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In "Milk" spielte James Franco (li.) den Freund des schwulen Aktivisten Harvey Milk

Hollywood-Schnittchen James Franco schreibt am 27. Februar vielleicht Geschichte. Der Schauspieler könnte als erster Moderator einer Oscar-Verleihung selbst mit einem Preis nach Hause gehen. Nominiert ist er für "127 Hours", in der er sich als eingeklemmter Bergsteiger selbst den Arm amputiert, um zu überleben.

Auch sonst ist James Franco für Überraschungen gut. Sein Position ist dank Blockbuster wie "Spiderman" oder Rollen des romantischen Liebhabers ("Eat Pray Love") gefestigt. Daneben spielt er immer wieder schwule Charaktere wie in "Milk" oder "Howl", arbeitet an seinem Doktortitel in Filmwissenschaften oder produziert sich als bildender Künstler mit Hang zu queeren Themen. Vergangenes Jahr gewann er den Teddy Award mit dem schwulen Kurzfilm "The Feast of Stephen". In Berlin läuft derzeit seine Kunstausstellung, in der sich Captain Kirk belauschen lässt, wie er handgreiflich Körper und Sexualität seines Kollegen Spock erforscht.

Wir trafen den 32jährigen Kalifornier und sprachen mit ihm über seine Außenseiterchancen beim Oscar, den Splattermoment in "127 Hours" und warum er auffällig viele homosexuelle Charaktere spielt.

Interview: Peter Fuchs

Beenden Sie die Moderation, sollten Sie gewinnen?

James Franco: (lächelt) Nein, dann stelle ich die Statue einfach zur Seite und bin weiterhin Gastgeber.

Alle Welt nimmt an, dass Colin Firth für "The King's Speech" den Oscar gewinnt. Wie fühlen Sie sich dabei?

Ich frage Sie jetzt nicht, aber Sie glauben sicher auch, dass Colin den Preis mit nach Hause nimmt. Das ist eine sehr gute Ausgangssituation. Das Moderieren gibt mir einen Grund bei der Verleihung anwesend zu sein, aber ich muss nicht nur da sitzen und zuschauen, wie Colin einen weiteren Preis einheimst. Ich bin froh, dass mich die Aufgaben des Moderators von der Nominierung ablenken.


In "Howl" war Franco (re.) als schwuler Dichter Allen Ginsberg zu sehen

Der Film "127 Hours" nach einer wahren Geschichte ist ein riskantes Projekt, weil das Publikum weiß, wie die Geschichte endet. Wie versuchten Sie, nicht langweilig zu sein?

Das Publikum sieht einen Typ auf der Leinwand, den ein Felsblock fest hält. Und plötzlich wird auch das Publikum von einem Felsblock fest gehalten. Es weiß, dass dieser Mann am Ende seine Hand abschneiden wird. Das Publikum hat Angst vor diesem Moment, auch bei den leichten Szenen, die mitunter sogar komisch sind. Manchmal ist es sogar rührend, weil das Publikum weiß, wie die Geschichte ausgeht. Zu wissen wie es endet, langweilt also nicht, sondern intensiviert die Erfahrung.

Dann schließen viele die Augen, weil dieser Splatter-Moment zu sehen ist.

In Horrorfilmen baut man kaum emotionale Bindungen zu den Charakteren auf. Bis es bei uns zu dieser heftigen Szene kommt, kennt der Zuschauer die Figur bereits sehr gut und leidet mit ihr mit. Ich bin sogar überzeugt, dass viele den Helden anfeuern, das Unmögliche zu versuchen und sich die Hand zu amputieren. Alle wissen, dass er nur so überleben kann.


Zur Abwechslung mal eine Hetero-Rolle: James Franco als Bergsteiger im aktuellen Kinofilm "127 Hours"

Derzeit stellen Sie Kunstwerke in Berlin aus. Ist Ihnen Hollywood zu eng?

Ich bin für meine Schauspielkarriere sehr dankbar, aber Hollywood ist nicht genug. In der Kunstwelt ist es üblich, dass bildende Künstler verschiedene Medien ausprobieren. Da dreht ein Maler schon einmal ein Video oder ein Bildhauer liefert eine Performance. Im Filmgeschäft sind solche Crossovers eher ungewöhnlich. Mit meiner Ausstellung finde ich aber die passenden Medien für unterschiedliche Themen. Für mich ist spannend, wie der Inhalt durch die Form moduliert wird.

Die Betrachter sehen interessiert, wie Ihnen in einer Video-Installation ein Penis aus der Stirn hängt.

"Dicknose in Paris" ist eine Figur, die ich erfunden habe. Er ist ein wenig unsicher, weil er diesen Penis im Gesicht trägt und damit klar kommen muss.

Auch in Hollywood agieren Sie ungewöhnlich und spielen auffällig viele homosexuelle Charaktere. Was finden Sie daran sexy?

Ich spielte in "Milk" an der Seite von Sean Penn, einem Lieblingsschauspieler von mir. Dann die schwulen Dichter in "Howl" und "Broken Tower". Beide schwulen Künstler sind wichtig für mich. Deshalb hatte ich alle Gründe der Welt, diese Rollen zu spielen.

Viele Kollegen spielen ungern schwule Rollen...

Mir ist es egal. Es waren einfach gute Rollen. Und vor was sollte ich Angst haben? Dass die Leuten glauben, ich sei schwul?



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 MarkAnonym
#3 FloAnonym
  • 22.02.2011, 18:17h
  • Ein toller Schauspieler und Künstler, der absolut richtig mit dem Thema Homosexualität umgeht.

    Er hat auf jeden Fall den Oscar verdient. Wobei Colin Firth ihn auch absolut verdient hat. Colin Firth hätte ihn auch schon für seine Darbietung im schwulen Drama "A Single Man" verdient.
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