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Die Täter überfielen schwule Cruiser, weil sie von ihnen keine Gegenwehr erwarteten. (Bild: Wiki Commons / Jochen Jansen / CC-BY-SA-3.0GFDL)

Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Bochum hat am Donnerstag vier der sechs Angeklagten wegen Überfällen auf Cruiser an Autobahnraststätten zu Haftstrafen bis zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt - zwei weitere Täter erhielten Bewährungsstrafen.

Die 16- bis 19-jährigen Täter aus Herne haben zugegeben, schwule Männer an den Autobahnparkplätzen "Bladenhorst" in Castrop-Rauxel überfallen zu haben (queer.de berichtete). Insgesamt waren sie in fünf Fällen angeklagt worden. Die Polizei schätzt jedoch, dass sie weit über 100 Mal Cruiser ausgeraubt und teilweise geschlagen haben.

Richter Johannes Kirfel erklärte nach Angaben der WAZ, die Jugendlichen seien äußerst brutal vorgegangen, deshalb könnten die Anführer nicht mit Bewährungsstrafen davonkommen: "Da war eben ein Totschläger im Einsatz, der lässt sich nicht weg reden", begründete er sein Urteil. Zwar kämen die Täter aus zerbrochenen Familien, teilweise sogar "aus dramatisch schlechten" Verhältnissen. Allerdings hätten die Jugendlichen bereits zuvor Straftaten begangen und es sei Zeit, für ihre Taten geradezustehen: "Irgendwann ist jeder selbst für sich verantwortlich und kann die Schuld nicht mehr den Eltern zuschieben."

Die Jugendlichen waren seit Mai 2010 auf Cruiser zugegangen und hatten sich als Callboys ausgegeben. Sobald ein Mann mit ihnen ins Geschäft kommen wollte, grapschten sie nach Geld, Handy oder anderen Wertgegenständen und entfernten sich schnell vom Tatort. Nachdem ihre Masche nach Medienberichten bekannter wurde, änderten sie ihre Taktik und verübten Blitzüberfälle. Dabei gingen sie im Laufe der Zeit immer gewalttätiger vor und schlugen mindestens einem Opfer ohne Hemmungen mit einem Metallgegenstand auf den Kopf. Als Grund nannten die Täter, dass sie Geld für Drogen und Partys gebraucht hätten. Eines der Opfer sagte im Prozess aus, dass schwule Cruiser für die Jugendlichen die ideale Opfergruppe gewesen seien: "Die wussten genau, dass kaum einer Anzeige erstattet, weil er sich nicht als homosexuell outen will". (dk)



#1 swiss_hottieAnonym
  • 11.02.2011, 13:40h
  • "Die wussten genau, dass kaum einer Anzeige erstattet, weil er sich nicht als homosexuell outen will."

    "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt."

    Dass diese Aussage 30 Jahre nach Erscheinen des gleichnamigen Films immer noch brandaktuell ist, kann man nur als unglaublich traurig bezeichnen.

    Der Film löste damals einen Skandal aus. Würde er es wohl heute noch?
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 VolumeProProfil
  • 11.02.2011, 14:15hMönchengladbach
  • Aus meiner Sicht hat das Gericht richtig entschieden.
    Die Strafen stehen absolut im Verhältnis zur Schuld und sind daher angemessen.

    Gut finde ich auch an diesem Urteil, dass damit eindeutig eine Klarstellung erreicht wird und zwar, dass auch Personen, die auf Rastplätzen Sex suchen unter dem Schutz der Straftjustiz stehen. Auch ist es eine Ermutigung für Überfallopfer bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Die Polizei muss sehr gut ermittelt haben, denn sonst wäre dieses Urteil nicht möglich gewesen. Daher kann man der Polizei und auch der Staatsanwaltschaft vertrauen.

    Für die Opfer hoffe ich, dass sie sich von dem Erlebten erholen.
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#4 daVinci6667
  • 11.02.2011, 14:37h

  • Das Urteil ist richtig. Es sollte eine Ermutigung für zukünftige Opfer auf Rastplätzen sein ebenfalls Anzeige zu erstatten!

    Denn eines ist leider klar, Schrankschwestern die an anonymen, widerlichen Orten wie Toiletten an Autobahn-Rastplätzen Sex suchen müssen, werden von Dieben und Verbrechern aller Art immer noch als ideale Opfer angesehen!
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#5 anonymusAnonym
  • 11.02.2011, 15:08h
  • "Irgendwann ist jeder selbst für sich verantwortlich und kann die Schuld nicht mehr den Eltern zuschieben."

    Kann es sein daß bei den Richtern allmählich ein geistiger Wandlungsprozess begonnen hat und sie wieder unterscheiden können zwischen Opfer und Täter und nicht die einen mit den anderen verwechseln ...
    zu wünschen wäre es ....
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#6 FloAnonym
  • 11.02.2011, 17:21h
  • Bravo!!

    Das wird ihnen hoffentlich eine Lektion sein!

    Ich hoffe nur, dass sie jetzt nicht wieder mal nach wenigen Monaten wegen "guter Führung" o.ä. vorzeitig entlassen werden.
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#7 jojoAnonym
#8 SchrottboykottAnonym
#9 MIZAnonym
  • 11.02.2011, 22:26h
  • Antwort auf #4 von daVinci6667
  • Bis vor einigen Jahren war ich selbst Besucher solcher Raststätten.
    Ich bin keine Klemmschwester, sondern schon seit Jahren völlig geoutet.
    Ich fand so einen Rastplatz auch nicht widerlich, sondern das hatte einen gewissen Kick und war eine von vielen Möglichkeiten, als schwuler Mann Sex zu finden. Ich musste da auch nicht hin, sondern habe parallel auch Sex über das Internet, in der Sauna oder im Cruising-Lokal gehabt. Aber trotzdem hätte auch ich Opfer einer solchen Straftat werden können.

    Vielen Dank, lieber daVinci, für Deinen offenen und vorurteilsfreien Kommentar! ;-) Der wird bestimmt einen Beitrag dazu liefern, wie Du ihn Dir von diesem Urteil wünscht!
    *augenroll*
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#10 heikoaustirolAnonym
  • 12.02.2011, 09:46h

  • Diese Parkplatzhäuschen sind ekelhaft, dort stinkt es oft so, dass man am liebsten woanders pinkeln möchte. ich hab immer desinfektionsmittel im auto, damit ich wieder saubere hände bekomme.
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