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Neuer Vorsitzender der SPD Niederbayern: Michael Adam (Bild: michael-adam.eu)

Der 26 Jahre alte offen schwule Bürgermeister von Bodenmais wurde einstimmig zum SPD-Bezirksvorsitzenden gewählt.

Von Carsten Weidemann

"Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf - jung, evangelisch und offen schwul." Mit diesem Satz sorgte Michael Adam vor drei Jahren im konservativen Niederbayern für Aufsehen. Denn der damals 23 Jahre junge Student und SPD-Politiker hatte in seinem Heimatort Bodenmais trotz dieser Eigenschaften bei der Kommunalwahl gegen den seit 18 Jahren amtierenden CSU-Bürgermeister gewonnen (queer.de berichtete).

Am Samstag hat Michael Adam einen weitere Sprosse auf einer womöglich steilen Karriereleiter erklommen: Der 26-jährige Nachwuchsstar wurde einstimmig zum neuen Bezirksvorsitzenden der SPD Niederbayern gewählt, zuvor war er bereits einer der vier stellvertretenden Bezirksvorsitzenden. Adam folgt auf die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Johanna Werner-Muggendorfer, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antrat.

"Als so junger Politiker einstimmig gewählt zu werden, ist einfach gigantisch", erklärte der neue SPD-Chef gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Das Ergebnis spiegele den breiten Konsens seiner Partei wieder. "Für eine Verjüngung der SPD wollen wir alle an einem Strang ziehen - Jung und Alt gemeinsam", sagte Michael Adam. Der Vorsitzende der bayerischen SPD, Florian Pronold, begrüßte die Wahl des schwulen Politkers. In einer Pressemitteilung nannte er den 26-Jährigen als "ebenso jungen wie klugen Kopf". Als Bürgermeister von Bodenmais habe dieser gezeigt, wie eine Gemeinde trotz klammer Kassen erfolgreich sein könne.

"Der Sanierer im rosa Rathaus"


Wichtige Amtshandlung eines bayrischen Bürgermeisters: Fassanstich (Bild: michael-adam.eu)

Michael Adam ist seit 1. Mai 2008 Bürgermeister des 3.400 Einwohner großen Urlaubsort Bodenmais. Die "Süddeutsche Zeitung" verpasste ihm bereits nach einhundert Tagen im Amt den Ehrentitel "Der Sanierer im rosa Rathaus". Trotz seines Parteibuches scheint Adam hervorragend in den bayerischen Politikbetrieb zu passen. Auf die Frage, was sein schönster Moment in der bisherigen Amtszeit gewesen sei, antwortete er einmal: "Der Klassiker - der Bieranstich beim Benno-Fest. So was macht man als bayerischen Bürgermeister einfach gern." Bei seinem Versuch, 2009 als Direktkandidat in den Bundestag einzuziehen, scheiterte er jedoch: Michael Adam erhielt nur 22,4 Prozent der Erststimmen, sein Gegenkandidat Ernst Hinsken von der CSU erreichte 55,4 Prozent.

Als Auslöser für sein politisches Engagement nennt Adams seine Erfahrungen als Schüler. Das bayerische Schulsystem habe er "als sehr unsozial und als ein Relikt aus einer vergangenen Ständegesellschaft" empfunden: "Als Kind aus einer Arbeiterfamilie habe ich selbst erlebt, dass es junge Menschen aus bildungsferneren Elternhäusern schwerer haben, das Abitur zu machen und zu studieren." Darüber hinaus betrachtet es das Schwuso-Mitglied als wichtige Aufgabe, Vorurteile gegenüber Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern zu bekämpfen.

Als seine politischen Vorbilder führt Michael Adam Willy Brandt und Helmut Schmidt an.



#1 GeertAnonym
  • 27.02.2011, 13:28h
  • Ich erinnere mich noch an das Theaterstück "Jagdszenen in Niederbayern", in dem es darum ging, wie ein ganzes Dorf einen Schwulen jagt.

    Diese Zeiten scheinen also glücklicherweise endgültig vorbei zu sein!
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#2 Biermösl BlosnAnonym
  • 27.02.2011, 13:49h
  • Bieranstich beim Benno-Fest, der alte Fastnachter:

    "Trotzdem bin ich gegen einen sofortigen Abzug der Bundeswehr auf Afghanistan. Man muss beim besten Willen kein Befürworter dieses Krieges sein, um einzusehen, dass die westlichen Besatzungsmächte das Land nicht einfach von heute auf morgen verlassen und aus oben genannten Gründen sich selbst überlassen können..."

    www.youtube.com/watch?v=vqgFO52Yo5Y
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#3 Fiete_Jansen
  • 27.02.2011, 15:10h
  • Antwort auf #2 von Biermösl Blosn
  • "Als Kind aus einer Arbeiterfamilie habe ich selbst erlebt, dass es junge Menschen aus bildungsferneren Elternhäusern schwerer haben, das Abitur zu machen und zu studieren."

    wie man dann in die SPD gehen kann ist mir widersprüchlich...

    Und wer in SPD oder in Jäger90/die olivGrünen ist, muss einfach für diesen Krieg sein...
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.02.2011, 15:19h
  • Herzlichen Glückwunsch zum Wahlerfolg! Für die Oberschwuppe Volker Beck bedeutet das: Ziehen sie sich warm an!
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#5 TanzbodenmaisAnonym
  • 27.02.2011, 15:34h
  • Antwort auf #3 von Fiete_Jansen
  • Die Rettung naht.
    Ein bißchen.....
    Denk an Herkunftsschicht deiner Weisen !!!
    Denk an die soziale Zusammensetzung des
    heutigen akademischen Prekariats !!!

