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Phantasievoller Protest gegen den Papstbesuch 2008 in Sydney (Bild: William Carr)

Kirchenkritische Organisationen gründeten in Berlin ein "Bündnis zum Papstbesuch" - der Verleger Bruno Gmünder spendiert die Koordinatorenstelle.

Von Carsten Weidemann

In Berlin wurde ein kirchenkritisches "Bündnis zum Papstbesuch" aus der Taufe gehoben. In den Räumlichkeiten des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) trafen sich am Donnerstagabend Vertreter von über 20 Organisationen, die zum Thema sexuelle Selbstbestimmung arbeiten. Hierzu gehören sowohl lesbisch-schwule als auch mehrheitlich heterosexuell geprägte Organisationen.

Der LSVD hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres die Einladung des Papstes als Redner im Bundestag scharf kritisiert. Sprecher Manfred Bruns erklärte damals, dass die deutschen Parlamentarier einen Kniefall vor einem Religionsführer machten, "der keinen Zweifel daran lässt, dass er wesentliche Grundlagen unserer Verfassungsordnung wie Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot ablehnt" (queer.de berichtete). Der Lesben- und Schwulenverband regte u.a. an, der Papst solle das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen besuchen.

Teilzeitstelle für Bündniskoordination ausgeschrieben


In London kamen letztes Jahr rund 20.000 Menschen zur Anti-Papst-Demo (Bild: Emily Bennett 1979 / flickr / by-nd 2.0)

Vor und während des Besuches von Papst Benedikt XVI. in der Hauptstadt plant das neue Bündnis mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen. Die Koordination der Aktivitäten übernimmt der LSVD. Der Buchverleger Bruno Gmünder erklärte sich bereit, eine Teilzeitstelle für die Koordinierung des Bündnisses zu finanzieren. Kampagnenerfahrene Aktivisten, die Kenntnisse zur Thematik "Katholische Kirche und Sexualität" haben, können sich per Email an joerg.steinert@lsvd.de bewerben. Dort können sich auch weitere Unterstützer melden - willkommen sind Organisationen wie Privatpersonen.

Der Protest soll eine Gratwanderung werden. LSVD-Sprecher Günter Dworek wandte sich bei dem Treffen laut einem Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur KNA "gegen Aktionen, die religiöse Gefühle verletzen". Das Kirchenvolk solle nicht vergrätzt" werden, sagte der Referent für Antidiskriminierungspolitik in der grünen Bundestagsfraktion.

Papst Benedikt XVI. wird vom 22. bis 25. September 2011 zum ersten Staatsbesuch in seiner Heimat erwartet. In Berlin ist neben dem Auftritt im Deutschen Bundestag u.a. ein Gottesdienst unter freiem Himmel geplant.



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#1 bastapapsta
  • 19.02.2011, 12:50h
  • " In Berlin ist neben dem Auftritt im Deutschen Bundestag u.a. ein Gottesdienst unter freiem Himmel geplant."

    Und genau diese Idee kam von Klaus Wowereit. Daher wäre Wowereit, wäre ich Berliner nicht wählbar.
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#2 MarekAnonym
  • 19.02.2011, 12:56h
  • 1. Ich hoffe, wir bekommen einen ähnlich starken und zahlreichen Protest hin, wie in Sydney und London.

    2. Ich finde es schön, dass sich auch Heteros daran beteiligen wollen.

    3. Wenn ein Kirchenführer, der das deutsche Grundgesetz ablehnt, vor dem demokratischen Bundestag reden soll, muss eigentlich jeder aufrichtige Demokrat aufstehen und seinen Protest artikulieren.

    4. "LSVD-Sprecher Günter Dworek wandte sich bei dem Treffen laut einem Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur KNA "gegen Aktionen, die religiöse Gefühle verletzen"."

    Wieso? Die Katholen verletzen doch auch unsere Gefühle, hetzten gegen uns, liefern Gewalttäter die Rechtfertigung, etc.!! Teilweise sprechen die uns sogar unser Recht auf Leben ab.

    Unser Protest MUSS genauso scharf werden, wie der in London und Sydney, absonsten ist er wirkungslos und wir können es gleich bleiben lassen.
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 herve64Profil
  • 19.02.2011, 13:31hMünchen
  • Antwort auf #2 von Marek
  • "Unser Protest MUSS genauso scharf werden, wie der in London und Sydney, absonsten ist er wirkungslos und wir können es gleich bleiben lassen.":

    Ich würde eher mal sagen, unser Protest muss schlagkräftige, hieb- und stichfeste Argumente auffahren, gegen die niemand etwas sagen kann ohne sich selbst lächerlich zu machen. Und vor allen Dingen muss er lautstark sein und ein möglichst großes Echo hervor rufen.

