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Lange stand es still das Personalkarussell in der Redaktion des schwulen Magazins MÄNNER. Der im Berliner Bruno Gmünder Verlag stehende Chefredakteurs-Sessel gilt als Schleudersitz. Eine ganze Weile hat Peter Rehberg darauf sitzen können, der Nachfolger Kevin Clarke nahm im Februar Platz. Ein erfahrener Mann, der bereits für den Tagesspiegel, die BUNTE und den deutschen Playboy gearbeitet hat. Neue Chefredakteure setzen gern ihre eigenen Duftmarken. Clarke hat diese Möglichkeit voll ausgeschöpft und vieles im Heft umgebaut, wenn auch mit einer merkwürdigen Positionierung. MÄNNER solle "mehr in der Mitte der Gesellschaft ankommen, optisch und inhaltlich", verkündet er im Editorial.

Die berühmt-berüchtigte Mitte! Ist ja eigentlich der Ort, von dem aus man gleich gut nach links oder rechts schauen kann. Im neuen Heft trifft man aber überraschend auf BILD-Volksbibelverkäufer Kai Diekmann und WELT-Redakteur Tilman Krause. Aber vielleicht war mit "Mitte" ja auch nur die Haltestelle Berlin-Mitte gemeint? Kevin Clarke: "Eine Zeitschrift für Schwule sollte nicht aussehen, wie ein Nischenprodukt, das man sich nicht traut, im Zug neben einem Hetero-Nachbarn zu lesen. Vielmehr sollte der Hetero neugierig in die MÄNNER gucken und auch sagen können: Wow, das sind ja spannende Themen und tolle Fotos!"

Mit der bisherigen MÄNNER brauchte eigentlich niemand Schamgefühle im Zug entwickeln, und 'Wow, das sind ja spannende Themen und tolle Fotos' hat in der Vergangenheit glücklicherweise niemand zu mir gesagt. Das lag nicht daran, dass es diese spannenden Themen nicht gegeben hat, ganz im Gegenteil. Man konnte sich gewiss sein, dass die Storys Qualität hatten. Doch tatsächlich ist es bei Magazinen so: Das Design bestimmt das Bewusstsein. Das neue Layout, das der Farbe und dem Spiel mit Typographie wieder mehr Raum gibt, liefert eine Menge Punkte, mit neuer Lust in die Texte und Themen einzusteigen.

Der Ex-Playboy-Mitarbeiter hat mit seinem ersten Heft für Überraschungen gesorgt, schön so. Ob er sich in der Mitte der Gesellschaft oder anderswo wohlfühlt, ist eigentlich nebensächlich. Wichtig ist, dass die Leser goutieren, was Kevin Clarke künftig auf seinem Chefredakteurs-Sessel für sie zusammenstellt.



#1 Anti-SpringerAnonym
  • 22.02.2011, 08:56h
  • Ob so etwas in Deutschland überhaupt funktionieren kann?

    Mit 'so etwas' meine ich z.B. die US-Hochglanzmagazine für schwule Männer "Mandate" und "Advokate", die in den Staaten durchaus relevante Themen kontrovers diskutieren lassen und Lobby-Arbeit für Schwule machen.

    Ich, der mit so peinlichen Blättern, wie "him" und "Du und ich" aufgewachsen bin, bezweifle (leider), dass es in unserem Land funktionieren kann, Sex/Erotik und anspruchsvolle Texte (wie einst beim "Playboy" vorgemacht) im schwul- (lesbischen?) Bereich zu mischen und zu etablieren.

    Der Spagat, nicht so pornografisch, dass der "Jugendschutz" greift und nicht so "zensiert", dass es zur "Bunten" für Schwule wird, scheint mir äußerst schwierig zu sein. Im TV-Bereich hat "Timm" ja wohl eindrucksvoll bewiesen, dass Deutschen da die Erfahrungen der US-Kollegen genauso fehlen, wie der Mut und die (finanziellen) Mittel, um anfängliche Durststrecken durchzustehen.

    Wenn neben Diekmann demnächst auch noch Wagner und andere "Knallchargen" bei "Männer" schreiben sollten, wird das wohl eher abtörnend, als kauffördernd wirken.
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#2 Leonardo D.Anonym
  • 22.02.2011, 09:39h
  • Ich war viele Jahre Leser von MÄNNER (vormals Männer aktuell) und musste in den vergangenen Jahren feststellen, das sich MÄNNER aus dem Hause Bruno Gmünder immer mehr zum Hochglanz - Lifestyle Magazin für mich im negativen entwickelt und verschnörkelt hat !!

    Zielgruppe: jung, schwul ... !?

