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Eine Aktivisten der Westboro-Baptisten bei einer Homo-Demo in San Francisco (Bild: bastique / flickr / by-sa 2.0)

Die schwulenfeindlichen Proteste der Westboro Baptist Church sind vom Recht auf Meinungsfreiheit geschützt, hat der oberste Gerichtshof der USA am Mittwoch entschieden.

Mit acht gegen eine Stimme haben die Washingtoner Richter das Recht der Baptisten aufrecht erhalten, mit homophober Rhetorik in der Öffentlichkeit zu demonstrieren - auch bei Beerdigungen. Geklagt hatte der Vater eines gefallenen Marineinfanteristen, bei dessen Beerdigung die fundamentalistischen Christen eine lautstarke Protestaktion abhielten. Die Westboro Baptist Church sieht die im Krieg getöteten US-Soldaten als göttliche Strafe für die Toleranz gegenüber Homosexuellen an. Die christlichen Aktivisten protestieren daher immer wieder bei Militärbegräbnissen und sichern sich so eine große mediale Aufmerksamkeit. Die Demonstranten - darunter viele Kinder - halten dabei Schilder mit Aufschriften wie "God Hates Fags" (Gott hasst Schwuchteln) oder "Fag Troops" (Schwuchtel-Streitkräfte).

Youtube | Hintergründe zum Urteil

Baptisten dürfen nun fast überall demonstrieren

In mehreren Gegenden haben Behörden in der Vergangenheit die Demonstrationen der Westboro-Kirche untersagt. Außerdem wurden die Homo-Hasser von Eltern getöteter Soldaten verklagt - niederinstanzliche Gerichte sprachen ihnen teilweise ein Schmerzensgeld zu. Mit der Entscheidung der Höchstrichter ist das nun nicht mehr möglich. Der Supreme Court bewertete das in der Verfassung garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung höher ein als den Schutz der Menschen, die die Aussagen hören müssen: "Seine Meinung zu äußern kann einer Person sehr viel Macht verleihen. Diese Freiheit kann Menschen anregen, zu Tränen rühren oder - wie in diesem Fall - bei ihnen großen Schmerz verursachen. Wir können aber nicht auf diesen Schmerz reagieren, indem wir den Redner bestrafen", so die Richter in ihrer Urteilsbegründung.

Auch wenn die Kirche von fast allen Medien für ihre Hetzjagden verurteilt wird, unterstützten 21 Medienorganisationen die Klage - darunter auch angesehene Firmen wie die Nachrichtenagentur AP. Sie fürchteten, dass bei einer Niederlage der Westboro-Kirche die in den USA fast absolute Meinungsfreiheit eingeschränkt wird und damit die Berichterstattung erschwert werden könnte.

Die Westboro Baptist Church aus Topeka (Kansas) gehört zu den radikalsten religiösen Vereinigungen in den Vereinigten Staaten. Die 1955 vom Pfarrer Fred Phelps gegründete Kirche hat in den vergangenen Jahren bereits mehrfach gegen Homosexualität protestiert, auch auf Beerdigungen von bekannten Schwulen. Wegen der homophoben Rhetorik hat Großbritannien bereits ein Einreiseverbot gegen gegen Mitglieder der Phelps-Familie erlassen (queer.de berichtete).

Erst letzte Woche war die Kirche in den Schlagzeilen, weil das Online-Kollektiv "Anonymous" die Website der Radikalchristen gehackt hat (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Iceman
  • 02.03.2011, 17:45h
  • Dieses Urteil verwundert mich keinesfalls.
    In Amerika ist es ja auch nicht verboten, sich mit - bei uns verfassungsfeindlichen - Symbolen zu schmücken. Genauso dürfen auch Rassisten dort wüten.

    Auch das Unrecht bekommt so seine Stimme, obwohl wir ja alle wissen, dass sie kein Recht haben.

    Aber es ist auch gefährlich, da sich irgendwann aus den Protesten auch Ausschreitungen entwickeln könnten. Dann aber werden sie sich entlarven! Entlarven als hasserfüllte, völlig ideologisch verbohrte Fanatiker! Und solche haben keinen Rückhalt in der breiten Masse der Bevölkerung!

