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Polizisten gingen mit Schutzausrüstung gegen die schwul-lesbischen Aktivisten vor

Mit Härte haben die Behörden in Lima am Freitag ein Kiss-in von zirka 20 Homo-Aktivisten vor der Kathedrale aufgelöst - Staatspräsident Alan García verurteilte die Polizeigewalt als "übertrieben" und "illegal".

Bei dem von der Organisation Movimento Homosexual de Lima (MHOL) organisierten Kiss-in wurde mindestens eine Frau durch Knüppel-Schläge auf den Kopf verletzt. Die Wunde musste mit zehn Stichen genäht werden. In Filmaufnahmen ist zu sehen, wie die Polizisten auf die Demonstranten einschlagen und diese gezielt verfolgen. Die Aktivisten riefen dabei Parolen wie: "Schwul sein ist nicht verboten" und "Ich bin kein Krimineller, weil ich schwul bin".

Homo-Gruppen haben in Peru anlässlich der Anfang April stattfindenden Präsidentschaftswahlen wiederholt mit kleinen Kiss-ins gegen Diskriminierung und Homophobie demonstriert. Die nicht angemeldeten Veranstaltungen liefen stets ohne Zwischenfälle ab. Die Homo-Aktivisten fordern vom neuen Präsidenten, die Einführung von eingetragenen Partnerschaften voranzutreiben. Der derzeit in Umfragen mit rund 27 Prozent führende Kandidat Alejandro Toledo unterstützt diese Forderung, wird aber insbesondere von der katholischen Kirche dafür scharf kritisiert.

Youtube | Ein Video hält die Polizeibrutalität fest (Spanisch mit englischen Untertiteln)

Katholische Kirche im Wahlkampf gegen Homo-Rechte

Die Demonstranten wählten bewusst die Kathedrale von Lima als Ort für ihr Kiss-in aus, da die Kirche den Gläubigen empfiehlt, keine homofreundlichen Kandidaten zu wählen. So erklärte Bischof Luis Bambarén, dass niemand "den Plan Gottes" ändern und Homosexuellen gleiche Rechte geben könne. Schwule bezeichnete der Geistliche abwertend als "Schwuchteln" (queer.de berichtete).

Der scheidende Präsident Alan García hat die Polizeigewalt am Montag als unverhältnismäßig kritisiert und eine Untersuchung angekündigt. Menschen dürften nicht niedergeküppelt werden, nur weil sie in der Öffentlichkeit Zuneigung zeigten, erklärte ein Sprecher des Präsidenten. Mehrere Demonstranten haben zudem Anzeige gegen die verantwortlichen Polizeibeamten erstattet.

Homosexualität ist in Peru zwar seit 1924 legal, gilt in der Macho-Kultur des Landes jedoch als Tabuthema. Zuletzt versuchte Innenministerin Mercedes Cabanillas 2009, mit einem Homo-Verbot bei der Polizei Stimmung gegen Schwule und Lesben zu machen (queer.de berichtete). Der oberste Gerichtshof des Landes erklärte das Ansinnen für verfassungswidrig.

Mehrheitlich sprechen sich die Peruaner gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben aus: So lehnen nach einer Umfrage des Meinungsfoschungsinstituts CPI vom August 2010 knapp 72 Prozent der Peruaner die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ab, nur 21 Prozent sind für eine Gleichstellung. Einer weiteren Befragung vom Januar 2011 zufolge sind auch 70 Prozent der Peruaner gegen die Einführung von eingetragenen Partnerschaften. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.02.2011, 16:10h
  • Ein Kiss-In in einer Limaer Kathedrale! Wann ist es in Deutschlands Katholenkirchen soweit?
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#2 FloAnonym
  • 15.02.2011, 16:30h
  • Nur weil Menschen sich küssen schreitet die Polizei ein. Rollen demnächst Panzer, wenn Kinder Blumen pflücken?

    Was für ein armseliges Land...
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#3 vingtans
  • 15.02.2011, 17:09h
  • pfff...peru!

    wär ich peruaner würd ich schwupps rübermachen in andere südamerikanische länder wie argentinien, die meisten sind was homorechten angeht ziemlich gut dabei.

    wer braucht schon kackperu? die anderen länder haben eine sehr ähnliche kultur, die gleiche sprache, die selbe mentalität,

    nur eben homofreundlicher.
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#4 alexander
  • 15.02.2011, 17:20h
  • wenn man davon ausgeht, dass homosex seit 1924 erlaubt ist, stellt sich die frage, wer in der sehr
    gläubigen bevölkerung die homophobe einstellung zu verantworten hat ???
    wir brauchen nicht zu raten !
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#6 FloAnonym
  • 16.02.2011, 08:47h
  • Antwort auf #4 von alexander
  • Ja, die Kirche und die (erzkonservative) Politik.

    Das Schlimme ist, die schaffen ein homophobes Klima mit ihrer Hetze, waschen dann aber ihre Hände in Unschuld und behaupten, sie hätten nichts gegen uns oder würden "Mitleid" mit uns empfinden (das sagt die Kirche gerne).

    Dass aber sie die Täter der Worte sind, die mit ihrer Hetze erst ein homophobes Klima schaffen, sagen sie dabei nicht.
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#7 alexander
  • 16.02.2011, 09:17h
  • Antwort auf #6 von Flo
  • so ist es. und die hetze funktioniert nicht nur in peru !!!
    menschen, die die religion als krücke benötigen um mit sich selbst klarzukommen und die eigenverantwortung an der kirchenpforte abgeben wollen, gibt es überall !
    und es ist bequem !
    wenn man sich dann bei prozessionen noch selbst geiselt, ist man besonders "fromm" und fast schon märtyrer !
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#8 HaTiAnonym
  • 15.02.2012, 12:43h
  • Antwort auf #3 von vingtans
  • Du vielleicht, aber das dürfte nicht jedem so leicht fallen. Man ist doch durch möglicherweise durch Freunde, Familie, Heimatgefühle usw. gebunden. Zudem muss man Reise und , bis man einen neuen Job gefunden hat, Aufenthalt im neuen Land auch erstmal finanzieren können, ganz zu schweigen davon, überhaupt erstmal ein dauerhaftes Visum zu bekommen. Von homosexuellen Jugendlichen, die keinesfalls mal eben "rübermachen" können, gar nicht zu reden...
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