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Graeme Obree bei der Rad-WM in Bogota 1995 (Bild: Numerius / flickr / by-nd 2.0)

Der ehemalige Radweltmeister Graeme Obree hat sich als schwul geoutet - in einem Interview erklärte der Schotte, dass er aus Verzweiflung über seine Sexualität zwei Selbstmordversuche unternommen habe.

"Ich wurde aufgezogen von der Nachkriegsgeneration. Damals sind Schwule ins Gefängnis gesteckt worden. Ich wuchs auf im Glauben, dass es besser ist, tot zu sein als schwul", sagte der 45-Jährige gegenüber dem Boulevardblatt "The Scottish Sun". Bis vor wenigen Jahren habe er daher das Thema Homosexualität verdrängt: "Ein Schwuler zu sein, war für mich einfach undenkbar."

Obree führt zwei Selbstmordversuche in den Jahren 1998 und 2001 auf die Unterdrückung seiner Sexualität zurück. Der damals verheiratete Vater zweier Kinder ist bereits seit Jahrzehnten wegen Depressionen in Behandlung, sprach aber erstmals 2005 mit einer Psychologin über Homosexualität. "Menschen fragen: 'Wie kann man schwul sein und gleichzeitig verheiratet sein und Kinder haben? Meine Psychologin sagte mir damals, ich habe war auf dem psychischen Stand eines 13-Jährigen und habe alles abgeblockt."


Obree in einem Foto von 2009

Nur kurze Zeit nach dem Gespräch mit der Psychologin offenbarte Obree seine Homosexualität gegenüber seinen Eltern und seiner Frau, von der er inzwischen geschieden ist. Das sei für alle Beteiligten eine schwierige Zeit gewesen: "Es gab viele Tränen, aber die Beziehung zu meinen Eltern hat sich dadurch verbessert. Wir haben darüber geredet und sind jetzt viel glücklicher."

Als Radfahrer wurde Obree vor allem wegen seiner spezielle Sitzposition berühmt, bei der die Arme komplett an der Brust anlagen und der gesamte Oberkörper vornüber ragte. Er stellte 1993 einen Weltrekord in der Einerverfolgung auf. Im selben Jahr sowie 1995 gewann er zudem den Weltmeistertitel in dieser Disziplin. Sein Leben wurde 2006 in dem Film "Flying Scotsman - Allein zum Ziel" von Regisseur Douglas Mackinnon verfilmt. Im Dezember 2009 wurde Obree in die "British Cycling Hall of Fame" aufgenommen. (dk)



#1 tobiasAnonym
  • 31.01.2011, 16:31h
  • traurig aber typisch: ein erwachsener 45jähriger Mann "entdeckt" seine Homosexualität und alles macht im verklärenden Rückblick Sinn und scheint eine eindeutige Ursache zu haben: Suizidversuche, Depressionen, psychisches Zurückgebliebensein - und jetzt endlich das schwule Glück, alle waren traurig, sind jetzt aber froh und alles passt.
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 31.01.2011, 16:42h
  • Der alltägliche Wahnsinn in der Sport-, Film-, Fernseh-, Musikindustrie.

    Mit verheerenden Folgen für die Selbstverleugner selbst und vor allem für die ganze Gesellschaft, für männliche Jugendliche,

    die dringend schwule Identifikationsfiguren fernab der massenmedial inszenierten Klischees und Stereotype brauchen.

    Das sollten sich alle, die sich an diesem perversen Versteckspiel beteiligen (z. B. auch die sonst so aufklärerischen Boulevardmedien, die bis jetzt noch jede Bettgeschichte oder Romanze irgendeines HETERO-Promis durchgenudelt haben)

    und es weiterhin als "völlig normal" und/oder legitim verkaufen wollen, mal sehr gründlich überlegen.

