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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (rechts) darf dieses Jahr den "Christina Street Day" eröffnen (Bild: Kornelija Rade/CSD München)

Um deutlich zu machen, dass der Christopher Street Day nicht nur ein Event schwuler Männer ist, haben die Veranstalter des CSD München für dieses Jahr eine Umbenennung beschlossen: 2011 heißt der CSD "Christina Street Day".

"Seit Jahren veranstalten wir gemeinsam den CSD, aber die Medien berichten immer noch über die ‚Schwulenparade', die durch das ‚Schwulenviertel' zieht", begründete Thomas Niederbühl, politischer CSD-Sprecher und Stadtrat der Rosa Liste, die ungewöhnliche Maßnahme. "Das ist symptomatisch für die gesellschaftliche Ignoranz gegenüber Lesben. Auch bei der Verpartnerung, die Lesben und Schwulen offen steht, wird immer noch von ‚Schwulenehe' geredet. Deshalb wollen wir mit der Umbenennung in Christina Street Day Irritation, Aufmerksamkeit und Diskussion schaffen."

"Nur gemeinsam repräsentieren wir Vielfalt"


Münchens queere Community feiert traditionell am zweiten Juli-Wochenende (Bild: jerome_Munich / flickr / by 2.0)

Die Vielfalt der queeren Community soll auch im diesjährigen Münchner CSD-Motto "Gemeinsam für uns alle" zum Ausdruck kommen: "Längst beteiligten sich am CSD Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender und tragen den Communitygedanken in die eigene Szene. Denn nur gemeinsam repräsentieren wir Vielfalt", sagte CSD-Pressesprecherin Rita Braaz: "Wer meint, sich einzig für die eigene Gruppierung, die eigene Minderheit einsetzen zu wollen, hat den Communitygedanken nicht verstanden oder reproduziert sogar selbsterfahrene Diskriminierungsmechanismen."

Das CSD-Motto richte sich aber nicht nur an die Szene, ergänzte Thomas Niederbühl: "Schließlich bereichert eine vielfältige und solidarische Szene die ganze Stadt. Von unseren Freiheiten und Lebensstilen profitieren auch alle anderen."

Der Christopher Street Day erinnert an den ersten bekannt gewordenen Aufstand von schwulen Männern und anderen sexuellen Minderheiten gegen Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar "Stonewall Inn" der so genannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in den Szenekneipen. In der Folge kam es zu tagelangen Straßenschlachten mit den Ordnungskräften.

München feiert seinen CSD traditionell am zweiten Juli-Wochenende. Die Highlights sind die Politparade (9. Juli), das zweitägige Straßenfest rund um das Münchner Rathaus (9./10. Juli) und das RathausClubbing (9. Juli). Bereits am Samstag davor (2. Juli) startet mit dem LeTRa-Angertorstraßenfest die einwöchige CSD-Pride-Week. (cw)

Wöchentliche Umfrage

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    Ergebnis der Umfrage vom 26.2.2011 bis 7.3.2011


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#1 EnyyoAnonym
  • 26.02.2011, 16:00h
  • Sicher ist es gut und wichtig, in Hinblick auf gemeinsame Ziele an einem Strang zu ziehen - aber tritt man nicht die Leistung der Tunten, die den ersten CSD durch ihre Revolte initiierten mit Füssen, wenn man sogar hier eine Frauenquote einführt?

    Könnten die Lesben so was vielleicht selbst bewerkstelligen und sich nicht wieder vom Einsatz schwuler Männer abhängig machen und Trittbrett fahren?

    Ich denke da nur an die unsägliche Kampagne hinsichtlich des schwulen NS-Denkmals, nun sollen auch noch die CSDs verwässert werden?

    Nein!
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#2 palisadesProfil
  • 26.02.2011, 16:07hBerlin
  • Ich piss mir in die Hosen vor Lachen!!!

    Vielleicht sollte Mann! sich mehr um die Inhalte kümmern als um den Namen?
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#3 Jahrgang '89Anonym
  • 26.02.2011, 16:08h
  • Rückblick: Christopher Street

    "Angeblich spielte auch Rassismus eine Rolle, denn im Stonewall Inn verkehrten viele Schwarze und Latinos. Möglicherweise war die Entscheidung der Polizei, die Razzia auf diese Weise durchzuführen, wie sie letztlich durchgeführt wurde, von der Tatsache beeinflusst, dass die Kundschaft des Stonewall Inn nicht nur homosexuell, sondern dazu noch farbig und daher besonders „verachtenswert“ erschien. Ein großer Teil der Personen, die Widerstand leisteten, waren Afroamerikaner und Latinos."

    de.wikipedia.org/wiki/Stonewall
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#4 FloAnonym
  • 26.02.2011, 16:27h
  • Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle sollten alle gemeinsam Seite an Seite stehen und für ihre Interessen kämpfen!

    ABER:
    Diese Maßnahme ist nicht nur albern, sondern auch schädlich:

    1. Es ist marketingtechnisch dumm, eine etablierte Marke durch eine andere zu ersetzen, auch wenn sie phonetisch ähnlich klingt.

    2. Auf viele wird es jetzt so wirken, als wollen die "tuckigen" Schwulen jetzt als Frau angesprochen werden. (Stichwort: Drag-Name)

    Das ist nicht nur wieder ein Füttern von Klischees (z.B. das Bild des efeminierten Schwulen), sondern bietet gerade an Schulen zahlreiche Mobbingmöglichkeiten:
    Dann wird demnächst der schwule Schüler Stefan Steffi genannt, aus Michael wird Michaela, aus Alex Alexa, etc. etc.

    Da kämpft man jahrelang gegen Mobbing an Schulen und dann wird das von CSD-Veranstaltern, die nicht nachdenken, zunichte gemacht.

