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(Bild: CommandZed / flickr / by-nd 2.0)

Die norwegische Einwanderungsbehörde will künftig allen Asylbewerbern einen Film über Homosexualität zeigen, um den Neuankömmlingen skandinavische Toleranz beizubringen.

Wie die Nachrichtenagentur Norsk Telegrambyrå meldet, soll bis März ein Film in 13 verschiedenen Sprachen produziert werden. "Wir werden zeigen, dass Homosexualität in Norwegen normal und akzeptiert ist", erklärte die von der Behörde beauftragte Regisseurin Mari Finnestad. "Die Asylbewerber leben in Norwegen und werden Teil der norwegischen Gesellschaft, deshalb müssen sie die Regeln akzeptieren".

Im Film soll unter anderem die Geschichte eines lesbischen Paares mit Kindern und die Odyssee eines schwulen Asylbewerbers gezeigt werden, der aus einem homophoben Land flieht. Der Film soll auch klarstellen, dass Homosexuelle einen gesetzlichen Diskriminierungsschutz genießen. Das sei besonders wichtig für schwule und lesbische Flüchtlinge, die in ihrem Heimatland verfolgt worden sind und deshalb ihre sexuelle Orientierung geheim halten.

Kritik: Film nur "ideologischer Zeigestock"

Kritik an dem Film kommt von religiösen Organisationen. So erklärte Jan Harsem, der Chef der christlichen Interessenvertretung Cekem Scandinavia, gegenüber der evangelischen Illustrierten "DagenMagazinet", der Film behandle die Asylbewerber herablassend. Auch in Norwegen sei umstritten, wie Homosexualität moralisch zu bewerten sei. Der Film sei lediglich ein "aufgezwungener, ideologischer Zeigestock".

In anderen Ländern gab es bereits Streit um Toleranztests für Einwanderer: So führten die Niederlande 2006 schriftliche Tests für Ausländer aus islamischen Ländern ein, die ein Einwanderungsvisum beantragten. Darin wird auch die Meinung gegenüber Homosexuellen abgefragt (queer.de berichtete). Außerdem wird den Besuchern ein Film abgespielt, in der auch küssende Männer zu sehen sind. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bezeichnete das als diskriminierend, weil nur Bewerber aus nichtwestlichen Ländern die teuren Integrationstests absolvieren müssen (queer.de berichtete).

2006 führte auch Baden-Württemberg einen Homo-Check für Muslime ein, die die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen wollen. Ein Jahr später entfernte die schwarz-gelbe Landesregierung die Homo-Fragen nach Kritik wieder aus der Prüfung (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.02.2011, 16:33h
  • Dieser Film sollte nicht nur Immigranten, sondern auch Menschen mit Migrationshintergrund gezeigt werden, die in dem jeweiligen Land leben, so auch in Deutschland und anderen EU-Staaten (vielleicht entscheiden sich die Norweger ja auch bald für die Aufnahme in die EU)!
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#2 FloAnonym
  • 10.02.2011, 17:43h
  • "Kritik an dem Film kommt von religiösen Organisationen. So erklärte Jan Harsem, der Chef der christlichen Interessenvertretung Cekem Scandinavia,(...)"

    Wenn es um Homophobie geht und darum, Schwule bloß nicht als gleichberechtigt darzustellen, stehen alle Religionen selten einmütig zusammen...

    Und dann dieses Argument, nicht jeder sehe Schwule als gleichberechtigt an. Auch nicht jeder sieht Farbige als gleichberechtigt an. Und? Es geht darum, welche Regeln in einem Land herrschen und nicht, was manche spinnerten Radikalen (die es überall gibt) denken!

