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Zwei Männer und kein Baby

Ein belgisches Paar kämpft um seinen zweijährigen Sohn. Samuel lebt in einem Waisenhaus in der Ukraine, weil die Botschaft ihm keinen Pass austellen will.

Von Norbert Blech

Der Traum von einem gemeinsamen Kind hat sich für ein schwules Paar aus Brüssel zu einem Alptraum entwickelt - erst recht für den mittlerweile über zweijährigen Sohn Samuel. Peter Meurrens (37) and Laurent Ghilain (27) sind nach belgischem Recht verheiratet und haben demzufolge auch ein Adoptionsrecht - doch die Behörden weisen homosexuellen Paaren so gut wie nie Kinder zu.

Die Männer, die in Lodève in Südfrankreich leben, entschieden sich für die Option einer Leihmutter, vermittelt über eine Webseite. Am 24. November 2008 wurde Samuel in der Ukraine geboren, nach einer künstlichen Befruchtung der Mutter mit dem Sperma von Laurent. Wie vereinbart gab die Frau das Kind nach der Geburt an das schwule Paar ab, zusammen mit einer Geburtsurkunde, in der Laurent als Vater vermerkt ist.

Doch die belgische Botschaft in Kiew weigerte sich, das Dokument anzuerkennen und dem Kind einen belgischen Pass auszustellen. Da Laurent mit einem Mann verheiratet sei, gebe es Zweifel an der Vaterschaft, begründete der Konsul die Entscheidung zunächst. Zudem sei eine Leihkindmutterschaft nach belgischem Recht zwar nicht verboten, aber auch nicht legal - und damit in den Behörden nicht vorgesehen.

So entschied sich das Paar zunächst, ohne Kind in die Heimat zurückzukehren und Samuel vor Ort in eine Pflegefamilie zu geben. Während Peter und Laurent vor Gericht zogen und in zwei Instanzen verloren, trotz DNA-Beweisen der Vaterschaft, hatte die Pflegefamilie nach einem Jahr genug und drohte dem Paar, das Kind anonym auf die Straße zu setzen oder in ein Pflegeheim zu geben.

Worauf das Paar einen Plan hegte: Eine Freundin sollte Samuel über die polnische Grenze schmuggeln. Sie wurde entdeckt, verhaftet und wegen Kinderhandels angeklagt. Peter und Laurent gelang es, sie vor einer Gefängnisstrafe zu bewahren. Aber Samuel landete in einem Waisenhaus und blieb dort.

Youtube | Ein Bericht des flämischen Senders één (englische Untertitel durch Drücken des Pfeil-Buttons und dann des mittleren)

Zwischenlösung in Sicht?


Samuel in seinem Waisenhaus, eingefangen vom Sender één

Intern geben sich die Behörden in Brüssel und Kiew gegenseitig die Schuld, offiziell bleiben sie bei der (auch vor Gericht vorgebrachten) Haltung, dass sie machtlos sind, solange es keine gesetzliche Regelung gibt. Damit ist vorerst nicht zu rechnen, zumal die Parteien des Landes seit Monaten unfähig zu einer Regierungsbildung sind. Laurent und Peter wollen weiterklagen, notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Wieviel Diskriminierung steckt in der Sache? Bei einem heterosexuellen Paar aus Antwerpen, das ebenfalls ein Kind durch eine ukrainische Leihmutter austragen ließ, hatten die Behörden unter gleichen Umständen keine Probleme gemacht, berichtet Peter auf einer Facebook-Kampagnenseite zur Unterstützung des Paares. Dort berichtet ein User von einem weiteren Fall, in dem sogar Zwillingskinder eines gleichgeschlechtlichen Paares in der Ukraine "feststecken" sollen.

Es gibt auch eine Seite mit einer Online-Petition, die recht kurz gehalten ist und der Sache vielleicht nicht sonderlich helfen wird. Die Entscheidung, Öffentlichkeit und Medien einzubeziehen, ist Peter und Laurent nicht leicht gefallen, sie scheint aber, nach einem wohlwollenden und das Waisenhaus in fast zu traurigen Bildern zeigenden Bericht des Senders één, Bewegung in die Sache gebracht zu haben.

