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Vielleicht fehlt noch ein "M" für mutig

Eine Vereinigung von Schwulen und Lesben aus Botswana hat beim Verfassungsgericht des südafrikanischen Staates eine Klage eingereicht, die dazu führen soll, dass ein Gesetz aufgehoben wird, das gleichgeschlechtlichen Sex unter Strafe stellt.

In Botswana kann Sex zwischen zwei Männern und zwischen zwei Frauen mit bis zu sieben Jahren Gefängnis belegt werden, auch wenn entsprechende Prozesse eher selten sind. Die Organisation "Lesbians, Gays and Bisexuals of Botswana" (LEGABIBO) hält den entsprechenden Paragraphen des Strafgesetzes für verfassungswidrig. Die Gruppe, die keinen offiziellen Status hat und dadurch nicht steuerbegünstigt ist, will auf Dauer auch Rechte für schwul-lesbische Paare und Antidiskriminierungsregelungen erwirken.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA stellte Caine Youngman seine Klage sogar Medienvertetern öffentlich vor. In der Schrift heißt es, das Gesetz reguliere das Recht auf Privatleben ohne Sinn und Wert. Einvernehmlicher, gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Erwachsenen schade niemandem.

Auch wenn Homosexualität in der Realität kaum verfolgt wird, sind Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit Botswanas noch immer geächtet. Erst vor wenigen Tagen hatte der Vizepräsident des Parlamentes bei einer Aids-Konferent erklärt, er werde Schwule in seinem Land "nie akzeptieren" und nicht in die HIV-Präventionsarbeit mit einbeziehen (queer.de berichtete). "Ich stimme mit (Simbabwes Präsident) Mugabe überein, der dieses Verhalten als das von westlichen Hunden beschreibt", sagte Pono Moatlhodi. "Ich mag diese schwulen Leute nicht und werde sie niemals tolerieren. Sie sind dämonisch und böse."

Die Republik Botswana, im offiziellen Deutsch Botsuana geschrieben und ein ehemaliges Protektorat Großbritanniens, hat rund 2 Millionen Einwohner und ist recht fortschrittlich: Das Mehrparteiensystem hat eine sehr niedrige Korruptionsrate, gebietet eine freie Meinungsäußerung und Menschenrechtsverletzungen sind eine Ausnahme. Es gibt allerdings eine selten angewandte Todesstrafe und Kinderarbeit. Die Bevölkerung ist überwiegend christlich geprägt. (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.02.2011, 15:33h
  • Die Gruppe wird es nicht einfach haben. Es gilt in Botswana aber nicht nur die Homophobie, sondern auch die Kinderarbeit zu bekämpfen!
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#2 der marabuAnonym
  • 24.02.2011, 16:06h
  • "Sie sind dämonisch und böse."

    Dämonen gibt es nicht nur bei den Christen.

    Im orthodoxen Islam beispielsweise ist das Ritual des Exorzismus, des Hinausbeschwörens von Geistern und Dämonen aus Menschen, Tieren, Gegenständen oder Orten weitgehend unbekannt.

    Eine Ausnahme bilden hier allerdings die nordafrikanischen Länder wie Tunesien, Algerien, Marokko, Libyen und Mauretanien, in denen sich u. a. aufgrund ihrer teilweise gemeinsamen Geschichte und ihrer Beeinflussung durch das frühe Christentum Rituale entwickelten, Dämonen auszutreiben oder deren Einfluss auf den Menschen zumindest einzudämmen.

    Marabu (gelehrter Mönch)
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#3 GeorgFalkenhagenProfil
#4 Timm JohannesAnonym
  • 24.02.2011, 18:00h
  • Botswana...ein Land, das den meisten Deutschen unbekannt sein dürfte und wo erst einmal auf die Landkarte geschaut werden muß.

    Es ist schon äußert extrem, wie da zwei sehr verschiedene Länder aneinandergrenzen, denn im Nachbarland Südafrika ist sogar verfassungsgerichtlich abgesichert die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet worden.
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#5 schwulenaktivist
  • 24.02.2011, 21:54h
  • Ich finde es grotesk, dass international der Sex mit Kindern und die Kinderprostiution auf der obersten Prioritätenliste stehen, aber die Kinderarbeit offenbar zuunterst!
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