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Andreas Theis, Jahrgang 1948, arbeitet im Hauptberuf für die Stiftung Deutsche Kinemathek als Leiter des Fotoarchivs (Bild: Schwules Museum/Burghard Mannhöfer)

Dr. Andreas Sternweiler und Wolfgang Theis bekommen von Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz verliehen

Staatliche Ehren für zwei langjährige Aktivisten: Am 15. März 2011 wird der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), das Bundesverdienstkreuz an Dr. Andreas Sternweiler und an Wolfgang Theis überreichen, das ihnen für ihr ausdauerndes und aufopferungsvolles Engagement und ihren Verdienst als Initiatoren, Gründer und treibende Kräfte hinter dem Schwulen Museum Berlin vom Bundespräsidenten verliehen wurde.

Mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die beiden Museumsbegründer würdigt der Bundespräsident ihren unermüdlichen Einsatz im Dienste eines außergewöhnlichen Projekts, denn ihnen gelang die Schaffung und der Aufbau einer weltweit einzigartigen Institution: Das Museum mit seinem Ausstellungsprogramm, seinen Sammlungsbeständen und seiner umfassenden Fachbibliothek ist der Dokumentation, Erforschung und Präsentation von homosexueller Kultur- und Alltagsgeschichte gewidmet. Es leistet so Zeit seines Bestehens einen aktiven Beitrag gegen Diskriminierung und gegen die Ausgrenzung von sexuellen Minderheiten.

Mit der Ausstellung "Eldorado" hat 1984 alles begonnen


Dr. Andreas Sternweiler, Jahrgang 1957, ist seit 2006 aufgrund seiner HIV-Infektion frühverrentet (Bild: Schwules Museum)

Wolfgang Theis und Andreas Sternweiler kommt in der Entstehungsgeschichte des Hauses eine ganz besondere Rolle zu: Sie waren die federführend bei der Realisierung der Ausstellung "Eldorado" im Jahr 1984 im damaligen Berlin Museum, der weltweit ersten Ausstellung zur Geschichte und Kultur homosexueller Frauen und Männer, die in einem staatlichen Museum gezeigt wurde.

Aus der Idee der Ausstellung wurde die Idee des Schwulen Museums geboren; beide Ausstellungsmacher waren im Jahr 1985 auch Mitbegründer des Vereins Freunde eines Schwulen Museum in Berlin e.V. und übernahmen in der Folge ehrenamtlich zentrale Aufgaben beim Aufbau der Institution. Durch ihren Elan und ihren unermüdlichen Einsatz bei der Umsetzung ihrer Visionen über mehr als 20 Jahre hinweg legten Wolfgang Theis und Andreas Sternweiler das Fundament für den schrittweisen Ausbau des Museums zu einer international anerkannten kulturellen Einrichtung.

Dokumente und Kunstwerke aus dem Zeitraum 1500-1970


Weltweit einzigartige Institution: Schwules Museum Berlin (Bild: Wiki Commons / Assenmacher / CC-BY-SA-3.0GFDL)

Von der Gründung bis heute wurden im Schwulen Museum 127 Ausstellungen zu zahllosen Themen realisiert - darunter als Meilensteine die großen Ausstellungen "Goodbye to Berlin? 100 Jahre Schwulenbewegung" (1997) in der Akademie der Künste in Berlin und "Verfolgung Homosexueller Männer in Berlin 1933-45 in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen" (2000). Die begleitenden Publikationen gelten als Standardwerke zum Thema.

Zudem gelang über die Jahre der Aufbau einer Sammlung mit Dokumenten und Kunstwerken aus dem Zeitraum 1500 bis 1970, ohne die die heute im Museum gezeigte Dauerausstellung "Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit. 200 Jahre Geschichte" nicht denkbar wäre und die der wissenschaftlichen Reputation des Museums zugrunde liegt.

Wolfgang Theis und Andreas Sternweiler sind die Macher und "Mütter" des Schwulen Museums. Ohne ihre visionäre Kreativität und ihr unerschöpfliches Engagement würde es das Schwule Museum in seiner heutigen Form nicht geben - das man ohne zu übertreiben als ihr Lebenswerk bezeichnen kann. (akj)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 stromboliProfil
  • 11.03.2011, 09:57hberlin
  • ja, glückwunsch und dank an die macher, vom kurator bis zum kartenverkauf.. ;immer eine freude und angenehme stunden in der eigenen geschichte herum geschnüffelt!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FritzeAnonym
#4 janein
#5 GeorgFalkenhagenProfil
  • 11.03.2011, 22:38hBremen
  • Mein Mann und ich gratulieren ebenfalls, man ist ja solidarisch. Etwas Wermut ist jedoch in die Lobhudelei-Suppe zu gießen:

    Mindestens ebenso viel Ehre gebührt Manfred Baumgardt, der früher Archiv und Bibliothek führte und, inzwischen in seine Heimatstadt Kassel zurückgekehrt, seine kranke Mutter pflegt.

    Mein Mann und ich hatten auch schon die Ehre, der Institution "Schwules Museum" zu dienen, rein ehrenamtlich versteht sich. Unter anderem hielten wir es für sachdienlich, 1999 das Museum erst mal ins Internet zu bringen, was die "Macher" allerdings ziemlich argwöhnisch beäugten und bei der Anmeldung der domain "www.schwulesmuseum.de" sogar befürchteten, wir könnten ihnen ihre "Marke" klauen. Die Jungs von der benachbarten AHA amüsierten sich darüber köstlich.

    Zum Eklat kam es dann 2003, als man meinte, den Webauftritt in "professionellere" Hände legen zu müssen. Mit dem Ergebnis, dass das Gästebuch leider nur eine Fehlermeldung ausspuckt, worauf wir hinschmissen. Seitdem sucht das SM händeringend nach ehrenamtlichen Besucherbetreuern, ausgerechnet in Springers "B.Z.".

    Auch unser Engagement für die Homo-Ehe war so manchem im SM ein Dorn im Auge, ein "anständiger" linker Schwule heiratet doch nicht!

    Und nun zu Herrn Wowereit: Dass der sich auch gleich selbst noch ein Bundesverdienstkreuz umhängen lässt

    www.focus.de/politik/schlagzeilen/nid_66538.html

    ist ja wohl oberpeinlich!

    Mein Mann und ich halten es da eher mit Judith Butler: Wir würden nie einen Orden annehmen!!!
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#6 J. FriedenbergAnonym
  • 12.03.2011, 15:41h
  • Ein Dankeschön nach Berlin

    Schwul zu leben war stets schwer,
    vieles längst vergessen wär`,
    hätten nicht beizeiten Männer,
    Kunstexperten, Szenenkenner
    ehrenamtlich, ohne Spesen,
    festgehalten, was gewesen:

    Alte Bücher, Briefe, Akten,
    Bilder, Spielzeug, Film mit Nackten,
    Lederzeug und die gelackten
    hochhackigen Schuhe, auch
    Werkzeug zum Intimgebrauch -
    alles, was Schwulen und Lesben gefällt,
    wird im Schwulen Museum ausgestellt.

    Schwules Leben, Leiden, Lieben,
    archiviert und aufgeschrieben,
    für die Nachwelt aufbewahrt.
    Drum mit Beifall nicht gespart,
    haltet Kurs, bleibt in der Spur:
    ihr Hüter schwuler Lebenskultur.

    Jürgen Friedenberg
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FoXXXynessEhemaliges Profil