    3. Der Name, der hierzulande verwendet wird (überall sonst heißt es ja Pride Parade, etc.) leitet sich nicht von einem schwulen Märtyrer namens "Christopher Street" oder so ab. Sondern von den Krawallen in der "Christopher Street" in New York.

    Das ist also auch eine Art von Geschichtsklitterung!

    4. Wenn man jetzt eine Bezeichung speziell für Lesben wählt, ist das auch wieder diskriminierend für Bi- und Transsexuelle. Kommt dann nächstes Jahr eine Bezeichnung für eine dieser Gruppen? Heißt es dann "Bi Street Day" oder "Trans* Day" oder doch lieber allgemein "Queer Day"?

    Wenn man sich nach einer Straße benennt, hat keiner ein Problem damit (außer offensichtlich ein paar Lesben, die sich bestimmt wieder von Alice Schwarzer haben aufstacheln lassen, ähnlich wie beim Mahnmal).

    Aber wenn man einen Namen wählt um eine spezifische Gruppe zu meinen, dann sind alle anderen Gruppen automatisch diskriminiert.

    Ist das unser Verständnis von Vielfalt der Lebensformen? Dass jetzt speziell Lesben im Titel gemeint sind, aber Schwule, Bi- und Trans* nicht?

    Das erinnert mich an das Antidiskriminierungsgesetz, wo Kirchen explizit Diskriminierung erlaubt wird.

    Beides ist ein logischer Widerspruch, sowohl im AGG als auch die Benennung des CSD nach nur einer der intendierten Zielgruppen!

    5. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Schwule, Bi- und Transsexuelle sich jetzt ausgeschlossen fühlen und aus den oben genannten Gründen fern bleiben.

    Letztendlich wird (wie schon beim Mahnmal) wieder mal ein Keil zwischen Lesben auf der einen Seite und Schwule, Bi- und Transsexuelle auf der andere Seite geschlagen.

    Ich habe langsam das Gefühl, dass bestimmte Lesben-Lobbyisten diesen Bruch offen provozieren wollen, weil ihnen feministische Tendenzen wichtiger sind als queere Gleichstellung. Nur verkennen die, dass sie mit solchen Maßnahmen als erstes den Lesben selbst schaden!

    Die Homohasser werden sich ins Fäustchen lachen, dass die Lesben uns allen jetzt so schaden.

    Fazit:
    Das ist vielleicht gut gemeint. Aber "gut gemeint" ist nicht automatisch "gut gemacht"! Und in dem Fall hat man einfach nicht zu Ende gedacht.

    Wenn wirklich einige Lesben so ein Problem mit der Bezeichnung Christopher Street Day haben und nicht kapieren, dass damit eine (geschlechtslose) Straße gemeint ist und keine Person, dann habe ich auch kein Problem damit, wenn wir in Zukunft in Deutschland die internationale Bezeichnungen Pride Day, Pride Parade, Pride Party, etc. verwenden. Aber da wird dann natürlich auch eine etablierte Marke geopfert.

    Aber solche alberne Geschichtsklitterei wie "Christina Street Day" lehne ich ab!
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#5 BertramAnonym
  • 26.02.2011, 16:31h
  • Die Bezeichnung "Christopher Street Day" ist entstanden im Gedenken an die Aufstände an der Christopher Street 1969 und ist somit auch ein wichtiges Ereignis für die Schwulen- und Lesben-Bewegung. Daraus jetzt eine Christina zu machen, finde ich geradezu abscheulich und ich frage mich allen ernstes, wer auf so eine unglaubliche Idee kommt ... Wer da noch an der Demonstration teilnimmt, macht sich in meinen Augen nur noch lächerlich. Mit dem Schritt wird die Parade für mich letztendlich zum reinen Faschingsumzug degradiert.
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#6 MicAnonym
  • 26.02.2011, 16:48h
  • "Christopher Street Day" - Christina, was für ein Schwachsinn. Haben Sie kein Geschichtsbewusstsein Thomas Niederbühl?
    Treten Sie ab.
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#7 Gaylord FockerAnonym
  • 26.02.2011, 17:22h
  • Das soll ein Schritt zur Entdiskriminierung sein? Erst mit der Umbenennung in Christina wird der Christopher als Person wahrgenommen, der wohl dieses Jahr in München offentsichtlich von der Gästeliste der Veranstaltung unehrenhaft gestrichen wurde. Liebe Frau Braatz, ich lege ihnen dringenst einen Besuch an der Ostküste der USA nahme, speziell zu den Prides. Dort versteht man, wie man lesbische Frauen mobilisiert, mit fetzigen Sprüchen die Zuschauer zum Schmuntzeln und Nachdenken animiniert und sich so äußerst positiv thematisiert. Mit diesem Namensdisaster haben sie und die Mitver(un)stalter des CSD München nicht nur deutlichst die schwule Community ausgeschlossen, sondern neben Ihnen selbst auch die von Ihnen inszenierte Lesbenbewegung in die Lächerlichkeit gezogen.
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#8 chris(tina?) boyAnonym
#9 Frankyboy
#10 RalfAnonym
  • 26.02.2011, 18:16h
  • Es gibt schon immer Leute, die den Namen auf dem zweiten Bestandteil betonen, so dass es sich anhört, als sei der Tag nach einem Mister Street mit Vornamen Christopher benannt. In München feiert diese geschichtslose Dummheit jetzt den Triumph, dass Mister Street wohl eine Geschlechtsumwandlung hinter sich gebracht hat. Der von mir ansonsten geschätzte Thomas Niederbühl ist offenbar dem Aliceschwarzerismus verfallen. Einfach nur peinlich.
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