    Zbigniew Brzezinski gegenüber Newsweek:

    "...Seine Revolutionäre seien »zwischen 80 und 130 Millionen junge Menschen auf der ganzen Welt, die der unsicheren unteren Mittelschicht entstammen und eine Gemeinschaft bilden, die sich gegenseitig mit ihren Gefühlen von Wut, Leidenschaft, Frustration und Hass infizieren.

    Diese Studenten sind Revolutionäre im Wartestand.

    Wenn sie sich in einem unruhigen Moment erheben, wirken sie höchst ansteckend.

    Und während Marx’ Industrieproletariat vor über einem Jahrhundert in lokale Gruppen zersplittert war, sind diese jungen Menschen heute über das Internet vernetzt.

    Junge Menschen wollen politische Würde.

    Demokratie mag diese zwar fördern.

    Doch politische Würde beinhaltet auch ethnische und nationale und religiöse Selbstbestimmung sowie Menschenrechte und gesellschaftliche Rechte.

    All dies geschieht heute in einer vernetzten Welt, in der sich die Jugend vollkommen der wirtschaftlichen, rassischen und gesellschaftlichen Ungleichheit bewusst ist..."

    Quelle:

    www.newsweek.com/2011/01/30/egypt-is-seething.html

    Man muss ihnen ihre eigenen Weisen vorspielen,
    um sie zum Tanzen zu bringen.

    Ist das Netz eine Waffe?
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#6 NNAnonym
  • 27.02.2011, 16:26h
  • Dieser Kommentar wurde von der Redaktion nachträglich aus Urheberrechtsgründen gelöscht
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#7 KaiAnonym
  • 27.02.2011, 17:06h
  • Antwort auf #6 von NN
  • Dein Beitrag hat nichts dem obigen Artikel zu tun.

    Weiterhin ist er nicht logisch.
    Sicher mag es dich verständlicherweise grämen, dass du keine Arbeit mehr findest.
    Es ist in der Tat törecht, dass viele Unternehmen immer noch nicht begriffen haben, dass man Bewerber nicht aufgrund ihres Alters per se ausschließen sollte. Das wird sich ändern müssen, schlicht weil es ohne die Älteren nicht mehr gehen wird.

    Gleichwohl übersiehst du, dass deine Einzahlungen in die Sozialkassen rein gar nichts mit deiner jetzigen Situation zu tun haben.
    Wenn du wirklich 40 Jahre eingezahlt hast, "überqualifiziert" bist, dann wirst du sicher viel verdient haben und auch nicht mehr allzu weit von der dann nicht allzu geringen Rente weg sein.
    Es ist nunmal so, dass allein das Arbeitslosengeld I (Alg I) eine Versicherungsleistung ist, die vom vorherigen Einkommen abhängt. Alg II ist nunmal eine Sozialleistung, die aus dem allgemeinen Haushalt finanziert wird. Die kann und darf nicht übermäßig hoch sein. Eine Differenzierung nach Alter wäre schlicht auch eine sicher unzulässige Diskriminierung.
    Ob der aktuelle Hartz-IV-Satz korrekt ("menschenwürdig") ist, wird das Bundesverfassungsgericht sicher noch überprüfen. Darüber kann man aber streiten. Bedenken sollte man aber auch, dass die allermeisten Studenten und Azubis auch nicht mehr Geld haben.
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#8 satsokAnonym
  • 27.02.2011, 17:16h
  • Antwort auf #7 von Kai
  • "Bedenken sollte man aber auch, dass die allermeisten Studenten und Azubis auch nicht mehr Geld haben."

    Ah, die Sachebenen-Nummer für alt gegen jung, Inländer gegen Ausländer, Männer gegen Frauen, usw., usf.

    NRW - Studiengebühren ? DIE LINKE !!!
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#9 der jodlerAnonym
  • 27.02.2011, 17:24h
  • Antwort auf #7 von Kai
  • Du bist mehr so der von-der-leyen-fiese "Einzelfall"-Zyniker ?

    "Ob der aktuelle Hartz-IV-Satz korrekt ("menschenwürdig") ist, wird das Bundesverfassungsger icht sicher noch überprüfen."

    Du schlackerst stilistisch ja schon bei der Abschiebe-Praxis im Technokraten-Sprech.

    Ist dir schweigen zu wenig ? Wie kommt's ?
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#10 phoebeProfil
  • 27.02.2011, 17:25hDD
  • Antwort auf #7 von Kai
  • Kai hat recht!
    Hartz-IV ist nunmal eine Sozialleistung aus dem allgemeinen Haushalt und hat an sich nichts mit den Sozialkassen zu tun.
    Über die Höhe kann man vielleicht streiten. Aber wenn ich die Mite abziehe (die wird bei Alg II vom Amt bezahlt), habe ich auch nicht mehr Geld als den Hartz-IV-Regelsatz. Und es geht auch. Ich behaupte mal, wenn man keine Kinder hat, geht das immer. Man kann nicht erwarten, dass die Gesellschaft einem übermäßig viel zahlt. Oder wievielt gebt ihr dem Bettler auf der Straße (jaja, der Vergleich hinkt)?
    Mit Kindern wird es zweifelsohne problematisch. Da müsste schon mehr gemacht werden.
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