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Die britische Homo-Ehe bietet kaum noch Unterschiede zur Hetero-Ehe. Fallen sie ganz weg?

Die britische Regierung will es Schwulen und Lesben ermöglichen, kirchlich zu heiraten. Zugleich könnte die Trennung zwischen Ehe und "Civil Partnership" wegfallen.

Damit folgt die Regierung zunächst einer Vorlage des House of Lords. Das hatte bereits im letzten März ohne Fraktionszwang mit 95 zu 21 Stimmen einen entsprechenden Zusatzartikel zur "Equality Bill" beschlossen (queer.de berichtete). Der Entwurf des offen schwulen Labour-Peers Waheed Alli erlaubt es Kirchen, Zeremonien für gleichgeschlechtliche Paare abzuhalten, zwingt sie aber nicht dazu.

Lynne Featherstone, die für Gleichstellungspolitik zuständige Staatssekretärin im Innenministerium und Abgeordnete der Liberaldemokraten, will in der nächsten Woche die Umsetzung des Plans auf Unterhausseite vorstellen, berichtet die "Sunday Times". Staatlich anerkannte Ehen können in Großbritannien sowohl von Standesbeamten als auch direkt von Geistlichen im Rahmen einer kirchlichen Trauung abgenommen werden. Der 2005 eingeführten Eingetragenen Lebenspartnerschaft war die kirchliche Trauung jedoch bislang verwehrt, eine der wenigen Unterschiede zwischen Hetero- und Homo-Ehe auf der Insel.

Fallen die letzten Unterschiede zur Ehe?

Unklarheit herrscht, ob mit der Vorlage der Regierung auch Civil Partnerships zugunsten der Ehe komplett aufgegeben werden. Einige Medien berichten von entsprechenden Plänen, wonach sich Lebenspartner demnächst offiziell Eheleute nennen könnten, die Definition von Ehe als Verbindung von Mann und Frau wegfalle. Bis Mai 2010 hatten sich nach einer Zählung des Office Of National Statistics rund 26.000 Pare für eine "Civil Partnership" entschieden.

Zukünftige Partnerschaften werden aber nicht unbedingt in der Kirche geschlossen: Die Anglikanerführung will - vorerst und gegen den erklärten Wunsch einiger Gemeinden - keine Ehezeremonien für Homo-Paare abhalten, die römisch-katholische Kirche ohnehin nicht. Quäker, Unitarier und einige liberale jüdische Gemeinden haben aber angekündigt, für Homo-Paare offenstehen zu wollen.

Die neue Koalitionsregierung aus Liberaldemokraten und den bisher homophoben Konservativen hatte bereits am Freitag Pläne vorgestellt, wonach Personen beantragen können, dass ihre Verurteilungen wegen homosexueller Handlungen aus früheren Zeiten gelöscht werden können. (nb)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.02.2011, 16:18h
  • Da sieht man einmal, was unsere Bundesregierung von Großbritannien noch lernen kann! Dort stellt sich die Koalition aus Konservativen (Tories) und den Liberaldemokraten nicht so dilettantisch an!
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#2 jungwolfAnonym
  • 13.02.2011, 16:33h
  • Wie war das noch? Wenn in Saudi-Arabien die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet wird, dann wird auch die deutsche Regierung "mal überlegen"...
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#3 FloAnonym
  • 13.02.2011, 16:36h
  • Wenn wirklich der Unterschied zwischen civil partnership und Ehe wegfallen würde und es nur noch eine Ehe für alle gäbe, wäre das ein großer Fortschritt für Großbritannien!!

    Damit würde GB im 21. Jahrhundert ankommen und es Staaten wie Belgien, den Niederlanden, Spanien, Kanada, etc. gleichtun.

