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David Kato

Die Polizei in Uganda hat einen Mann verhaftet, der den Mord an dem Schwulenaktivisten gestanden haben soll. Angeblich habe ihn dieser zum Sex gezwungen.

Von Norbert Blech

Die Polizei in Uganda hat nach dem Mord an dem Schwulenaktivisten David Kato einen Mann verhaftet. Enock Nsubuga soll geständig sein und wurde bereits am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt. Kato war in der letzten Woche in seiner eigenen Wohnung erschlagen worden, im 15 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernten Ort Bukusa (queer.de berichtete). Er starb an schweren Kopfverletzungen auf dem Weg zu Krankenhaus.

Da Kato einer der bekanntesten Homo-Aktivisten in Uganda war und auch von der Zeitung "Rolling Stone" in ihrer Outingkampagne vorgeführt wurde, gingen Aktivisten weltweit von einem homophoben Gewaltverbrechen aus. Die Polizei in Uganda sieht das aber anders. Gerüchte, die sie bereits in den letzten Tagen lancierte, hat sie nun bestätigt.

Demnach kannten sich Kato und Nsubuga. Der Aktivist habe den laut Polizei "bekannten Kleinkriminellen und Dieb" per Kaution aus dem Gefängnis geholt und bei ihm wohnen lassen. Dann habe Nsubuga ihn erschlagen. Er wurde am Mittwoch auf dem Weg zu seiner Freundin geschnappt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wurde auch der Fahrer von Kato verhaftet, wozu die Polizei keine weiteren Angaben machte.

Polizei ändert Motiv

Die Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar. Hatte die Polizei in der letzten Woche noch von einem Raub gesprochen, schloss sie diesen nun aus und sprach am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme von einem "persönlichen Streit", auch mit Katos Aktivismus habe der Mord nichts zu tun.

Wenig später wurde die Polizei deutlicher. Eine anonyme Quelle sagte der Zeitung "Daily Monitor", Nsubuga habe Kato getötet, weil er ihm andauernd Sex aufgezwungen habe. Der Aktivist habe ihm ein Auto, ein Haus und Geld versprochen, dies aber nicht eingelöst. Nsubuga habe ihn daher mit einem Hammer getötet, als dieser noch im Bett lag.

Aktivisten aus Uganda glauben dieser Version nicht, das Misstrauen gegen die Behörden, die sie verfolgen, sitzt zu tief. Viele glauben alternativen Berichten, wonach ein Mob Kato tötete - wofür sich aber keine Belege finden lassen. Auch sei ein privates Motiv geradezu politisch erwünscht, steht Uganda wegen seiner schwulenfeindlichen Haltung doch seit Monaten im Dauerfeuer von Politikern und Medien.

Der Mord an Kato hatte weltweit Menschen entsetzt, in Deutschland gab es u.a. in Berlin und Hamburg Gedenkveranstaltungen (queer.de berichtete). Auch Politiker wie US-Präsident Barack Obama oder der Europaparlamentspräsident Jerzy Buzek Buzek verurteilten die Tat.



#1 herve64Profil
  • 03.02.2011, 11:45hMünchen
  • Also mit anderen Worten: die ganze Geschichte soll dahingehend konstruiert werden, dass der Täter das eigentliche Opfer ist und von dem "bösen schwulen Aktivisten" sexuell genötigt worden sei. Womit man es zum einen schafft, den Täter unbehelligt davon kommen zu lassen und zum anderen der Welt suggerieren möchte, dass die angedachte Todesstrafe für Schwule schon seine Richtigkeit habe.

    Wo bleibt hier die Streichung der Entwicklungshilfe? Ach so: es handelt sich ja nicht um Lesben, die in Bedrängnis sind...
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#2 jojoAnonym
#3 FranziAnonym
  • 03.02.2011, 12:36h
  • Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie "Täter" zu "Oper" (gemacht) werden !! :-(

    In Deutschland würde ddie Tat dann noch mit einer schlechten Kindheit, psychischen Auffälligkeiten oder schlechten Schulnoten des Täters "untermauert" werden ...

