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Motiv eins: der schwule Mechaniker

Nach der Senats-Kampagne "Berlin liebt" plakatiert nun auch noch das private "Bündnis gegen Homophobie".

Von Carsten Weidemann

"Ich bin schwul und Berlin steht hinter mir": Mit diesem wohl unabsichtlich etwas zweideutigen Spruch ist am Dienstag in der Hauptstadt eine neue Akzeptanzkampagne gegen Homophobie im Berufsleben angelaufen.

Das "Bündnis gegen Homophobie" plakatiert auf insgesamt eintausend Berliner Plakatflächen zwei verschiedene Motive: Das eine zeigt einen schwulen Mechaniker mit dem bereits erwähnten Spruch, das andere eine lesbische Ärztin mit dem Satz "Ich bin lesbisch und Berlin steht hinter mir".

"Berlin hat bereits große Fortschritte dabei erzielt, ein Klima von Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen zu schaffen. Dennoch sind Diskriminierungen von Lesben und Schwulen in verschiedenen Lebensbereichen noch immer ein Problem und eine Herausforderung für uns alle", sagte Arbeitssenatorin Carola Bluhm zur Eröffnung. Die Politikerin der Linkspartei begrüßte ausdrücklich das Engagement des privaten Bündnisses aus Unternehmen, Organisationen und Vereinen. Bluhm hatte erst in der Woche zuvor die ähnliche Kampagne "Berlin liebt! Respekt macht's möglich" der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung eröffnet (queer.de berichtete).

Banken, Supermärkte und Sportvereine vereint gegen Diskriminierung


Motiv zwei: die lesbische Ärztin

Das "Bündnis gegen Homophobie" wurde im September 2009 gegründet Mittlerweile haben sich dort über 30 Unternehmen, Organisationen und Verbände aus den Bereichen Sport, Kultur und Wirtschaft zusammengeschlossen, darunter die Akademie der Künster, die AOK Nordost, die Deutsche Bank, der Polizeipräsident, das Deutsche Rote Kreuz, Kaiser's Tengelmann und der Fußballverein Türkiyemspor.

Haupt-Sponsor der aktuellen Kampagne ist das Bündnis-Mitglied Wall AG, das sämtliche Plakatflächen gesponsert hat. "Die Wall AG engagiert sich im Bündnis gegen Homophobie, um das Image Berlins als weltoffene, vielfältige, tolerante und friedliche Metropole auch auf den Straßen und Plätzen dieser Stadt widerzuspiegeln", sagte Vorstandschef Daniel Wall. "Ausgrenzung, Diskriminierung oder Gewalt gegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität, ihrer Hautfarbe, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres Geschlechts dürfen in Berlin keinen Platz haben."



#1 Timm JohannesAnonym
  • 08.03.2011, 13:21h
  • Die Initiative ist gut und wichtig, das freut mich.

    ---
    Aber was mich stört, das oftmals gerade von den Linken und Sozialisten die Ursachen von Homophobie und Gewalt in den Grossstädten gegen homosexuelle Paare ausgeblendet wird.

    Aktuell ist sogar Renate Künast vom linken Flügel der eigenen Grünen unter Beschuss geraten, weil sie die Probleme der islamischen Einwanderung und Integration offen angesprochen hat. Das ist typisch für unsere linken Sozialisten und auch Sozialdemokraten mittlerweile, dass sie die Probleme der Integration ausblenden und "nur davon reden, wie toll doch Multikulti ist und wie perfekt alles mit der Einwanderung aus Nordafrika/Naher Osten verläuft.

    Das dem aber nicht so ist, ist gut in bestimmten Stadtregionen Berlins, Duisburgs oder Köln zu beobachten: da traut man sich im Unterschied zu einem Dorf auf dem katholisch geprägten Münsterland abends nicht mehr auf die Strasse und hat Schiss von einer islamischen Jugendbande eines "auf die Fresse zu bekommen". Und wer diese negative Entwicklung ausblendet und negiert, der lügt schlichtweg, denn da verfüge ich über genügend Erfahrungswerte und über Geschichten befreundeter schwuler Paare.

    Und wohin das ganze führt, sieht man an den Niederlanden oder an Frankreich derzeit, wo die Einwanderung aus dem islamischen Kulturkreis noch weiter vorangeschritten ist ("da kann man als schwules Paar erst Recht nicht in den Vororten Paris oder in Marseille abends noch gemeinsam ohne Angst mehr spaziergehen")

    *
    www.welt.de/politik/ausland/article12734149/Le-Pens-Erfolge-
    schockieren-Frankreichs-Polit-Elite.html


    Mich wundern daher die Erfolge von der französischen Partei Le Pens in Frankreich oder die poltischen Entwicklungen in den Niederlanden nicht weiter.

