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Manuel Neuer hütet seit 2005 das Tor von Schalke 04 - inzwischen ist auch der FC Bayern München am gebürtigen Gelsenkirchener interessiert. (Bild: Wiki Commons / Toksave / PD)

Der deutsche Nationaltorwart Manuel Neuer hat sich für mehr Offenheit von Schwulen in Profifußball ausgesprochen.

Gegenüber der Illustrierten "Bunte" sagte der Schlussmann des Bundesligisten Schalke 04: "Ja, wer schwul ist, sollte sich outen. Da fällt doch eine Last ab", ist der 24-Jährige überzeugt. Er erwartet dabei kaum negative Reaktionen im Stadion: "Auch die Fans werden sich schnell daran gewöhnen. Wichtig ist die Leistung". Neuer ist seit 2010 die Nummer eins im deutschen Tor und wurde im selben Jahr mit der Nationalmannschaft WM-Dritter.

Der Schalker beurteilt die Lage für Schwule im Profisport besser als sein Torhüter-Kollege Tim Wiese von Werder Bremen. Der 29-Jährige erklärte im vergangenen Jahr, dass ein offen schwuler Spieler von den Fans niedergemacht werden würde, weil Fußball nach wie vor ein "Macho-Sport" sei. Es sei schade, dass "Fans da so erbarmungslos sind", so Wiese damals im Interview mit der Zeitschrift "Bunte" (queer.de berichtete).

Diese Skepsis wird auch von Erwin Staudt, dem Präsidenten des VfB Stuttgart, geteilt. Der Schirmherr des CSDs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt 2009 erklärte in einem Zeitungsinterview vor zwei Jahren, dass ein geouteter Bundesligist einer Medien-Hetzjagd ausgesetzt sein wird: "Natürlich würde sich der Boulevard unter dem Deckmantel des Verständnisses an so einem jungen Mann abarbeiten und sein Privatleben ans Licht zerren. Man muss aus hartem Holz geschnitzt sein, um das auszuhalten", so Staudt (queer.de berichtete).

Bislang hat sich in Deutschland noch kein einziger Profifußballer während seiner Karriere geoutet. In Europa wagte diesen Schritt vor über 20 Jahren als einziger der Engländer Justin Fashanu - mit bitteren Konsequenzen: Er wurde von Fans und Teams gemieden und verübte 1998 im Alter von 37 Jahren unter mysteriösen Umständen Selbstmord.(dk)



#1 alexander
  • 09.02.2011, 15:00h
  • der junge ist klasse ! hut ab, er hat mit 24 jahren mehr begriffen, als die meisten in diesem umfeld mit 70 jahren!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.02.2011, 15:38h
  • Manuel Neuer ist der einzige Weltklassespieler bei Schalke 04 und er hat mit seiner Meinung absolut Recht!
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#3 jojoAnonym
  • 09.02.2011, 15:45h
  • ich glaube nicht, dass das eigentliche problem wirklich die fans sind. es ist das geld.

    es geht beim image eines profifußballers schnell mal um einige millionen an sponsorengeldern. die sponsoren würden nämlich deutlich zusammenzucken, wenn ein spieler das image des vereins durch ein coming-out in eine bisher schwer abzuschätzende richtung verändert. das wissen auch die funktionäre, und sie werden einem spieler von derartigen experimenten abraten, solange sie finanzielle verluste befürchten.

    offen schwule fußballer wird es erst dann geben, wenn sie nicht mehr als finanzielles risiko gelten, sondern wenn ein sponsor glaubt, dass sich ein schwuler fußballer für ihn "rechnen" könnte.

    meine glaskugel zeigt mir folgendes szenario: irgendein sponsor kommt auf die idee, dass ein offen schwuler fußballer zu dem image von "frech und frei" und dem slogan "ich geh meinen weg" seines neuen produktes passt und er bietet einen werbevertrag in ausreichender höhe. dann wird es ein medial streng durchorganisiertes coming-out geben - und keine sekunde früher.

    wir werden an der entsprechenden rasierwasserwerbung sehen, ob ich recht behalte...
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#4 zeitungsleserAnonym
  • 09.02.2011, 17:23h
  • So ein Quatsch! Mister Klugscheisser weiß es besser:
    "Ja, wer schwul ist, sollte sich outen. Da fällt doch eine Last ab", ist der 24-Jährige überzeugt.

    Klar, die schwulen Fußballer sind alle Idioten und wissen einfach nicht, wie wunder-wunderschön das Leben als geouteter schwuler Fußballer ist.

