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Abdallah Adhami ruft Schwule dazu auf, gegen ihre Homosexualität zu kämpfen. (Bild: FB)

Der Imam eines umstrittenen islamischen Begegnungszentrums in Manhattan bezeichnet Homosexualität als "schmerzhafte Prüfung", die in den meisten Fällen durch Missbrauch hervorgerufen wird.

Abdallah Adhami ist erst vor zwei Wochen zu einem Imam des 100 Millionen Dollar teuren islamischen Begegnungszentrums Park51 ernannt worden. Nun sorgen abfällige Äußerungen über Homosexuelle für Aufregung. In einer auf der islamischen Website sakeenah.org veröffentlichten Rede erklärte er: "Ein großer Teil der Menschen kämpft mit homosexuellen Gefühlen, weil sie in ihrem Leben seelischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen sind". Die restlichen Schwulen, die nicht als Folge von Gewalt der "schmerzhaften Prüfung" Homosexualität ausgesetzt wurden, verhielten sich wie Mitglieder des Tierreiches: "Eine kleiner, winziger Prozentsatz der Menschen ist mit einer natürlichen Neigung geboren, die sie nicht erklären können. Man findet das auch im Tierreich in einem gewissen Maße." Auch eine solche natürliche Ausrichtung auf das eigene Geschlecht müsse aber bekämpft werden, appelliert Adhami.

Angriff auf die Würde von Schwulen und Lesben


Beim Protest gegen die "Ground Zero Mosque" werden oft alle Muslime mit Terroristen gleichgesetzt. (Bild: david_shankbone / flickr / by 2.0)

Homo-Gruppen kritisierten die Äußerungen des US-Imams scharf: "Wenn ein mächtiger Religionsführer seine Ignoranz und seinen Hass zum Besten gibt, dann weckt das Zweifel an seiner Urteilsfähigkeit", erklärte Fred Sainz, ein Sprecher der Human Rights Campaign, gegenüber der "New York Post". Paul Schindler, Chefredakteur des New Yorker Homo-Magazins "Gay City News", nannte die Aussagen einen Angriff auf "die Würde aller Schwuler und Lesben".

Die Führung von Park51 wollte sich nur in einer kurzen Pressemitteilung zur Kontroverse äußern. Darin heißt es, dass der Imam nur als "Berater" beim Begegnungszentrum angestellt sei und seine Äußerungen nicht die Meinung von Park51 widerspiegelten. Schwule und Lesben seien willkommen: "P51 ist ein Begegnungszentrum für alle, unabhängig von deren Rassen, Geschlecht, Religion oder sexueller Orientierung".

Parvez Sharma: Äußerungen sind ein Fortschritt

Der offen schwule muslimische Filmemacher Parvez Sharma erklärte gegenüber dem TV-Lokalsender NY1, dass es sich bei den kritisierten Äußerungen des Imams bereits um eine Verbesserung handele: "Ich stimme dem Imam nicht zu, aber ich denke, dass die Aussagen ein Fortschritt sind. Normalerweise hört man von der muslimischen Orthodoxie sehr viel stärkere Urteile." Von Adami würde er gerne erfahren, ob der Imam offen schwule Muslime wie ihn in seiner Gemeinde dulden würde. Sharma sorgte mit seiner Dokumentation "A Jihad for Love" über homosexuelle Muslime für Aufsehen. Die Ausstrahlung des Films im britischen Fernsehen führte zu Todesdrohungen gegen den Regisseur (queer.de berichtete).

Park51 ist ein islamisches Begegnungszentrum in einem 13-stöckigen Gebäude, das in Kürze errichtet werden soll. Der Plan führte zu heftiger Kritik unter amerikanischen Konservativen. Sie bemängelten insbesondere die Nähe zum World Trade Center, das zwei Blocks entfernt liegt. Einer CNN-Umfrage zufolge lehnen zwei Drittel der Amerikaner den Bau ab. Im August verteidigte Präsident Barack Obama die Pläne und verwies auf die Religionsfreiheit in den USA: "Muslime haben das selbe Recht, ihre Religion zu praktizieren, wie jeder andere in diesem Land." (dk)



#1 Knueppel
  • 31.01.2011, 13:41h
  • "(...) Auch eine solche natürliche Ausrichtung auf das eigene Geschlecht müsse aber bekämpft werden ..."

    Da irrt der Imam aber! Wenn etwas bekämpft werden muss, dann sind es Hetzparolen, die von ewiggestrigen Religionsschlümpfen, wie dieser "Witzfigur", aus der Voraufklärung gefischt, konserviert und aufgewärmt werden.

    "(...) Ein großer Teil der Menschen kämpft mit homosexuellen Gefühlen ..."

    Soso, und womit kämpft Herr Adhami?
    Vielleicht mit den Mächten des Wahnsinns, die seinen Geist vernebeln?