    Anmerkung: Es war ja ( leider) bloss wieder einmal ein "Schwuler", der da ermordet wurde !!
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#4 Nyggy
  • 03.02.2011, 13:31h
  • Antwort auf #1 von herve64
  • Prima! Solange sich Schwule und Lesben gegenseitig in die Pfanne hauen, braucht die "Gesellschaft" ihre Einstellung zu diesen "Randgruppen" auch nicht zu ändern... (Immer her mit den roten Kästchen... )

    Zum Thema:
    Dass der Fall wirklich jemals aufgeklärt werden kann, wage ich zu bezweifeln.
    Sollte diese Tat politische Hintergründe haben, werden diese aller Wahrscheinlichkeit nach vertuscht. Steht keine politische Motivation dahinter, wird dennoch ein Politikum daraus gemacht werden.
    Vielleicht sollten die Menschen sich mehr auf die Person David Kato und sein Wirken konzentrieren und in seinem Sinne weiter kämpfen....
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.02.2011, 13:51h
  • Dem Täter würde ich auch kein Wort glauben, das mit der Notwehr nimmt man ihm nicht ab!
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#6 herve64Profil
  • 03.02.2011, 17:59hMünchen
  • Antwort auf #4 von Nyggy
  • www.queer.de/detail.php?article_id=13612,


    hier die Kurzform:

    "Das Bundesentwicklungsministerium hat Hilfsgelder an den afrikanischen Staat Malawi eingefroren. (...)

    "Anlass des Schreibens waren zwei im November 2010 vom Parlament beschlossene Änderungen des Strafgesetzbuches in Malawi, die Homosexualität zwischen Frauen unter Strafe stellen und die mögliche Kontrolle des Staates über die Medien unangemessen erweitern", teilt das Ministerium mit. Bis zu einer Klärung wird die Hälfte der vorgesehenen Budgethilfezahlungen an Malawi zurückgestellt.

    Mit den Änderungen der Strafgesetze erleide die junge Demokratie Malawis einen herben Rückschlag, so Niebel. "Die Achtung der Menschenrechte und gute Regierungsführung sind grundlegende Prinzipien der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit."
    (...)

    Männliche Homosexualität ist in Malawi schon länger verboten, Menschenrechtsgruppen berichten von zunehmenden Verfahren. Weltweit Schlagzeilen machte ein Paar, das Ende 2009 bei einer symbolischen Hochzeitsfeier wegen Homosexualität verhaftet und zur Höchststrafe von 14 Jahren Haft verurteilt wurde. Es wurde nach internationalem Protest begnadigt (queer.de berichtete).":

    So. Und jetzt nenne DU mir mal einen einzigen vernünftigen Grund dafür, dass ERST DANN agiert wird, wenn es um weibliche Homosexualität geht, wohingegen hinreichend bekannt ist, dass in diesem Land männliche Homosexualität bereits seit ewigen Zeiten verboten ist und man dies stillschweigend hingenommen hat.

    Im Übrigen kannst du dir deine seichten Solidaritätsplatitüden getrost schenken: für dich ist doch die LGBT-Community auch nur ein gemachtes Bett, in das du dich hinein legen kannst und Schwule im Grunde genommen auch nur Männer, denen frau den Schwanz abzuschneiden trachtet. So, und jetzt kannst du dich bei Tante Alice ausheulen.
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#7 herve64Profil
#8 Nyggy
  • 03.02.2011, 19:04h
  • Antwort auf #6 von herve64
  • Na da hat aber jemand schlecht geschlafen.
    Ich weiß nicht, was du für ein Problem hast und was ich dir getan hab. ICH kann nichts dafür, dass das Bundesentwicklungshilfeministerium erst jetzt reagiert.

    Sag das jetzt bitte nicht weiter... In Wirklichkeit haben die nur auf MEIN "OK" gewartet. Und da es sich halt gerade jetzt erst um die Lesben in Malawi dreht, dachte ich, JETZT muss endlich was getan werden.
    Vorher habe ich mich nämlich um das Ozonloch und die globale Erwärmung gekümmert.

    Ich weiß, alle Lesben hassen Männer und natürlich ist unsere oberste Priorität: "Schneidet den Kerlen die Schwänze ab, erst recht den Schwulen, weil die stehen auf Männer!"

    Ich für meinen Teil denke nicht so... Ich steh einfach nur auf Frauen, das ist alles.
    Ich denke aber, das ein Urteil eher auf den Beurteilenden als auf den Beurteilten schließen lässt.

    Aber jetzt genug davon... ich hab mit meinen Solidaritätsplatitüden zu tun und muss noch Tante Alice anrufen.

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#9 herve64Profil
#10 Nyggy