    Viele Chefredakteure haben sich in den letzten Jahren dran "versucht" !! Haben am Layout herumgebastelt, und sogar auch ein paar Ausgaben auf Recyclingpapier gedruckt :-)

    Für derzeit 7,95€ vollgepackt mit Reklame ... und es wird (leider) immer mehr, bleibt es bei mir im Laden (Sexshop) immer häufiger (ungekauft) im Regal liegen ...

    Man(n) könnte auch die MENS HEALTH lesen, und würde den Unterschied wahrscheinlich nicht sofort bemerken !! :-)
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#3 guidoAnonym
  • 22.02.2011, 09:54h
  • Und das Tollste: In der Titelstory "Die 10 MÄCHTIGSTEN Schwulen aus Deutschland" dieses inzwischen 175 x "relaunchten" Qualitätsmediums erklärt sich der Verleger von "M-Männer", Bruno Gmünder, nicht nur selbst zu einem der 10 MÄCHTIGSTEN Schwulen unserer Republik, sondern stellt sich ungeniert auf eine Stufe gleich neben Karl Lagerfeld und Regisseur Roland Emmerich.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 22.02.2011, 10:08h
  • Dann leitet jetzt also eine Hete bei Gmünder das MÄNNER-Magazin? Ich kann mir beim Playboy gar keinen schwulen Mitarbeiter vorstellen!
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#5 Karl T. v. RavenAnonym
  • 22.02.2011, 12:57h
  • Also, ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung worum es hier eigentlich geht. Ich kenne all diese Namen nicht und es erscheint mir höchst merkwürdig. Als ob diese alten Herren 8 Euro für ein Heftchen ausgeben würden, das keine Wichsvorlage ist. Aber wenn es denn eine ist, wird sich wohl kaum ein Hetero im Zug daneben setzen und mitmachen wollen. Was für ein Blödsinn.

    Die Herrenmagazine werden wohl mit dem demografischen Faktor gemäß langsam aber sicher den Weg allen irdischen nehmen. Selbst mein Vater liest schon seit Jahren keine normale Zeitung mehr, und der ist immerhin auch schon 50.
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#6 Frankyboy
#7 I.Ramos GarciaAnonym
  • 22.02.2011, 18:25h
  • es scheint hier, dass auf diesem neuen Magazin werden Bettreffe ausgestellt, die eine besondere, spezielle Verschiedenheit zwischen Homo & Heteromaenner klarmacht, wenn die einzige Verschiedenheit zwischen beiden ist, dass die Ersten Sex mit anderen Maenner vorlieben & andere Maenner liebhaben & liebhaben wollen
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#8 PrignitzerEhemaliges Profil
  • 23.02.2011, 01:45h
  • MÄNNER war überflüssig seit je, und MÄNNER wird auch in Zukunft überflüssig bleiben. Was war denn und was ist denn dran an diesen Hochglanzseiten? Welcher Beitrag dieses Magazins hat uns je weitergebracht, was unsere gesellschaftliche Akzeptanz oder unser Selbstwertgefühl befördert hätte? Aus meiner Sicht so gut wie keiner! Lasst MÄNNER gehen und stehen... irgendwann stirbt dies NICHTS an Publikation von allein, geht ein. Ich sehe nur, dass MÄNNER keinen nennenwerten Schaden anrichtet, also soll dies Magazin bleiben, bis es nicht mehr lohnt, dass man es auf den schwulen Markt wirft. Was dauern kann; Schwule sind Durchschnittsmenschen, Und so und so viele lesen BILD, warum also nicht MÄNNER? Der Erkenntnisgewinn ist da wie dort gleich NULL.
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#9 seb1983
  • 23.02.2011, 13:52h
  • Antwort auf #2 von Leonardo D.
  • Nach dem interessieren durchwühlen eines Stapels "Männer" bei einem Freund war meine Meinung: Die meisten Leute um die es geht kenne ich nicht, bei denen die man kennt gibts es besseres in Spiegel und Co, zu lesen, es ist verdammt viel Werbung drin, nette Bildchen ja, aber dafür 8€!!!!! ??
    Bei dem Vergleich muss man die Mens Health ja fast schon in Schutz nehmen, die ist zwar auch so hochglänzend, aber da steckt für 4,30€ immerhin ein Hauch Information drin die Männer interessiert, auch wenns irgendwo die Bild der Frau für den Mann ist

    Solche Zeitschriften werden es schwer haben, denn immer weniger Schwule sind bereit für unterdurchschnittliche Qualität überdurchschnittliche Preise zu zahlen, nur weil irgendwo was von schwul draufsteht.
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#10 Leonrado D.Anonym