    Hoffentlich bleibt dem amerikanischen Volk schlimmeres durch diese Fundamentalisten erspart. Sie sind eine Gefahr für die Demokratie.
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#2 GeertAnonym
  • 02.03.2011, 18:15h
  • Ich wünsche mir, dass sich die deutschen Baptisten in aller Klarheit von diesen amerikanischen Baptisten distanzieren! Aber, sie hüllen sich in Schweigen. Und immer noch nicht können offen lebende Schwule und Lesben bei den deutschen Baptisten Mitglied werden. Es würde höchste Zeit, dass auch in Deutschland Schwulengruppen gegen die Diskriminierung der Schwulen und Lesben bei den deutschen Evangelikalen protestieren. Wie wäre es beim nächsten Kirchentag in Dresden im Juni?
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#3 GeertAnonym
#4 simonlikes80sAnonym
  • 02.03.2011, 20:01h
  • Das T-Shirt der guten Frau auf dem Bild ("Jews killed Jesus") zeigt dann jawohl auch ganz nett die sonstige politische Verortung dieser Gruppe.
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#5 Roman BolligerAnonym
  • 02.03.2011, 20:57h
  • Interessant sind die Kommentare zum Gerichtsurteil, welche man in US-amerikanischen GayBlogs lesen kann, beispielsweise auf:
    www.towleroad.com/2011/03/breaking-supreme-court-rules-8-1-f
    or-westboro-baptist-church-in-soldiers-funerals-case.html


    Erstaunlicherweise begrüssen, so unangenehm deren Folgen, die meisten Kommentierenden den Gerichtsentscheid als korrekt. Die SchreiberInnen anerkennen die in der US-amerikanischen Kultur verankerte Priorität der Toleranz und des Schutzes der Meinungs- und Redefreiheit (First Amendment der Verfassung). Einige SchreiberInnen befürworten den Entscheid, indem dadurch die Westboro Baptist Church durch hasserfüllte Auftritte weiterhin als abschreckende Negativwerbung funktionieren kann.

    Towleroad.com ist meiner Ansicht nach für Englischkompetente sehr empfehlenswert.
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#6 way of lifeAnonym
  • 02.03.2011, 22:56h
  • Man kann gespannt sein, wie das Recht auf Meinungsfreiheit geschützt wird, wenn folgende
    Entwicklungen die us-amerkanische Lebensrealität noch sicht- und spürbarer prägen.

    Staatsanleihen

    Amerika schuldet China mehr Geld als angenommen

    Die Vereinigten Staaten schulden der Volksrepublik weit mehr Geld als bislang angenommen. Nach deutlich revidierten Angaben des amerikanischen Finanzministeriums hielt China am Jahresende amerikanische Staatsanleihen im Wert von 1,16 Billionen Dollar. China ist damit der größte ausländische Gläubiger der Vereinigten Staaten.(s. Graphik)

    www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A808EF01024D15375/Doc~EBE83C
    6D3889C4A3C95EC3D8235FEB656~ATpl~Ecommon~Scontent.html


    Ausweitung der Yuan-Menge

    China attackiert den Dollar

    Die chinesische Notenbank überrascht mit einer spektakulären Ankündigung: Die angehende Supermacht will ihren kompletten Außenhandel künftig in Yuan abwickeln, nicht mehr in Dollar. Peking rüttelt an Amerikas Anspruch, die Leitwährung zu stellen - mit gravierenden Folgen für die USA.

    Sollte der Dollar als Leitwährung abgelöst werden, drohen den USA weitreichende Konsequenzen. Bislang gilt die US-Währung als Weltreservewährung. Kommt es in anderen Ländern zu Krisen, schichten viele Anleger Kapital in den Dollar um. Amerika kommt dadurch stets leicht an Geld - zu niedrigen Zinsen. Sollte nun der Yuan zur Weltreservewährung werden, würde die Finanzierung des US-Haushaltsdefizits schwieriger und teurer.

    www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,748730,00.html
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#7 anonymusAnonym
  • 02.03.2011, 23:34h
  • Wundert mich nicht. Dort gibt es u. a auch das Hitlerbuch "Mein Kampf" ganz legal in jeder "gutgeführten" Buchhandlung zu kaufen.
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#8 Planlos
  • 03.03.2011, 03:06h
  • tja so blöd es auch klingt aber das ist demokratie...auch wenn die bande echt nicht ganz dicht ist bei beerdigungen solche demos abzuhalten... moralisch schon extrem fragwürdig!!! aber wie sagte schon rosa luxemburg "Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der »Gerechtigkeit«, sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die »Freiheit« zum Privilegium wird."

    in diesem sinne meine lieben denkt mal darüber nach !!! :)
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#9 Fred i.BKKAnonym
#10 herve64Profil
  • 03.03.2011, 09:04hMünchen
  • Antwort auf #8 von Planlos
  • Du meinst, das ist US-AMERIKANISCHE Pekuniärherrschaft. Was diese unsägliche Sekte betreibt, würde hierzulande mehrere Straftatbestände erfüllen, unter anderem Beleidigung und Störung der Totenruhe.

    Im Übrigen: auch wenn Ihr keine gläubigen Menschen seid, lest Euch mal spaßeshalber die Bibelpassagen, die die WBC unter ihren Spruchschildern angegeben hat, mal durch: mit dem sonstigen Wortlaut der Schilder haben diese inhaltlich nichts, aber auch gar nichts zu tun.

    Und so etwas verstehe ich als Demagogie im übelsten Sinn des Wortes.
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