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Anton Hysén

Zum ersten Mal seit 1990 hat sich im europäischen Fußball ein prominenter aktiver Spieler geoutet: Der 20-jährige Anton Hysén, Sohn des früheren Starkickers Glenn Hysén vom FC Liverpool, fürchtet aber, dass er sich den Weg in die höchste schwedische Liga damit verbaut hat.

Anton Hysén verdiente noch vor kurzem für den Erstligisten BK Häcken seine Brötchen, wurde aber nach mehreren Verletzungen nicht in die erste Mannschaft aufgenommen. Derzeit spielt er als Amateur für den Viertligisten Utsiktens BK aus Göteborg, den sein Vater trainiert. Der Spieler, dem Experten eine große Zukunft vorausgesagt haben, will vor einem möglichen Teamwechsel jedoch klare Verhältnisse schaffen: "Ich bin Fußballer – und ich bin schwul. Wenn ich meine Leistung bringe, spielt das aber doch überhaupt keine Rolle, ob ich auf Frauen oder Männer stehe", erklärte er gegenüber dem schwedischen Fußball-Magazin "Offside".

Wo zum Teufel sind die anderen Schwulen?

Er will damit bewusst ein Vorbild für andere schwule Fußballer sein: "Ich spiele vielleicht nicht in der höchsten schwedischen Liga, aber ich will beweisen, dass die sexuelle Ausrichtung eines Menschen keine Rolle bei der Ausübung seines Berufs spielt." Für ihn sei es empörend, dass er der einzige Spieler in Schweden ist, der offen zu seiner Homosexualität steht: "Das ist krank, wenn man darüber nachdenkt. Das alles ist 'fucked up'", so Hysén in bestem Schwedisch. "Wo zum Teufel sind die anderen?"

Hysén ist sich im Klaren, dass seine Karriere unter seiner Offenheit leiden könnte: "Es könnte ja sein, dass ein Club Interesse an mir zeigt – und dann hört der Trainer, dass ich schwul bin, und dann ändern sie vielleicht plötzlich ihre Meinung." Trotzdem bereut er die Offenheit nicht – denn nach dem Coming-out ist die sexuelle Orientierung nicht mehr sein Problem, sondern das Problem des Clubs.

In Europa hat sich bislang nur ein Profispieler geoutet: Der Engländer Justin Fashanu berichtete 1990 als 29-Jähriger von seiner Homosexualität. Der Spieler hatte bereits zuvor erfahren müssen, wie schwer es ein Schwuler im Männersport Fußball hat: 1982 schmiss ihn der Trainer von Nottingham Forest aus dem Team, nachdem er von Besuchen seines Jungstars in Schwulenbars erfahren hatte. Daraufhin beauftragte Fashanu eine christliche Sekte, ihn von seiner Homosexualität zu "heilen" – natürlich erfolglos. Auch nach seinem Coming-out ging es für den Briten nicht bergauf. Er verübte 1998 Selbstmord. (dk)

Youtube | Anton Hysén in einem Interview


#1 UweBerlinProfil
#2 Knueppel
  • 09.03.2011, 15:33h
  • Ich freue mich über diesen selbstbewussten schwulen Mann, gratuliere ihm und wünsche ihm weiterhin viel Erfolg!!!

    Bin gespannt, wie lange es in Deutschland dauert, bis sich hier jemand von den aktiven Spielern traut.

    Warum outen sich eigentlich nicht mehrere Player gleichzeitig? Das könnte die Aufmerksamkeit etwas streuen und damit den Druck, dem geoutete Spieler von Seiten ihrer Vereine und den Fans ausgesetzt sind, etwas nehmen.
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#3 Wir kriegen euchAnonym
  • 09.03.2011, 15:34h
  • Ein mutiger Schritt von jemandem, der offenbar selbstbewusst und auch sozial veranwortlich genug ist, das perverse Versteckspiel, den perversen sexuell begründeten Rassismus im Volkssport Nummer eins nicht länger fortzusetzen.

    Und ein weiteres Zeichen dafür, dass die Luft und das Eis für die schwulen Selbstverleugner unter den Fußball-Millionären, die nicht einen Funken Selbst- und Fremdachtung besitzen, immer dünner wird.

    So langsam solltet ihr nicht mehr die Augen verschließen, sondern erkennen, dass es in den nächsten ein, zwei Jahren vermutlich die letzte Gelegenheit gibt, euer Coming-out noch selbst in die Hand zu nehmen, statt es anderen zu überlassen. Da für euch offensichtlich nur egoistisch-opportunistische Motive zählen, seid ihr gut beraten, nicht die Kontrolle über die Gestaltung eures Outings und damit auch über eure Karriere vollends aus der Hand zu geben.

    Es ist nur noch eine Frage der sehr absehbaren Zeit, bis die Mitwisser ihr Wissen teilen oder der Sensationsjournalismus mit euch endlich genauso verfährt, wie er es bei Heterosexuellen schon seit eh und je tut. Die können auch nicht eine einzige "Affäre" haben, ohne dass es am nächsten Tag in der Zeitung steht. Ich gehe davon aus, dass diese Sonderbehandlung für schwule Clowns, die sich zu Idioten eines widerlichen Heterosexismus machen, sehr bald ein Ende finden wird. Das allgemein zunehmende Interesse der Öffentlichkeit am Thema "Schwule im Fußball" und andere Tendenzen der letzten Zeit sprechen eindeutig dafür.