Der letzte Stand ist, dass das Waisenhaus keine Bedenken hat, das Kind an die beiden Männer zu übergeben, was es am Montag getan hat. Nun wollen Peter und Laurent mit einem Anwalt bei der belgischen Botschaft ein Touristenvisum für Samuel beantragen. Ob das klappt, ist unklar. Klar ist beiden Männern, dass das nur ein Zwischenschritt in einem langen Kampf sein wird.

Nachtrag, 7.2.: Die belgische Botschaft hat ein Touristenvisum verweigert.



#1 bastianAnonym
  • 02.02.2011, 14:04h
  • In den Videoausschnitten geht es um eine alleinerziehende Mutter die ihre Töchter liebt, ihren Sohn ablehnt und zugibt ihn zu schlagen.
    Sie hat Angst sie könnte ihm schlimmeres antun und wendet sich an das Jugendamt ( 2.Video), welches nicht reagiert.

    www.youtube.com/watch?v=Xx8M0axJhe0

    www.youtube.com/watch?v=6AxeNcIQylg

    Bei homosexuellen Paaren reicht die Tatsache aus das beide Elternteile das gleiche Geschlecht haben bis die europäischen Jugendämter aktiv werden.
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#2 julian21
  • 02.02.2011, 15:19h
  • Antwort auf #1 von bastian
  • Das sind doch zwei völlig verschiedene Paar Schuhe!

    Das Problem ist, dass körperliche und vor allem psychische Gewalt für das Jugendamt schwer zu erkennen ist.

    Außerdem ist die Frau im Video aufgrund ihrer stark ausgeprägte psychischen Störung ein absoluter Ausnahmefall, bei der das Jugendamt letztendlich ja auch eingegriffen hat, was im Video aber leider nicht gezeigt wird.

    Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist da viel offensichtlicher als Unding zu erkennen und ist wie - im diesem Beispiel, da bin ich mir sehr sicher - auch ne enorme psychische Belastung für das Kind.
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#4 MenschAnonym
  • 02.02.2011, 16:52h
  • Es ist doch ein großer Unfug das es hier "rechtliche" Probleme gäbe. Einige europäische Behörden begehen systematische Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Belgien, Frankreich und Deutschland sind hier die Faschisten an vorderster Front. Die zuständigen Beamten machen sich des übelsten Kindesmißbrauchs schuldig. Es ist der gleiche Abschaum an Beamten der einst Hexen verbrannt hat, Juden vergast oder eine ganze Republik hinter eine Mauer eingesperrt hat.

    Auch aus dem sogenannten "Embryonen Schutzgesetz" der BRD weht der gleiche Verwesungsgestank wie aus den Nürnberger Rassegesetzen. Der Gesetzgeber macht sich sein Bild eines Vaters und einer Mutter und wenn die Wirklichkeit diesen Wahnvorstellungen nicht entspricht, dann wird eben das Baby bestraft. Solche Beamten haben sich völlig entmenschlicht.

    Mit Recht und Gesetz hat das alles rein garnichts zu tun. Staatsterroristen müssen nicht immer gleich Millionenfach morden, manchmal geilen sie sich einfach an einem einzelnen, wehrlosen Baby auf. Man kann nur vermuten das sich der eine oder andere Richter manuell an seinen primären Sexualorganen manipuliert hat während er sein Urteil über das arme Kind geschrieben hat.
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#5 Toleranz1Anonym
  • 02.02.2011, 17:03h
  • Da sieht man mal wo der Egoismus des Einzelnen hinführen kann. An die Kinder denkt wohl niemand. Es ist und bleibt doch egoistisch wenn Menschen - egal ob schwul oder hetero - unbedingt ein "EIGENES" Kind haben müssen/wollen. Und das wirklich nichts mit schwulenfeindlich zu tun, ich bin selbst schwul und habe eben auf dein "eigenen" Kinderwunsch verzichtet - es gibt auch andere legale Möglichkeiten - wie z. b. Pflegschaften. Genauso finde ich es egoistisch, wenn 60-jährige Frauen unbedingt per Leihmutter oder künstlicher Befruchtung noch schwanger werden müssen.

