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Owen und Eunice Johns wollen Kinder bereits in jungen Jahren vor der bösen Homosexualität warnen

Ein christliches Ehepaar darf nach einer britischen Gerichtsentscheidung keine Pflegekinder mehr aufnehmen, weil es darauf beharrt, Homosexualität in Gegenwart der Jungs und Mädchen zu verdammen.

Eunice and Owen Johns aus Derby haben bereits seit den 1990er Jahren für bis zu 20 Kinder gesorgt. Nach der Ausweitung des Antidiskriminierungsgesetzes im Jahr 2007 entzogen Behörden der Grafschaft Derby dem Paar jedoch die Kinder. Grund: Die 62 und 65 Jahre alten Pflegeeltern bestanden wegen ihres evangelikalen Glaubens darauf, Homosexuelle als moralisch korrupt zu beschreiben. Das Paar hatte beantragt, Kinder zwischen fünf und zehn Jahren zu betreuen.

In erster Instanz entschied nun der Londoner High Court von England und Wales, dass sich die beiden Christen mit ihrer Verteufelung von Schwulen und Lesben gegen eine unter gesetzlichem Schutz stehenden Minderheit nicht auf die Religionsfreiheit berufen dürften: "Wir leben in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft, in einem säkularen Staat und nicht in einer Theokratie", so die Richter in ihrer Entscheidung. Sie erklärten, dass der Diskriminierungsschutz von Minderheiten höher zu bewerten sei als die Religionsfreiheit. Schließlich gebe es kein religiöses Gebot, Schwule und Lesben zu diskriminieren: Immerhin erlaube die anglikanische Staatskirche homosexuelle Geistliche.

Pflegeeltern: Verurteilung von Homosexuellen ist "normale, christliche Ansicht"

Das Paar zeigte sich enttäuscht darüber, dass "normale, christliche Ansichten" in Großbritannien verfolgt würden: "Wir haben verloren, weil wir einem kleinen Kind nicht sagen wollten, dass homosexuelle Praxis etwas Gutes ist", empört sich Eunice Jones gegenüber dem "Daily Telegraph". Das Christian Legal Centre, das die Pflegeeltern in der juristischen Auseinandersetzung unterstützt hatte, äußerte öffentlich die medienwirksame Befürchtung, dass Christen in Großbritannien keine Pflegeeltern mehr sein könnten und damit mehr Kinder in Heimen aufwachsen würden.

Das Antidiskriminierungsgesetz hat bereits die katholische Kirche gegen die britische Regierung aufgebracht, weil katholische Adoptionsagenturen dem Gesetz nach schwule und lesbische Pflegeeltern nicht länger bei der Vergabe von Kindern benachteiligen dürfen (queer.de berichtete).

Homo-Aktivisten begrüßten die Entscheidung. Ben Summerskill, Chef der schwul-lesbischen Gruppe Stonewall, erklärte: "Im Urteil siegt der Anstand des 21. Jahrhunderts über Vorurteile des 19. Jahrhunderts." (dk)



#1 FranziAnonym
  • 01.03.2011, 12:41h
  • Besser hätte Man(n) es gar nicht sagen können als: "Im Urteil siegt der Anstand des 21. Jahrhunderts über Vorurteile des 19. Jahrhunderts !!"

    Ich begrüße es sehr, das die Briten so "konsequent" mit ihrem AGG umgehen, und es auch "anwenden" !!
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#2 hwAnonym
  • 01.03.2011, 13:03h
  • Antwort auf #1 von Franzi
  • Besser hätte Man(n) es gar nicht sagen können als: "Im Urteil siegt der Anstand des 21. Jahrhunderts über Vorurteile des 19. Jahrhunderts !!"

    Ja. Und das ist dem Umstand und Zustand von Wissenschaft und Wissen geschuldet.

    Ein Aspekt der mir in den letzten Tagen zu kurz kam.

    Die Physikerin Merkel wollte da (kern)spalten. In eine politische Person und eine wissenschaftliche Person.

    Die Grundlage der Aufklärung, der Religionskritik des Fortschrittes überhaupt, war und bleibt die Wissenschaft. Sie ist die stabilste Grundlage im Kampf gegen Homophobie.

    Von moralischen Aspekten zunächt mal abgesehen, im Ringen um Wissen und bei anderen kämpferischen Auseinandersetzungen ist die möglichst 100%ige Erkenntnis und Berichterstattung der Kern überhaupt.

    Der Kern ist das Gehirn, welches die Evolution mit dem Fleische hervorbrachte.

    Die Physikerin Merkel handelte wie eine Medien-Schamanin. Ihr Verhältnis zu Wissen und Wahrheit ist ein taktisches. Strategisch immer offen für die Betreiber und Viren von Homophobie.
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#3 julian21
  • 01.03.2011, 13:31h
  • Antwort auf #1 von Franzi
  • Ach, war da nicht jemand, der sich vor einiger Zeit bestürzt zeigte, als das Antidiskriminierungsgesetz Großbritaniens zwei Hotelbesitzer abstrafte, ein schwules Paar nicht bei sich übernachten zu lassen?

    Zur Erinnerung:

    www.queer.de/detail.php?article_id=13307

    (Kommentare 10, 12 und 24)

    Deine Soße von damals könnte man fast eins zu eins auf genau diesen Sachverhalt hier übertragen.

    So viel zum Thema "Konsequenz", meine Liebe... Man(n), (Man)n, M(a)nn!
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#4 VolumeProProfil
  • 01.03.2011, 13:34hMönchengladbach
  • Liebes englisches Ehepaar,

    wie ich sehe, habt Ihr schwarze Hautfarbe.
    Was würdet Ihr davon halten, wenn weiße Pflegeeltern ihren Kindern erzählen würden, dass Schwarze zu verdammen sind? Würdet Ihr das in Ordnung finden?

    Ich denke nein! Daher kann ich als Homosexueller es nicht verstehen, wie Ihr erzählen könnt, dass Schwule und Lesben zu verdammen seien.

    Wenn Ihr wirkliche Christen seid, dann erinnert Euch an das Buch Genesis, dort schuf Gott die Menschen nach seinem Ebenbild. Somit sind auch Schwule und Lesben teil Gottes Ebenbild.

    Liebes Ehepaar, überdenkt Eure Position, denn sie ist nicht kontinuierlich.

    Gruß

    Euer VolumePro
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#5 gatopardo
  • 01.03.2011, 13:42h
  • Antwort auf #2 von hw
  • Das ist es ! Ich teile auch nicht die Ansicht, dass die Merkel blöd ist, denn sie weiss als Wissenschaftlerin natürlich um Grundlagen der Aufklärung, taktiert aber je nach Stimmungslage in der Gesellschaft.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
#7 FranziAnonym
#8 kaysiProfil
  • 01.03.2011, 15:45hBangor
  • So was überzeugt mich immer wieder das es eine gut entscheidung war nach Grossbritanien zu ziehen
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#9 julian21
  • 01.03.2011, 17:42h
  • Antwort auf #7 von Franzi
  • Ich weiß nicht, was es da misszuverstehen gibt. Klär mich doch mal auf.

    Ansonsten bringt dir deine inhaltsleere Aussage gar nichts und du stehst weiterhin offensichtlich als HypokratIn da.
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#10 FloAnonym
  • 01.03.2011, 18:16h
  • Bravo!

    England wird immer vernünftiger.

    Leider sind wir in Deutschland noch weit davon entfernt. U.a. dank Union und FDP die jeglichen Diskriminierungsschutz für Schwule und Lesben ablehnen.
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