    So langsam sollten wir uns ein Zeitziel setzen und alles dafür tun, dass es auch erreicht wird:

    Noch maximal zwei Jahre bis zum kollektiven Outing der ersten schwulen Profi-Fußballer!
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#3 eMANcipation*Anonym
#4 jolalaAnonym
  • 31.01.2011, 16:52h

  • schwule identifikationafiguren?

    die typen, die alles sexualisieren?

    die typen, die schwul auf ihrer stirn tragen?

    die lästerschwestern?

    die dirk bachs, wowereits, päpste?

    wo sind die vorbilder, die menschlich überzeugen?

    find keine!
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 sylviafeeProfil
  • 31.01.2011, 17:13hBerlin
  • jeder Kampf lohnt sich.
    So hoffe ich, dass dieser Beitrag viele und vor allem unsere Jugend zum nachdenken bringt.
    Es ist eben nicht alles selbstverständlich was heute schon geht, es war nicht immer nur "geiles Fest der CSD"
    Eventuell sollten wir den protestierenden Gedanke ein wenig zurückholen.
    Aber auch die Augen öffnen und in unsere Nachbarländer schauen, was da alles passiert.
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#7 stromboliProfil
  • 31.01.2011, 17:32hberlin
  • Antwort auf #4 von jolala
  • deine aufzählung beweist: schwuler selbsthass ist die wurzel allen übels...
    also taugst auch du als identifikationsfigur keinen jota...

    es stimmt; es braucht noch mindest ein jahrzehnt-jahrhundert (?) für die überwindung eigener wertigkeiten als auch die selbstgerechte selbstüberschätzung eigener werte.. was eben nur die andere seite der medaille darstellt!
    &
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#8 Ilovelife
  • 31.01.2011, 19:07h
  • Graeme who? Aber immerhin gabs schon ein Filmchen über ihn.
    Wenn jetzt nicht noch irgendwo Eufemiano Fuentes aus Madrid auftaucht (soll ja bei Radsportlern öfter mal vorkommen) könnte das Coming Out ja tatsächlich noch eine Art Höhepunkt eines bisher doch ziemlich traurigen Lebens sein...
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#9 Timm JohannesAnonym
  • 01.02.2011, 09:14h
  • Es gibt viele gute homosexuelle Identifikationsfiguren mittlerweile:

    Ulrike Folkerts, Hella von Sinnen, Maren Kroymann, Vera Int-Veen, Bettina Böttinger, Anne Will, Ellen deGeneres, usw.

    Hape Kerkeling, Klaus Wowereit, Neil Patrick Harris, Ricky Martin, Gareth Thomas, Ralf König, usw.

    ---

    Mich wundert es aber immer, wie es Menschen schaffen, solange einer Frau eine Beziehung über Jahre "vorzuspielen". Mir ist das ein Rätzel, wie dies einige Menschen derart viele Jahre aufrecht erhalten. Ein wenig bedauere ich dann immer die Frauen, die auf solche Personen treffen. Warum mussten sie ausgerechnet auf einen solchen Menschen in ihrem Leben treffen, der Ihnen eine Maskerade liefert, später dann emotional tief enttäuscht und die Beziehung scheitern läßt. In früheren Jahrzehnten in den 1940er/1950er/1960er kann ich das zwar noch aufgrund der Strafbarkeit homosexueller Handlungen nachvollziehen, wenn dies ein homosexueller Mensch macht und auch heute kann ich dies in Drittweltstaaten Afrikas/Asiens nachvollziehen, aber hier in Deutschland/Niederlande/Schweden kann ich das nicht verstehen.

    Ich wusste mit 15//16 Jahren schon, das ich schwul bin, und habe daher auch keinem Mädchen/junger Frau vorgespiegelt, dass ich sie ernsthaft liebe. Das macht man/frau einfach nicht, denn das ist zutiefst unfair und verletzend.
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#10 Timm JohannesAnonym
  • 01.02.2011, 09:34h
  • Achso ich vergass zu erwähnen, Verständnis habe ich auch noch bei jungen Leuten zwischen 16 und 25 Jahren, wenn sie dies In Deutschland/Niederlande/Schweden machen und noch unsicher sind, aber bei Männern über 30 Jahre hier mitten in Europa, wo homosexuelle Handlungen seit über 40 Jahre straffrei sind, kann ich das nicht verstehen.

    Warum haben solche Männer, die über 30 Jahre alt sind, ein derart spätes Coming-Out und führten so lange eine Maskeraden-Beziehung ...ich verstehe es hier in Deutschland/Frankreich/Niederlande nicht.
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