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Michael Stipe (stehend) mit seinen beiden Band-Kollegen von R.E.M. (Bild: Anton Corbijn)

R.E.M.-Sänger Michael Stipe ("Losing My Religion", "Shiny Happy People", "Imitation of Life") steht zu 20 Prozent auch auf Frauen, wie er in einem Zeitungsinterview erklärt.

Erst vor zwei Jahren hat sich R.E.M.-Sänger Michael Stipes offiziell als schwul geoutet, jetzt nimmt er das wieder zurück - zumindest zu einem Fünftel: "Auf einer Sexualitätsskala würde ich mich bei 80 zu 20 einordnen, aber Männer sind mir auf jeden Fall lieber als Frauen", erklärte der Amerikaner gegenüber der britischen Sonntagszeitung "Observer". "Ich hatte Sex mit Frauen - und hab das auch genossen - bis ich mich verliebt habe." Seine große Liebe sei auch heute noch sein Freund.

Im Interview sagte der 51-Jährige weiter, dass er stets Probleme mit dem Wort "gay" gehabt habe. Auch mit der Vokabel "bisexuell" kann er nichts anfangen: "Ich hasse das Wort und wende es nicht für mich an. Es drückt einfach nicht das Richtige aus, sondern ist nur wieder ein Etikett". Wohler fühle er sich dagegen mit dem Wort "queer". Ohnehin sei die "Schwarz-Weiß-Malerei" - hier die Schwulen, dort die Heten - nicht mehr zeitgemäß. "Man sucht sich dann die Wörter aus, mit denen man sich am besten fühlt", so Stipe.

Schon vor zehn Jahren bezeichnete er sich als "Queer Artist"

Seine Ansichten seien zudem von der Aids-Krise der 1980er Jahre gezeichnet: "Es war sehr schwierig, offen über seine Sexualität zu reden. Für Leute wie mich war das eine gruselige Zeit, da ich mich aus Angst vor Konsequenzen nicht anonym testen lassen konnte." Über die Jahre hatte Stipe immer wieder Andeutungen über seine Sexualität gemacht - so bezeichnete er sich bereits 2001 im US-Magazin "Time" als "Queer Artist".

Über seine Sexualität lässt sich Stipe übrigens besonders gerne aus, wenn er mit seiner Band R.E.M. mal wieder ein neues Album veröffentlicht. So auch dieses Mal: Die CD "Collapse Into Now" ist erst seit wenigen Tagen im Handel. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Ilovelife
  • 08.03.2011, 16:25h
  • Mit R.E.M. und Herrn Stipe ist es genau wie mit dem medizinischen Phänomen, nach dem sie sich benannt haben: Rapid Eye Movement. Eine Schlafphase, die unter anderem durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Zwar steigen da wohl Blutdruck und Puls an, der/die Betroffene merkt aber in der Regel nix davon.

    Genauso sollte man es meiner Auffassung nach sowohl mit der einschläfernden Musik dieser zu Unrecht viel zu hochgejubelten Gruppe als auch mit den Äußerungen des sichtlich Midlife-Crisis-behafteten Sängers halten...
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#3 gniwerjProfil
  • 08.03.2011, 17:39hdortmund
  • Antwort auf #2 von Ilovelife
  • Leider verhält es sich mit schwulen Männern oftmals genauso wie mit homophoben Heteros, nämlich wenn sie auf bisexuelle Menschen treffen;)

    Heteros haben IMMER Probleme mit ihrer Sexualität, Homosexuelle sind natürlich die einzigen, die sich wirklich wohl fühlen und Bisexuelle haben nur noch nicht den richtigen gleichgeschlechtlichen Menschen gefunden oder trauen sich nicht;) ...ist klar Leute. Etwas mehr Akzeptanz für andere sexuelle Orientierungen wär schon angebracht. Mensch muss sich nicht über heteronormative Ignoranz beschweren um dann dieselben Fehler zu machen.

    Ich steh zu 50% auf Frauen, zu 50% auf Männer, zu 100% auf Menschen und fühl mich pudelwohl damit. Schön dass mensch immer wieder versucht, Gefühle in Kategorien zu packen.
    Liebe braucht weder Normen noch Werte.
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#4 pseudofreiheitAnonym
  • 08.03.2011, 17:58h
  • Antwort auf #3 von gniwerj
  • Wir leben aber in einer Gesellschaft mit immer aggressiverer heterosexistischer Normaufherrschung, die gleichzeitig jede homosexuelle Anwandlung, insbesondere bei Jungs und Männern von kleinauf negativ sanktioniert und unterdrückt. Da bleibt bei genauer Betrachtung von deinem netten Versuch, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden bestehenden sexuellen Herrschaftsverhältnisse ins Gegenteil verkehren zu wollen, nicht mehr viel übrig. Wer die Realität verdrängt und verleugnet, dient nicht unbedingt als Vorbild der "Aufgeklärtheit" und es mutet reichlich lachhaft an, wenn er sich wie du als solches inszenieren will. Wann kommst du endlich in der Realität an?
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#5 eMANcipation*Anonym
  • 08.03.2011, 18:16h
  • Antwort auf #4 von pseudofreiheit
  • Ja, da bahnen sich wieder ganz neue alte Strategien an. Wenn "schwul" und "Schwuchtel" (oder "gay" und "fag") als Schimpfwörter im Zuge des allgemein immer schärferen Leistungsdrucks, massenmedial indoktrinierten heterosexistisch/-pornographischen (Vor-) Bildern zu enstprechen und hinterherzurennen, in noch nie dagewesenem Ausmaß schon die Alltagskommunikation von Frühpubertierenden bestimmen, dann reagieren verständlicherweise viele Betroffene (schon wieder) mit Selbstverleugnung.

