalb weil er davon leben möchte.
    Genau so ist es bei den Bulls die Pension ist keine Liebhaberei sondern ein Wirtschaftsunternehmen und ich möchte mir als Unternehmer meine Kunden aussuchen und nicht per Gesetz auf diktiert bekommen welche Kunden ich anzunehmen habe.
    Das ganze gilt natürlich immer nur solange wie ganze Gruppen nicht von vorne herein prinzipiell ausgeschlossen werden dann muss der Gesetzgeber handeln.

    Das betreffende Paar hat ja keiner gezwungen in dieser Pension abzusteigen der Bedarf hätte auch problemlos am selben Ort anders befriedigt werden können.

    Das Beispiel mit dem Sex war nur deshalb als Absurdum für ein Gesetz gewählt weil Schwule ja im allgemeinen einen Faible für alles ältere und Dicke haben
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#9 sylviafeeProfil
  • 26.01.2011, 20:04hBerlin
  • Antwort auf #5 von Robbie
  • Bravo fangen wir mal wieder an.
    Türken müssen aufstehen wenn ein Deutscher den Platz in der bahn braucht, Schwarze dürfen nicht in die Abteile für Reinrassige, Lesben und Schwule dürfen keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Bravo auf mit der Freiheit des einzelnen.
    Nicht vergessen viele bahnen sind mittlerweile privatisiert.
    Ach was ist denn eigentlich mit verschiedengeschlechtlichen Ehepaaren die nur standesamtlich geheiratet haben dürfen die jetzt ins Hotel oder nicht???????
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#10 jojoAnonym
  • 26.01.2011, 20:19h
  • Antwort auf #8 von Robbie
  • der denkfehler besteht darin, religiöse kriterien für wichtiger zu halten als zivilrechtliche. das sollte kein demokratischer staat zulassen.

    der markt muss sich selbst regulieren? wo steht das?

    sofern es um spezielle und individuelle dienstleistungen geht, sehe ich völlig ein, dass jeder anbieter sich aussuchen kann, ob er für einen bestimmten kunden arbeiten will oder nicht.

    darum geht es hier aber nicht, sondern um den zugang zur öffentlichen dienstleistungs-infrastruktur, also z.b. zu lebensmitteln, medizin, transportdienstleistungen usw. und eben auch zu hotels. in diesem bereich muss jedem der gleiche zugang gewährleistet sein, und zwar per gesetz, wenn es anders nicht geht. da haben "eigene ethische richtlinien" nichts zu suchen, sondern nur gesetzliche.
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