    Was Günter Dworek sagt, ist so verkehrt nun nicht, wenn man mal genauer darüber nachdenkt: erstens mal sollten wir uns nicht auf das gleiche niederträchtige Niveau wie die Fundamental-Katholiken stellen, denn in dieser Hinsicht stecken sie uns (leider) in die Tasche, zweitens mal ist es eine Herausforderung, sie in gehobenerem Stil herunter zu putzen, und drittens gilt es, sie als Hassprediger zu entlarven und bloßzustellen, die ihren eigenen Maximen bzw. den Grundsätzen ihrer eigenen Religion zuwider laufen und dieser somit Hohn sprechen, und das kann man nicht mit den gleichen Mitteln erreichen, dazu bedarf es einer überlegeneren Strategie.

    Man muss sie zwar mit ihren eigenen Waffen schlagen, aber ohne ihre Primitivität zu benutzen.
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#5 BurgerBerlinProfil
  • 19.02.2011, 14:09hBerlin
  • "Gott" was für eine verlogene Initiative. Wo sind die Proteste gegen islamistische Regime, die ab und an Staatsvertreter nach Deutschland schicken. Oder wo sind die Proteste vor Moscheen oder gegen die Prediger dieser Religion.
    Dazu ein Bürgermeister, der sicherlich den roten Teppich für den Papst mit ausrollt und seine Fratze lächelnd in jede bereitstehende Kamera hält. Hier wird ein Popanz aufgebaut - der sicherlich auch nicht jede Meinung in der schwulen Community widerspiegelt. Es gibt auch zu genüge Menschen, die dieser Kirche in Form von Steuern eine Existenz bezahlen, dazu gehört auch eine große Anzahl von Lesben und Schwulen.
    Hinzu kommt die nette Publicity für Herrn Bruno Gmünder und den gleichnamigen Verlag. Da ist die Sponsorpräsenz und die Bereitstellung einer Teilzeitkraft günstiger, als die Kosten für klassische Werbung.
    Die schwule Community in Berlin wird sich mit so was sicherlich keinen Gefallen tun - auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Stadt auch von Menschen besucht wird, die in Sachen Glauben eine andere Meinung haben - auch von Lesben und Schwulen.
    Vermutlich werden sich auch wieder gewisse politische Parteien ganz eifrig mit dem Thema befassen und dabei auch ihre oft linken Weltverbesserungstheorien zum besten geben. Vielleicht sollte man mal überlegen, ob es nicht wichtigere Dinge auf dieser Welt gibt.
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#6 FloAnonym
  • 19.02.2011, 14:42h
  • Wenn die deutsche Politik gesammelt vor diesem verfassungsfeindlichen Hassprediger einknickt und er sogar seine grundgesetzfeindliche Propaganda vor dem Deutschen Bundestag verbreiten darf, kann man in Deutschland nicht mehr von einer echten Demokratie sprechen, da die Trennung zwischen Staat und Kirche nicht mehr gegeben ist.

    Dann kann ich nur hoffen, dass möglichst viele Leute möglichst laut und phantasievoll ihre Meinung kundtun. Und dass Benedetta hier keine ruhige Minute mit ihrem Tross verlebt!!

    Ich hoffe, unser Protest stellt den in Barcelona, in London und in Sydney sogar noch in den Schatten...

    Jetzt kommt es für jeden drauf an:
    wollen wir tatenlos zusehen, wie Deutschland endgültig ins Mittelalter zurückmarschiert oder wollen wir für ein modernes offenes Deutschland einstehen und unsere gleichen Rechte endgültig einfordern!!!!!
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#8 Bavaria GayAnonym
  • 19.02.2011, 15:57h
  • Hier geht es um nicht weniger, als um unser aller Zukunft!!

    Dafür fahre ich sogar extra von Bayern nach Berlin. Nicht nur als Schwuler, sondern auch als Demokrat!!

    Ich will morgens noch in den Spiegel sehen können und mir nicht in ein paar Jahren vorwerfen müssen, ich hätte damals weggesehen, als man noch was ändern konnte.
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#9 vecchio stileAnonym
#10 alexander
  • 19.02.2011, 16:46h
  • Antwort auf #5 von BurgerBerlin
  • kannst du dich selbst eigentlich leiden ?
    du scheinst gegen alles und jeden vorbehalte zu haben ?
    hier geht es nicht nur um homorechte, sondern um demokratie ! überhaupt nicht vergleichbar mit irgendwelchen staatsoberhäuptern, egal welcher coleur oder glaubens !
    um es mal überspitzt zu formulieren :
    dieser "religionsdespot" würde am liebsten die ganze welt "unterjochen" !
    aber in diesem falle geht es in erster linie um europäische interessen und die tatsache, dass es eine trennung zwischen staat und kirche in den staaten der EU gesetzlich gibt !

    aber das führt alles zu weit, den interessierten sind diese fakten geläufig.

    aber es gibt leutchen, die sehr laut schreien würden, wenn ihre kläglichen rechte, von neuem beschnitten würden, oder schlimmeres wieder "in mode" kommen würde !!!
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