    Wobei man im vorliegenden Fall angesichts der Aussagen im obigen Artikel auch davon ausgehen kann, dass frühere gesellschaftliche Traumatisierungen bezüglich "Schwulsein" zu keinem Zeitpunkt überwunden worden sind.
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#6 gniwerjProfil
  • 08.03.2011, 18:16hdortmund
  • Antwort auf #4 von pseudofreiheit
  • Du hast meinen comment nicht im geringsten verstanden, sorry. Natürlich is die Gesellschaft heteronormativ aufgeladen. Traurig find ich allerdings dass bisexuelle Menschen bei schwulen auf genausowenig Akzeptanz stoßen wie letztere sie von homophoben Idioten erfahren, und das immer und immer wieder.
    Das bestätigt sich leider eben auch hier bei queer.de immer wieder. Es gibt für viele hier leider nur schwarz oder weiß;) Das ist ekelhaft..
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#7 gniwerjProfil
  • 08.03.2011, 18:32hdortmund
  • Antwort auf #5 von eMANcipation*
  • Naja, von dir hatte ich eh nicht erwartet, dass du meinen comment verstehst. Ich hasse normatives Rollenvorgelebe, egal in welche Richtung es geht. Jede_r wie sie/er es mag. Darum geht's. Was soll daran falsch sein sich einfach nur in Menschen zu verlieben? Ich hab nie geschlechtliche Unterschiede gemacht und ich werd das auch in Zukunft nicht tun. Queer-theory. Solltest du als "aufgeklärter" Rechtler für sexuelle Selbstbestimmung vielleicht schonmal von gelesen oder wenigstens gehört haben;)
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#8 jojoAnonym
  • 08.03.2011, 20:17h
  • ich war mir schon beim lesen des artikels sicher, dass sich wieder jemand finden würde, der herrn stipe diesen ungeheuerlichen verstoß gegen das schwule reinheitsgebot um die ohren hauen würde. *gähn*

    und ich finde es höchst irritierend, wenn ausgerechnet schwule sich allen ernstes anmaßen, die sexuelle orientierung wildfremder menschen besser zu kennen als diese selbst.
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#9 KathiGr
  • 08.03.2011, 20:57h
  • Antwort auf #3 von gniwerj
  • Da kann ich dir nur zustimmen.

    Ich stehe zu 70 % auf Frauen und zu 30 % auf Männer. Es mag zwar auf den ersten Blick komisch erscheinen, das so auszudrücken. Aber ich find's praktisch, weil kurz und präzise zugleich.

    Mir persönlich gefällt das Wort "bisexuell" auch nicht, eben weil es zwischenmenschliche Beziehungen auf Sex reduziert. Homosexuelle können sich "schwul" oder "lesbisch" nennen und auf diese Weise ihre Orientierung "entsexen". Und die Heten bezeichnen sich einfach nur als "normal".
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#10 vingtans
  • 08.03.2011, 21:25h
  • also ich bin ja eigentlich hetero, nur ich kam noch nie dazu ^^.

    heteronormativität?! ouhman, ich weiß ja nicht wie ihr aufgewachsen seid, aber ich finde ihr übertreibt.
    ich bin in einem sachsen-anhaltinischen dorf im harz großgeworden.
    in einer der wirtschaftslich schlechter entwickelten region deutschland mit alternder bevölkerung ,abwandernder jugend ( wie ich ja auch^^) und angeblich einer hohen zahl rechtsextremer übergriffe.
    dort hatte niemand probleme mit meiner sexualität, ich wurd auch nie großartig beleidigt oder diskriminiert und ich habe seit meiner frähesten kindheit klargemacht das ich maln mann heirate "wenn ich groß bin"

    ihr solltet vielleicht mal anfangen zu checken, das die vollständige akzeptanz von homosexualitt nur vollziehen kann, wenn wir die heten liebevoll zu mehr toleranz erziehen.
    wir sind eben in der unterzahl und werden daher häufig übersehen.

    und den heten nicht unterstellen das ihre sexualität die waffe unserer unterdrückung ist.
    wenn gerade ihr damit anfangt solche pauschalen unterstellungen zu machen, braucht ihr euch nicht wundern warum ihr als spinner abgetan werdet.
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