    Danke, Manuel Neuer und "Bunte", dass ihr uns die homofreundliche Welt erklärt!
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#5 phoebeProfil
  • 09.02.2011, 17:44hDD
  • Ein optimales Szenario für ein Fußballer-Outing wäre doch, dass der Schütze des Siegtores der Fußball-WM beim folgenden Jubelbrimborium seinen Freund vor dann schätzungsweise 1 Milliarde Menschen am Fernseher küsst.
    Der neue Mit-Weltmeister (optimalerweise natürlich Deutschland) wäre dann doch medial so gut wie unantastbar.

    Das wäre dann in mehrerlei Hinsicht ein überaus schöner Moment. Zumal es letztes Jahr mit etwas Glück zumindest für Ersteres hätte reichen können.
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#6 ChiefWiggumAnonym
  • 09.02.2011, 18:28h
  • Antwort auf #4 von zeitungsleser
  • Ich denke, wenn Fußballer und Funktionäre immer sagen, wie schwer ein Commingout für einen Fußballer wäre, und dass man das besser lassen sollte, machen sie es den schwulen Fußballern nur noch schwerer. Würden sich mehr von denen so positiv äußern wie Manuel Neuer, würde das für ein homofreundlicheres Klima im Profisport sorgen und es würde vielen Mut machen.

    Wahrscheinlich hat Manuel recht, die Fans würden sich schon daran gewöhnen. Und dass eine Last von einem abfällt nach dem Commingout, ist ohne Zweifel richtig.
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#7 daVinci6667
  • 09.02.2011, 19:07h

  • Natürlich sollen sich gerade auch endlich die Profi- Fußballer outen. Und zwar ersteinmal für sich selber. Ich bin der festen Überzeugung, in diversen Sportredaktionen kursieren bereits Listen von schwulen Fussballern. Wenns denn gerade mal sportlich nicht so gut läuft könnte dann zusätzlich diese Skandal-Keule geschwungen werden um den Spieler fertig zumachen. Deshalb, wer sicher sein will, dass sein Coming-out geordnet und "kontrolliert" vonstatten geht soll sich selber outen!

    Dies betrifft nicht nur Fußball-Profis sondern grundsätzlich alle Schwulen und Lesben!
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#8 alexander
  • 09.02.2011, 19:15h
  • Antwort auf #4 von zeitungsleser
  • nee, nee, der sieht das schon ganz richtig, denn er kann im gegenteil zu vielen seiner kollegen denken, denn das sind zum grössten teil idioten, die nur auf kohle aus sind und sich verantwortungslos, in ihrer eitelkeit sonnen wollen !
    wenn du lieber im schrank sitzt, ist das deine angelegenheit !
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#9 zeitungsleserAnonym
  • 09.02.2011, 20:25h
  • Antwort auf #8 von alexander
  • Meine liebe Bewegungsschwestern, ihr seid euch ja alle so selbstherlich sicher...
    Da ich mich aber bereits einmal in einer Branche geoutet hatte, die als schwulenfeindlich gilt, brauche ich mich diesbezüglich nicht belehren zu lassen:
    es war eben NICHT "ohne Zweifel richtig, dass eine Last von einem abfällt nach dem Coming out". Ihr verwechselt da euer privates und persönliches Coming out (wo es tatsächlich befreiend wirkt) mit gesellschaftlichen Situationen, wo es nicht empfehlenswert ist.
    Wenn man täglich angefeindet wird, ist das nicht lustig, könnt ihr mir glauben. Das kann dann zu einer viel schwerwiegenderen Last werden, als einem lieb ist. Aber der Mainstream will das ja nicht hören, besonders in den Medien, die 1. fordern, man müsse sich outen und 2. Sexualität tagtäglich in die Öffentlichkeit zerren und damit heterosexistisch wirken.
    Ich verstehe ja, dass man Homos lieber bestärken will sich zu outen. Aber wenn das nur noch zum Paradigma macht, ohne sich die Rahmenbedingungen anzuschauen, ist das entweder naiv oder erbarmungslos.

    Und zu der Aussage, dass die ja nur "Geldgeil" seien: bekanntermaßen leben Profifußballer nun mal von diesem Job. Da kann man sich als Manuel-Neuer-Hetero leicht aufs hohe Ross setzen - und auch auch als geouteter Schwuler hier.

    In Wahrheit wollen BUNTE, BILD und Co. doch nur das Outing um damit rieisige Schlagzeilen, Schlammschlachten etc zu haben - egal, wer da vor die Hunde geht. Schade, dass euch das auch egal ist. Ich frage euch aber: Warum?
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#10 smallAnonym