    Zwar würde ich NIE eine rechte Partei wie die von Le Pen wählen und bleibe bei der FDP und den Grünen als Wähler, aber ich ärgere mich massiv über unsere Linken, Sozialisten und Teile der Sozialdemokraten, dass sie die Einwanderung aus dem islamischen Kulturkreis als so "supertoll" darstellen und dort die Probleme verschweigen...das führt dann dazu, das die Probleme noch mehr anwachsen und gleichzeitig viele Menschen nach Rechts abwandern, wie dies in Frankreich und in den Niederlanden zu beobachten ist.
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#2 böblingenAnonym
#3 eMANcipation*Anonym
  • 08.03.2011, 13:45h
  • Wie lange wird diese immergleiche, mehr oder weniger offene Hetze gegen unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, Mitschwulen und -lesben nichtdeutscher Abstammung bzw. Herkunft hier eigentlich noch geduldet?

    Sollte ein schwules Forum nicht mit gutem Beispiel vorangehen und sich so verhalten, wie wir es für uns von Staat, Politik und Gesellschaft ebenfalls einfordern?

    Bilden wir uns ein, erst aufstehen zu müssen, wenn es wieder direkt uns trifft (die logische Fortsetzung des Sarrazynismus, der hier propagiert wird, sollte jedem klar sein, der nicht total geschichtsvergessen und gegenwartsblind ist)?

    Ich wünsche mir auch von anderen Usern, dass sie ganz klar sagen: Wenn diese menschenverachtende, rassistische Dauerpropaganda hier weiterhin stattfindet, dann sind WIR weg!!!
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#4 der jodlerAnonym
  • 08.03.2011, 13:54h
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • "das oftmals gerade von den Linken und Sozialisten die Ursachen von Homophobie und Gewalt in den Grossstädten gegen homosexuelle Paare ausgeblendet wird."

    Das exakte Gegenteil ist richtig.

    Guttenbürger mit Guttenberg-Bibeln können das nicht erkennen.

    Für Guttenbürger sind Großstädte, ja da Leben überhaupt, zu komplex.

    Die Erkenntnisschranken wirken ab Beziehungen mit zwei bis drei Menschen und gleich nach der Haustür auf dem Weg nach draussen.
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 08.03.2011, 14:35h
  • @jodler und emancipation
    War klar,das Ihr linken Forenschreiber/Blogger sofort mit dem Totschlagsargument "Ausländerfeindlichkeit" auf die Bühne tretet.

    *
    www.taz.de/1/berlin/artikel/1/gruene-haben-problem-mit-der-i
    ntegration/


    *
    www.taz.de/1/berlin/artikel/1/kuenast-bringt-gruene-auf-ihre
    n-kurs/


    Wenn schon Renate Künast Ärger bekommt, wenn sie die Probleme der Integration und islamischen Einwanderung offen benennt, dann zeigt es wie massiv Linke und Sozialisten in unserem Lande hier Probleme der Intergration tabuisieren und vertuschen und immer wieder mit dem Totschlagsarugment "Ausländerfeindlichkeit" arbeiten. I

    ch bin sicherlich nicht ausländerfeindlich, habe jahrelang ERASMUS-Studenten mtibetreut, habe viele ausländische Freunde und gleichwohl sehe ich die Einwanderung aus dem islamischen Kulturkreis als sehr problematisch und alle die Probleme (Burkas, Frauenunterdrückung, Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen, massive Homophobie unter islamischen Einwanderern, usw.) werden von mir auch nicht ausgeblendet oder tabuisiert, wie es Linke und Sozialisten und Teile der Sozialdemokraten machen, um ja die Wählerstimmen der Einwanderungsgruppe zu erhalten.

    Meines Erachtens tragen gerade Linke und Sozialisten mit ihrer Tabuisierung der Probleme der Integration und den Folgen islamischer Einwanderung dazu bei, dass die Probleme "totgeschwiegen" werden und dadurch noch weiter anwachsen. Zudem tragen sie durch ihr Verhalten dazu bei, das Teile der Konservativen wiederum noch weiter nach Rechts abwandern, wie es in den Niederlanden und in Frankreich (siehe Erfolge Le Pen) gut zu beobachten sind.

    Zwar schätze ich Wowereit sehr, aber gegen eine Ampel aus CDU/FDP/Grüne in Berlin habe ich auch NICHTS einzuwenden, wenn diese von Renate Künast in Berlin geführt wird. Saarlands Ampel-Regierung gefällt mir sehr gut.
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#6 Timm JohannesAnonym
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
#8 jojoAnonym
  • 08.03.2011, 16:22h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • mit einem minimum an differenzierungsbereitschaft würdest du bemerken, dass burkas, ehrenmorde, frauenunterdrückung, zwangsehen und homophobie auch bei politisch links stehenden menschen kritisiert werden. der entscheidende unterschied in der argumentation besteht darin, dass du all dies undifferenzierst und pauschal mit "dem" islam und "den" muslimen (und beides noch miteinander) gleichsetzt, was eine sehr gefährliche vereinfachung der wirklichkeit darstellt und deshalb auch kein sinvoller lösungsansatz ist.