    Nehmt euch also ein Beispiel, an selbstbewussten couragierten Männern wie Anton Hysén, oder ihr steht schneller als lächerliche Weicheier und Selbstverleugner im Blickfeld der Öffentlichkeit, als euch lieb sein kann!
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#4 LorenProfil
  • 09.03.2011, 16:09hGreifswald
  • Und da sage noch einer, es gäbe keine Vorbilder mehr. Bitte mehr davon. Und Hut ab, Anton Hysen.
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#5 seb1983
  • 09.03.2011, 16:11h
  • Antwort auf #3 von Wir kriegen euch
  • Schön wenn sich jemand outet.

    Die Einschätzung über sonstige Outings teile ich aber nur bedingt ob nun "absehbar" ist dass da Zwangsoutings folgen. Da brodelt es nun schon seit 10 Jahren und außer dass der Name fast jedes (halbwegs attraktiven) Spielers gefallen ist hat sich da noch nichts getan.
    Freiwilliges und Zwangsouting würden sich wohl auch nich groß unterscheiden, ob bei Bild nun "XY schwul" oder "XY: Ja ich bin schwul" zu lesen ist? Das macht nicht den großen Unterschied, der Öffentlichkeit wäres ohnehin egal. Ein selbsgeouteter Fußballer als couragierter Held und ein zwangsgeouteter als Weichei, das ist eher rosarotes Wunschdenken.

    Bleibt abzuwarten was passiert, denn ohne die Ereignisse abseits des Rasens wärs ja nur halb so spannend
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#6 SvenAnonym
  • 09.03.2011, 16:13h
  • Respekt!

    Eins muss ich bemängeln:

    Dass bei jedem auch nur entfernt mit dem Thema zusammenhängenden Artikel der Selbstmord erwähnt wird, der nun mittlerweile über 12 Jahre her ist, ist bestimmt Motivationsfördernd sich zu outen.

    Hier bei dem Artikel kann ich ja grad noch verstehen, dass er erwähnt wird. Aber bei jedem anderen Scheiß, der ein bissl was mit Fußball zu tun hat wird dieser Selbstmord rangezogen...

    Ich will ja nicht, dass ihr das vollkommen verschweigt, aber diesen Selbstmord habt ihr im vergangenen Jahr gefühlte 1000 mal erwähnt.

    Motiviert bestimmt jeden Profi, der das hier liest sich zu outen...
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#7 SanjoProfil
#8 BAyernlandeAnonym
  • 09.03.2011, 16:15h
  • Antwort auf #3 von Wir kriegen euch
  • Wenn einem schon soviel Hass und Verachtung von den "eigenen" Leuten entgegenschlägt wieviel schwerer wird es dann für diese Spieler noch werden??
    Du erdreistest dich hier wie das Letzte über diese Menschen zu urteilen ohne diese zu kennen. Es ist ja so bequem vom Sofa aus oder in einer Meute wie auf dem CSD große Töne zu spucken. Aber stell dich doch mal in die Mitte eines Fussballstadions mit bis zu 70.000 Menschen und hör dir menschenverachtende Sprechchöre an!! Allein dein Geschreibsel hier bringt mich zum würgen!
    Hysen ist der Sohn eines ehemaligen Profis.. genügend Geld wird also in der Familie sein. Aber was ist mit jenen die nicht aus reichem Elternhause stammen und deren Sport ihr einzig erlernter Beruf ist. Man sollte homosexuelle Spieler ermutigen und bei einem öffentlichen Coming-out unterstützen und ihnen nicht mit solchem Hass wie du es hier tust begegnen. Ich kann gar nicht soviel Essen wie ich kotzen könnte als ich das gelesen habe!

    Und falls es dich interessiert die "Medienmeute" weiss sehr wohl über die homosexuellen Spieler bescheid. UNd deshalb wird es auch kein Outing durch die Medien geben. Die sind sich an dieser Stelle ihrer Verantwortung nämlich bewusst.
    Übrigens gibt es beim FC Bayern ein homosexuelles Pärchen die sogar regelmäßg gemeinsam auf dem Spielfeld stehen!!

    Bin auf dem Klo!
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.03.2011, 16:21h
  • Endlich einer, der sich traut und deutlich macht, daß Homosexualität und Fußball keine Gegensätze sein müssen! Viel Erfolg, Anton und lasse Dich auf gar keinen Fall unterkriegen!
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#10 FloAnonym
  • 09.03.2011, 16:24h
  • Bravo!
    Das ist ein wahrer Held!!
    Und ein Vorbild für alle Jugendlichen, egal, ob sie homo- oder heterosexuell sind!!

    Und dass er das ganz alleine gemacht hat, ohne dass das zusammen mit anderen geschieht, macht es nur noch respektabler!

    Ich hoffe sehr, dass alle Schwulen dieser Welt und auch die wahren Sport-Fans ihn mit aller Kraft unterstützen!

    Und dass er bald möglichst viele Nachahmer findet. Denn erst nach dem Outing merkt man, wie gut einem das tut und wie viel schöner alles wird! Und schließlich haben Sportler ja auch eine Vorbildfunktion und die Macht, so viel zum besseren zu ändern...

    Danke Anton Hysén! Ein Vorbild und Held!
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