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Von den diskreten Anfängen in den späten Sechzigern bis zum Pay-per-Minute-Porno war es ein weiter Weg

Kevin Clarke würdigt in seinem Foto- und Lesebuch "Porn. From Andy Warhol to X-Tube" den Triumphzug der einst heimlich geschauten Erwachsenenfilme

Von Carsten Weidemann

Porn - hnter diesen vier Buchstaben verbirgt sich eine Welt, die in den letzten 40 Jahren Ausmaße angenommen hat, die wohl keiner für möglich gehalten hätte. Porno ist heute nicht nur Sex und Industrie, sondern auch fester Bestandteil von Kunst und Popkultur.

Insbesondere für das Selbstverständnis schwuler Männer spielt Pornografie eine kaum zu unterschätzende Rolle. Denn ganz unabhängig davon, wie der Einzelne zu dem Medium steht: Die Schwulenbewegung und der Triumphzug der Pornografie fanden zeitgleich statt, haben einander in vielerlei Hinsicht bedingt.

Kevin Clarkes Foto- und Lesebuch "Porn" wirft darum einen genauen Blick auf die schwule Pornokultur: Von den diskreten Anfängen Ende der 60er, als einzelne Szenen noch per Post versendet werden mussten, zu den großen Studios wie Falcon und Bel Ami, die es zu weltweit bekannten, unverkennbaren Marken geschafft haben; von Andy Warhols revolutionär‐erotischen Underground‐Movies zu populären Websites wie XTube, auf denen jeder seine eigenen 15 Minuten Ruhm als Erotikstar erleben kann....

Vom dunklen Kinosaal zur glamourösen Gala

Die Anthologie führt durch die Jahrzehnte, zeigt wie sich die Verbreitungsweise von Pornos aber auch die Pornostars selbst verändert haben. Von Pop-Art bis zum selbstgedrehten 10-Minuten-Filmchen im heimischen Wohnzimmer, vom dunklen Kinosaal bis zur glamourösen Gala. Mit umfangreichen Texten, Interviews mit Szenekennern und Porno‐Ikonen und natürlich mit jeder Menge Bildmaterial beleuchtet "Porn" ein Genre, das heute nicht mehr in der Schmutzecke steht, sondern zu einem selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft geworden ist.

Herausgeber Kevin Clarke studierte Musikwissenschaft und Literaturwissenschaften. Er arbeitete u.a. für den Tagesspiegel, die Bunte und den Playboy sowie für zahlreiche Rundfunkproduktionen. Seit Anfang des Jahres ist er Chefredakteur des schwulen Lifestyle‐Magazins Männer.

Kevin Clarke: Porn. From Andy Warhol to X-Tube, Text‐ und Fotobuch, 260 Seiten, Farbe, Hardcover mit Schutzumschlag, 21,5 x 28,5 cm, Bruno Gmünder Verlag, Berlin 2011, 39,95 €



#1 goldsenf
  • 26.02.2011, 13:18h
  • "beleuchtet "Porn" ein Genre, das heute nicht mehr in der Schmutzecke steht" - also ich weiß ja nicht...

    solange mein karstadt um die ecke noch keine pornos verkauft - und der verkauft sonst alles, ALLES! - kann diese aussage so nicht stimmen...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 schwa*zfahrerAnonym
#4 seb1983
  • 26.02.2011, 14:15h
  • Schwule Emanzipation durch Pornos?? naja...
    Und die Verlagerung an osteuropäische lowcost Standorte bleibt auch mal ausgeblendet. Etwas beschönigend...

    Ein Artikel ein bischen wie eine Boulveradsendung um 14 Uhr vom Shooting des neuen Pirelli Kalenders, da zeigen wir jetzt ganz viele Titten im Nachmittagsprogramm, nur der Information halber natürlich, und den Kalender können sie natürlich bei uns bestellen
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#5 herve64Profil
#6 Leo20mal6Anonym
#7 chrisProfil
  • 26.02.2011, 15:44hDortmund
  • Antwort auf #1 von goldsenf
  • Naja, Karstadt verkauft vielleicht keine Pornos aber duchaus Dinge, die in diese Richtung gehen. In diesem Zusammenhang ist mir schon längst aufgefallen, ich kann da aber nur für Dortmund und Umgebung sprechen, dass Läden wie Karstadt, Saturn, Media Markt, ProMarkt ect. die den räumlichen Platz dafür haben, durchaus auch Filme in den Regalen stehene haben, die man als grenzwertig irgendwo zwischen Unterhaltung, Kunst und Prono ansiedeln könnte. Insofern hat sich da schon etwas getan.

    Dass der schwule Porno den schwulen Mann quasi "emanzipiert" hat denke ich allerdings nicht. Obwohl ich schon der Meinung bin, dass gerade wir Schwulen anders zur Pornografie stehen. Das "schmuddel-image" ist ja tatsächlich nicht mehr so wirklich zu spüren. Ob es am Internet oder an der Entwicklung der Wahrnehmung von Sexualität liegt oder gar an beidem?. Naja, immerhin reduizieren wir in unseren Pornos Frauen nicht auf Titten, Mumus und unnatürlich lautes Kreischen.
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#8 vingtans
  • 26.02.2011, 16:15h
  • ich persönlich find ja pornos gehört nicht in eine "glamourosen gala"..

    pornos sollen schmuddelig bleiben...das macht es ja gerade aus,oder ?!

    kunst ist es auch nicht...es ist "alltagsgebrauch".
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#9 chrisboyAnonym