    da du so viel wert darauf legst, dass innerhalb des christentums verschiedene strömungen unterschieden werden, solltest du einmal prüfen, ob du mit deiner eigenen logik noch klarkommst, wenn du denselben anspruch beim islam zu nullkommanull prozent einhältst.

    das absurde an der behauptung, alles böse komme von "außen", nämlich aus "dem" islam, ist ja, dass so gar nicht mehr über die eigentlichen probleme diskutiert wird (die nämlich in der eigenen kultur ebenso vorkommen), sondern dass damit schlicht und einfach "das fremde an sich" zum problem erklärt und das "eigene" reingewaschen wird.

    nicht falsch verstehen: ich bin absolut dafür, die speziellen probleme spezieller gruppen zu diskutieren, auch die homophobie und gewaltbereitschaft einiger islamischer gruppen! und ich bin überzeugt, dass die gewaltbereitschaft gerade gegen schwule und frauen bei einigen (!) islamischen gruppen höher ist als bei den meisten anderen gruppen.

    aber bitte: es kann nicht angehen, deshalb alle muslime zum "problem" zu erklären. das ist eine form von sündenbockpolitik, die eigentlich indiskutabel sein sollte.

    und erst recht kann es nicht angehen, so zu tun, als hätten wir es hier mit dem konflikt zwischen einer "guten" und einer "bösen" religion zu tun, nämlich dem christentum und dem islam. unsere relativ liberale haltung zu schwulenrechten, frauenrechten, individualismus usw. haben wir nicht dem christentum zu verdanken, sondern der aufkärung. diese werte wurden dem christentum mühsam abgetrotzt, nicht vom christentum erfunden.

    die entscheidende front verläuft nicht zwischen christlicher* und islamischer kultur, sondern zwischen einer aufgeklärten, rechtstaatlichen demokratie und ALLEN ihren irrationalen widersachern.

    -

    * besonders ekelhaft finde ich es, wenn neuerdings von konservativer seite auch noch das judentum für diese widerliche dämonisierungspolitik in geiselhaft genommen wird: was bitte soll denn eine "christlich-jüdische kultur" sein?
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#9 eMANcipation*Anonym
  • 08.03.2011, 16:49h
  • Antwort auf #5 von Timm Johannes
  • Wer ist hier der Blender und Ausblender?

    Wer interessiert sich nicht für die gesellschaftlichen Fakten und Realitäten?

    Wer will die eigentlichen Probleme gar nicht lösen, sondern nur von ihnen ablenken, indem er sich uralter Feindbild-Techniken bedient?

    Nichts Neues, aber erneut (zum x-ten Male) bestätigt:

    27.10.2010

    EU-Studie zur Gewaltbereitschaft: Ausgrenzung macht Jugendliche aggressiv

    Die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen hängt nicht von ihrer Religion ab. Dies hat eine Studie der EU-Grundrechteagentur ergeben. Soziale Ausgrenzung fördere aber aggressives Verhalten.

    "Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass muslimische Jugendliche häufiger oder seltener Gewalt anwenden als nicht-muslimische", heißt es in der Studie, die die EU-Grundrechteagentur (FRA) am Mittwoch in Wien vorstellte. Demnach laufen Jugendliche vor allem dann Gefahr gewalttätig zu werden, wenn sie selbst Opfer von Diskriminierung oder Gewalt waren.

    www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,725755,00.html

    fra.europa.eu/fraWebsite/research/publications/publications_
    per_year/2010/pub-racism-marginalisation_en.htm
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#10 LorenProfil
  • 08.03.2011, 16:50hGreifswald
  • Antwort auf #1 von Timm Johannes
  • Und täglich grüßt ... Timm Johannes.

    Alles Weitere führte ich bereits in meiner Kommentierung deinerseits zum Artikel "Neue Überfälle im Berliner Cruising-Park" aus. Und im Unterschied zu dir möchte ich mich auch nicht ständig wiederholen. Deine Abbiegung hier wie dort zum Thema der "islamischen Einwanderung und Integration" würde den Machern von PI zur Ehre gereichen (wäre selbige bei denen ansatzweise vorhanden). Fragt sich nur, ob sich deine Intentionen dieses Thema betreffend von denen der Politisch Inkompetenten unterscheiden. Zumindest scheinst du eine ähnlich selektive Wahrnehmung demonstrieren zu wollen und (in diesem Fall) die Ursachen von Homophobie sehr einseitig/undifferenziert zu beschreiben (nach dem Motto "An allem sind die ... schuld."). Da schmeckt dein Bekenntnis zu Gelb und Grün langsam ein wenig schal.

    P.S.
    Die Plakataktion, um die es eigentlich geht (auch wenn sie von dir für eigene Intentionen zweckentfremdet wird), gefällt mir. Würde auch bei uns in Köln so manche triste Wand verschönern.
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