    Jetzt heißt es Daumen drücken, dass das ohne Abstriche klappt! Für unsere britischen Brüder und Schwestern, aber für uns, denn je mehr Staaten die Ehe erfolgreich öffnen, umso mehr gehen den Homohassern wie unserer schwarz-gelben Bundesregierung die Argumente aus, warum man uns weiter diskriminieren muss.
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#4 no lords neededAnonym
  • 13.02.2011, 17:14h
  • gleiche rechte für alle, logisch.

    kirchlich heiraten?

    welcher halbwegs freie, aufgeklärte mensch im 21. jahrhundert braucht und will das?
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#5 zeitAnonym
  • 13.02.2011, 17:18h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • "Dort stellt sich die Koalition aus Konservativen (Tories) und den Liberaldemokraten nicht so dilettantisch an!"
    Dann schau Dir mal die Umfrage der Liberalen an, die sind von 23% auf unter 10% abgestürzt. Ihre Handschrift war bisher wenig bis gar nicht zu erkennen (vor allem die Erhöhung der nachgelagerten Studiengebühren dürfte sie massiv geschwächt haben).
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#6 Julek89
  • 13.02.2011, 18:19h
  • Naja, also, auch "schon" heute hat unsere "Regierung" keine wirklichen Argumente für die bestehende Diskriminierung...
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#7 SebiAnonym
  • 13.02.2011, 18:20h
  • Antwort auf #4 von no lords needed
  • Ich selbst brauche auch keine kirchliche Hochzeit.

    Aber ich fände es schon cool, wenn man die Kirche zwingen würde, auch Homopaare zu heiraten... Deren Gesichter würde ich gerne sehen.

    Man könnte das z.B. wenn man beim AGG den Kirchen keine Ausnahmen zubilligen würde. Ein Antidiskriminierungs-Gesetz, das bestimmten Gruppen explizit Diskriminierung erlaubt, führt sich natürlich selbst ad absurdum. Aber Union und FDP weigern sich ja vehement gegen ein echtes Antidiskriminierungs-Gesetz ohne Ausnahmen, das seinen Namen auch verdient.
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#8 jojoAnonym
  • 13.02.2011, 19:33h
  • die öffnung der ehe in GB wäre natürlich prima. ich möchte zwar selber nicht heiraten, aber ich denke doch, dass von einer _echten_ juristischen gleichstellung alle schwulen und lesben indirekt profitieren würden. es wäre ein wichtiges gesellschaftliches signal, das sich von dem aktuellen "ein bisschen gleichheit" deutlich unterscheiden würde. derzeit erleben wir ja, wie bei jedem weiteren trippelschrittchen die homophobe front wieder ihre hirnrissigen scheinargumente unters volk jubelt. damit wär's dann endlich mal finito.

    was mir bauchgrimmen verursacht, ist, dass hier wieder mal einer glaubensgemeinschaft erlaubt wird, sich in zivilrechtliche angelegenheiten direkt einzumischen. wie kann man nur religiösen funktionären zivilrechtliche aufgaben übertragen?

    ich erinnere mich dunkel, dass die schwedische kirche damals vor die wahl gestellt wurde, entweder alle homopaare ohne zu mucken ebenfalls zu verheiraten oder insgesamt das recht zu verlieren, überhaupt rechtlich bindende trauungen durchzuführen. sie hat sich für die homotrauung entschieden.

    die andere variante wäre mir persönlich lieber gewesen, und das wäre sie auch in großbritannien. ich hoffe, die lassen sich nicht darauf ein, dass die anglikanische kirche selber entscheiden darf, wen sie traut und wen nicht!

    zumindest dieses problem haben wir in deutschland zum glück nicht...
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#9 eMANcipation*Anonym
  • 13.02.2011, 20:10h
  • Antwort auf #8 von jojo
  • Immerhin führen uns diese Vorgänge vor Augen, welch reaktionärem Konstrukt des Zusammenlebens wir hinterrennen, wenn sich unsere Forderung nach "Gleichberechtigung" in erster Linie auf die "Ehe" richtet.

    In Wahrheit muss es darum gehen, ALLE Formen des Zusammenlebens, alle Formen von Familie - also dort, wo Menschen für einander da sind - "gleichzustellen". Hinsichtlich steuerlicher Vergünstigen bedeutet das insbesondere und so schnell wie möglich: dort, wo Kinder sind! Und zwar völlig egal, in welcher Konstellation!
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#10 anonymusAnonym
  • 13.02.2011, 22:18h
  • "Die neue Koalitionsregierung aus Liberaldemokraten und den bisher homophoben Konservativen hatte bereits am Freitag Pläne vorgestellt, wonach Personen beantragen können, dass ihre Verurteilungen wegen homosexueller Handlungen aus früheren Zeiten gelöscht werden können. (nb)"

    Warum müssen diese Personen die Löschung ihrer Verurteilungen erst beantragen???
    Das sollte automatisch gemacht werden!
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