    In den ersten beiden Jahren eines Kindes geschieht die wichtigste Entwicklung. Jetzt wird der arme Wurm hin und her geschoben, nur weil das Paar unbedingt blutseigene Kinder wollte, obwohl sie genau wussten, dass es ein Restrisiko gibt mit der illegalen Leihmutterschaft. Aber natürlich trifft nicht nur das Paar die Schuld, der Fehler liegt darin, dass eben "arme" Menschen in Drittländern (wie die Ukraine) von reichen Menschen für diese Zwecke benutzt werden ( siehe viele Prominente; hetero und schwul). Wie das Kind sich später mal fühlt oder was schief gehen kann wird in dem egoisitschen Wahn nicht bedacht.
    Ich wünsche trotzdem, dass die beiden das Kind bekommen, denn der jetzige Zustand ist alles andere als optimal für das Kind. Aber ich hoffe dass zukünftig so etwas nicht mehr passiert.
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#6 TommAnonym
#7 alexander
  • 02.02.2011, 17:52h
  • Antwort auf #4 von Mensch
  • tja, wenn man nicht gerhard schröder heisst, ist es mit adoptionen nicht so einfach !
    aber da ist dann auch für alles gesorgt, doris (ehemalige tippmamsell) kann trotz zweier adoptionsplagen noch ein vorstandspöstchen bei karstadt übernehmen und urschula v. d. leyen (geb. albrecht, vater vorbestraft) zieht ihre verhütungsfehler des nächtens gross !!!

    man mag zu solchen adoptionsgeschichten halten, was man will, aber es ist eine sauerei, dass homos nicht genauso bescheuert sein dürfen wie heten !!!
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#8 julian21
  • 02.02.2011, 18:04h
  • Antwort auf #5 von Toleranz1
  • Du schreibst:
    "Aber natürlich trifft nicht nur das Paar die Schuld, der Fehler liegt darin, dass eben "arme" Menschen in Drittländern (wie die Ukraine) von reichen Menschen für diese Zwecke benutzt werden."

    Die Schuld bei den "egoistischen" und „ausbeuterischen“ Eltern zu suchen, ist die eine Sache. Die Wurzel allen Übels, also die Ungleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Paare bzgl. der Adoption dann aber völlig außer Acht zu lassen, eine andere. Aber es passt ja auch so wunderbar in dein Weltbild:

    „habe eben auf [den] "eigenen" Kinderwunsch verzichtet“

    Schön für dich, dass du dich dem System und der Ungerechtigkeit unterworfen hast. Ist ja dein freies Recht. Aber viele wollen das eben nicht. Im Endeffekt bist es sogar du, der egoistisch ist, da du auf dein Recht verzichtest und dieses nun auch von anderen verlangst.

    Und mit Verlaub: Deine Argumentation gleicht derer vieler homophober Adoptionsgegner wie Volker Kauder bis aufs Haar. Und zu sagen, dass du selber nicht schwulenfeindlich bist, reicht noch lange nicht als Beweis dafür aus, nicht auch auf irgendeine Art schwulenfeindlich zu sein. Beste Beispiele: Westerwelle und Niki Lauda. Und ja, für mich bist du hier schwulenfeindlich.

    Passend dazu:

    gaywest.wordpress.com/2011/01/08/kinderwunsch-als-selbstverw
    irklichung/
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#9 FloAnonym
  • 02.02.2011, 18:27h
  • Der Homohass geht also wirklich so weit, dass man ein Kind lieber in ein Waisenhaus steckt (was dort ganz andere Zustände hat als ein Kinderheim hierzulande), als dass man es in eine sichere, liebevolle Familie schickt, wo es ihm finanziell und gesundheitlich besser geht.

    Ich hoffe, dass sich die EU und die belgische Regierung einschalten, aber wenn Elton John schon an den Homohassern gescheitert ist, sehe ich für dieses Paar und vor allem für den armen kleinen Samuel leider schwarz.
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#10 alexander