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Bahrains Hauptstadt Manama (Bild: Wiki Commons / Jayson De Leon / CC-BY-2.0)

Bei der Razzia einer Privatparty in Bahrain sind 127 mutmaßliche Schwule festgenommen worden.

Wie die Zeitung "Al Ayam" berichtet, hatten Schwule aus mehreren arabischen Golfstaaten am Mittwochabend die Sporthalle in der Kleinstadt Hidd angemietet. Nachdem sich Nachbarn über Lärm beschwerten, habe ein verdeckter Ermittler gegen 2:30 Uhr morgens die Party für 20 Bahrain-Dinar Eintritt (rund 40 Euro) besucht. Er habege in der in der Halle eine "lasterhafte und dekadente" Veranstaltung vorgefunden, bei der auch Männer in Frauenkleidern angetroffen worden seien. Daraufhin rief er Verstärkung. Die Polizei nahm schließlich 127 Besucher fest, weil sie gegen die guten Sitten verstoßen hätten.

Die Mehrzahl der Verhafteten stammt aus Golf-Nachbarstaaten, die entweder für die Party nach Bahrain gekommen seien oder im Land arbeiteten. Die Heimatstaaten der verhafteten Männer seien bereits über die Umstände der Festnahme informiert worden, erklärten die Behörden des Königreiches.

In Bahrain ist Homosexualität seit der Einführung des britischen Kolonialrechts im Jahre 1956 illegal. Auch nach der Unabhängigkeit 1971 können Homosexuelle mit einem Gummiparagrafen gegen Sittenlosigkeit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt werden. Dennoch gilt das wohlhabende Königreich mit einer Million Einwohnern als eines der tolerantesten Länder in Bezug auf Homosexualität. Insbesondere für Schwule aus Ländern, in denen die Todesstrafe droht, gilt Bahrain als ein nahe gelegener Zufluchtsort.

In den letzten Jahren geht die Regierung jedoch immer mehr gegen Homosexuelle vor. So blockiert sie seit 2009 schwul-lesbische Webseiten (queer.de berichtete). Außerdem gingen Abgeordnete wiederholt verbal gegen Schwule und Lesben vor. So erklärten mehrere Abgeordnete des Inselstaates im Jahr 2006, dass schwule Ausländer ein großes Problem seien. Ein Ausschussvorsitzender warf Homosexuellen sogar vor, die Behörden bei der Einreise linken zu wollen: "Viele sehen männlich aus, wenn sie am Flughafen ankommen. Aber wenn sie erst mal im Land sind, kehren sie zu ihrem homosexuellen Verhalten zurück", so Jalal Fairooz (queer.de berichtete). (dk)



#1 FloAnonym
#2 GeorgFalkenhagenProfil
  • 06.02.2011, 17:01hBremen
  • "Verdeckter Ermittler", ich glaub ick spinne, wa?

    Wird jetzt die gesamte Nachrichtenberichterstattung mubarackt, oder wat? Aufm Nil war da doch schon mal sowas. Und hier in Berlin: allet Brüno.

    Hach, waren das noch Zeiten in der Szene, als ich höchstselbst mich feierte. Und 40 Euro Eintritt, was soll das denn heißen, bitteschön??

    Aber BARBAREN, nein, Flo, soweit würde ich nicht gehen wollen dürfen. Westliche Hochmut tut keinem Araber gut, aber:

    Berlin an Bahrain: Nieder mit der Obrigkeit!!!

    Das Wetter: Bah, rain..............................
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.02.2011, 17:49h
  • Mit dieser Razzia hat sich Bahrain seinen Ruf als "toleranter" Staat für Homosexuelle für immer verloren! Am besten die Sharia noch einführen, dann ist Bahrain komplett unten durch!
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#4 Prime_EvilEhemaliges Profil
  • 06.02.2011, 21:43h
  • Antwort auf #2 von GeorgFalkenhagen
  • GeorgFalkenhagen: "Aber BARBAREN, nein, Flo, soweit würde ich nicht gehen wollen dürfen. Westliche Hochmut tut keinem Araber gut"

    Ach und kümmert sich der Araber auch, was uns gut tut?

    Wenn ich dich richtig verstehe, sollten wir Homosexuellenverfolgung als einen tradierten Teil arabischer Kultur verstehen? Als eine kulturelle Eigenart, für die wir Toleranz aufbringen müssen. Nach dem Motto: "Das müssen wir aushalten".

    Ein tollwütiger Toleranter. Toll!
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 07.02.2011, 15:19h
  • In der Kultur dieser Region war Homosexualität immer schon ein Bestandteil. Dies haben historische Forschungen der letzten drei Jahrzehnte eindrucksvoll belegt.

    Hierzu u.a. lesenswert:
    * Khaled El-Rouayheb, ''Before Homosexuality in the Arab–Islamic World'', 1500–1800 Chicago, 2005.
    * Everett K. Rowson, J.W. Wright, ''Homoeroticism in Classical Arabic Literature'' New York, 1997.

    Daher die Behauptung der Kulturraum sei früher rein homophob gewesen, da war das Mittelalter in Europa sicherlich viel homophober.

    ---
    In Bahrain haben wir gegenwärtig bisher noch eine liberale Insel im Nahen Osten. Ob dies so bleiben wird oder es dort "schlimmer" wird, ist schwer vorherzusagen. Der aktuelle Vorfall jedenfalls ist kein gutes Zeichen.
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