    Ansonsten finde ich das sehr sinnvoll: wer dauerhaft in einem Land leben will, muss auch die Grundregeln achten und beachten. Und da sollte man die Leute rechtzeitig darauf hinweisen, dass z.B. Schwule und Lesben voll akzeptiert sind.
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#3 MichaelTh
  • 10.02.2011, 18:14h
  • Eine sehr gute Idee! Aber man sollte den Film nicht nur Ausländern, sondern auch jugendlichen Inländern zeigen! Ich weiß nicht, wie schwulenfreundlich die norwegische Bevölkerung insgesamt tatsächlich ist, aber diese Maßnahme wäre auch in den meisten EU-Ländern nötig! Aber z.B. bei uns wird ja schon von Regierungsseite her diskriminiert, wie ja die jüngste Debatte über das Antidiskriminierungsgesetz zeigt...
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#4 Ilovelife
  • 11.02.2011, 00:40h
  • Norwegen ist ein schönes Land, im Vergleich zu Deutschland bekommen dort gut qualifizierte, vor allem Akademiker, gut und fair bezahlte Jobs.

    Doch kann man nicht davor gefeit sein, dass auch der ein oder andere Hochqualifizierte homophob eingestellt ist. Daher sollte das Filmchen auch "Arbeitsmigranten" aus den guten, alten EU- Ländern gezeigt werden
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#5 daVinci6667
  • 11.02.2011, 13:25h

  • Dieser Film müsste allen Migranten gezeigt werden. Der Staat hat die Pflicht Migrantinnen und Migranten umfassend über unserer aller Rechten und Pflichten zu informieren und ihnen unsere Demokratie zu erklären. Können sie die hier geltenden Regeln nicht akzeptieren, verwirken sie sich ihr Bleiberecht.

    Und ja, es ist diskriminierend beispielsweise den Film nur muslimischen Einwanderern zu zeigen, gibt es doch z.B. auch in Osteuropa oder in christlichen Ländern Afrikas mehrheitlich zu GLBTs sehr negativ eingestellte Bevölkerungen!

    Dass wiedermal die Kirche zuerst kritisiert ist klar. Es besteht die ernste Gefahr, dass sich die ansonsten sehr feindlich gegenüberstehenden Weltreligionen im Kampf gegen den Nachtverlust vereinen und eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Demokratien werden!

    Vielleicht aber fühlt sich der Ratzi auch nicht mehr so ganz wohl im Vatikan?
    Nach Norwegen kann er sich aufgrund seiner Homophobie jedenfalls nicht absetzen!
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#6 GeertAnonym
  • 11.02.2011, 13:38h
  • Auch in unserem Land ist "Multikulti" gescheitert (Angela Merkel). Und gerade heute noch hat dies auch Sarkozy für Frankreich bestätigt. Daraus folgt: Es gibt in Deutschland eine Leidkultur und das ist die deutsche!
    Es müssen viel mehr Veranstaltungen über die deutsche bzw europäische Kultur statt finden, damit die Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit haben, sich mit der deutschen Kultur vertraut zu machen. Wer sich an der deutschen oder europäischen Kultur stört, muss dahin zurück gehen, wo er her gekommen ist.
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#7 Carlos223Anonym
#9 GeertAnonym
#10 jojoAnonym
  • 11.02.2011, 17:28h
  • Antwort auf #9 von Geert
  • naja, so eine steilvorlage konnte natürlich nicht liegenbleiben...

    ich hätte mit der "leitkultur"-debatte weniger probleme, wenn denn wenigstens sauber definiert würde, wovon da überhaupt die rede ist.

    "deutsche kultur"- was genau soll das sein? wie wird das der kulturellen vielfalt gerecht, die ja gerade ein zeichen der offenen gesellschaft ist?

    oder "christliche werte", vielleicht perfiderweise noch ergänzt zu "christlich-jüdisch" - da darf jeder hineinlesen, was er will (nur keinen säkularismus, bitte!).

    nehmen wir aber konkretes wie pluralismus, meinungs- und medienfreiheit, gleichberechtigung, minderheitenschutz, freie persönlichkeitsentfaltung usw... ja, von solchen werten lasse ich mich gerne leiten, und möchte das auch für jeden anderen anstreben, der hier lebt.

    weshalb diese ideale aber von konservativer seite ungern konkret benannt werden: es würde allzu deutlich, dass einige nicht unbedeutende teile der deutschen gesellschaft mit diesen werten ebenfalls auf kriegsfuß stehen, und dass das böse keinesfalls nur von außen kommt.

    wir alle wissen, wer gemeint ist...
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