    Willkommen im 21. Jahrhundert!
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#2 gatopardo
  • 31.01.2011, 14:00h
  • Bin immer wieder dankbar für Heilungsempfehlungen, besonders von religiösen Leuten, die es ja wissen müssen. Wir sind diesen fortschrittlichen Muslimen, Christen usw. unendlich dankbar, dass sie uns Perverse nicht mehr erschlagen, aufhängen oder steinigen wollen.
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#3 Linu86Profil
  • 31.01.2011, 14:04hAachen
  • Es ist schon perfide. Diejenigen, die dem Islam und seinen Doktrinen am nächsten stehen (evangelikale Christen in den USA) schreien am lautesten, wenn eine Moschee in der Nähe des Ground Zero gebaut werden soll. Und diejenigen, die mit ihren liberalen Ansichten ideologisch am weitesten entfernt sind verteidigen und bejubeln den orthodoxen Islam. Verkehrte Welt!
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 31.01.2011, 14:06h
  • Und noch so ein duchgeknallter Typ unter islamischen Geistlichen.

    Langsam habe ich den Eindruck, dass der Islam echt schlimmer ist, als der Vatikan...und beim Vatikan bekomme ich schon immer einen Kotzanfalll.

    Aber es gibt auch im Islam liberale Stimmen und Vereine: der Vorteil des Islams ist, das er nicht hierarchisch wie der Vatikan strukturiert ist und dort viele Imame "mitmischen".

    Da lobe ich mir doch die lutherische Bischöfin Eva Brunne in Schweden und das neue Pfarrdienstrecht der EKD, wonach jetzt verpartnerte Pfarrer offiziell kirchenrechtlich in den Pfarrhäusern wohnen und tätig sein dürfen.
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#5 heAnonym
  • 31.01.2011, 14:11h
  • Antwort auf #1 von Knueppel
  • Ausser dem scharfen eingrenzen, muss man die freundlich glasklar undmesserscharf mit Diskussionsforen drangsalieren - wenn man für Schwule in oder aus den muslimischen Kulturkreis was machen will.

    "...Der offen schwule muslimische Filmemacher Parvez Sharma erklärte gegenüber dem TV-Lokalsender NY1, dass es sich bei den kritisierten Äußerungen des Imams bereits um eine Verbesserung handele: "Ich stimme dem Imam nicht zu, aber ich denke, dass die Aussagen ein Fortschritt sind. Normalerweise hört man von der muslimischen Orthodoxie sehr viel stärkere Urteile..."

    Die Einschätzung ist nicht toll, aber real.

    Jüngstes Beispiel, Ägypten:

    "Aged just 20, with delicate features and a thin build, Saad initially appears more like a pensive young scholar than a passionate gay rights activist in a conservative Muslim society. Yet he says he seeks to defend gay men, even though his attitude toward homosexuality is hardly liberal."

    www.jpost.com/Features/InThespotlight/Article.aspx?id=205071
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#6 Knueppel
  • 31.01.2011, 14:31h
  • Antwort auf #5 von he
  • "(...) Ausser dem scharfen eingrenzen, muss man die freundlich glasklar undmesserscharf mit Diskussionsforen drangsalieren ..."

    Damit hast Du sicher recht!
    Nur bin ich dafür vermutlich nicht der Richtige, weil ich zu impulsiv bin, mich zunächst einmal mächtig ärgere, wenn ich so etwas, wie die Äußerung des Imams, lese und (wie mal jemand scherzhaft über micht schrieb) "selten Gefangene mache"

    Dein Ansatz gefällt mir selbst viel besser, als meine eigene Reaktion auf Homophobie (ins Visier nehmen, kenntlich machen und zum Abschuß freigeben). Naja, vielleicht lerne ich es noch meine Wut in den Griff zu bekommen ...
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#7 hwAnonym
  • 31.01.2011, 14:34h
  • Antwort auf #3 von Linu86
  • perfide -> pro fide -> profite

    die kunst besteht darin, so auf sie draufzuhauen, dass es den nationalen und internationalen religiösen und politischen rechten hasspredigern nicht nutzt.islamisten, christlamisten, neoliberalisten.
    letztere lieben übrigens zoff und chaos aus dem die asche ensteht, damit ihre asche ensteht.

    mal was anderes:

    Die Studenten aus dem unteren Einkommensdrittel in Großbritannien gingen jüngst nicht in die Kirche oder in die Moschee.

    Die Studenten aus dem unteren Einkommensdrittel Tunesiens oder Ägyptens gingen jüngst nicht in die Moschee oder in die Kirche.

    Um nur mal dieses gesellschaftliche Segment gezielt zu wählen.

    Noch nie war das akademische Prekariat so gebildet, informiert und organisationsfähig,
    auch ausserhalb derFHs und Unis.
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#8 LorenProfil
  • 31.01.2011, 14:34hGreifswald
  • Eine "schmerzhafte Prüfung" ist es wohl eher für Lesben und Schwule, sich ständig den Tiraden irgendwelcher Hassprediger verschiedenster Religionsgemeinschaften ausgesetzt zu sehen und darauf "zivilisiert" zu reagieren. Park51 sollte sich von diesem "Berater" trennen und so ein Zeichen setzen.
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#9 julian21
  • 31.01.2011, 14:36h
  • Antwort auf #3 von Linu86
  • Hast du auch nur EIN Beispiel, in dem ein (links)liberaler Vertreter den orthodoxen Islam bejubelt oder verteidigt oder hat da jemand einfach wieder ne Überdosis Sarrazin und man-wird-ja-wohl-noch-sagen-dürfen intus?
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 31.01.2011, 14:36h
  • Solche Aussagen bestätigen nur, daß der Islam sich mit der LGBT-Community weiter schwer tut.
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