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  • 14. März 2011, noch kein Kommentar

Harmloses Cover, heißer Inhalt

Fast wie in der britischen Serie "Skins", nur viel schöner erzählt: Sacha Sperlings Coming-out-Roman "Ich dich auch nicht".

Von Carsten Weidemann

Ein 17-jähriger Franzose schreibt über wilde Partys, Alkohol, Drogen und Sex. Jede Menge Sex... Sacha Sperlings Roman "Ich dich auch nicht" war 2010 in Frankreich ein Riesenskandal - und wurde gleichzeitig als literarische Entdeckung des Jahres gefeiert. Nun hat ihn der Piper Verlag ins Deutsche übersetzt.

Die Story: Sacha Winter ist 14 geworden. Seine Mutter, eine Alt-68erin, verwöhnt ihn mehr, als dass sie ihn erzieht. Der Vater dagegen gibt sich bei seinen seltenen Auftritten autoritär - freilich ohne Erfolg. Sacha gehört zu der coolen Clique in seiner Pariser Reiche-Leute-Schule, aber eigentlich langweilt ihn das alles und ist er auf der Suche nach etwas Neuem.

Da lernt er den charismatischen Augustin kennen. Mit ihm zieht er Tag und Nacht um die Häuser, geht er Wodka klauen, raucht, snifft, beginnt Mädchen "flachzulegen". Aber es ist Augustin, in den er sich verliebt - der jedoch mit Sacha und seinen Gefühlen nur spielt.

Frustriert, apathisch und doch irgendwie ätzend 

Der Roman "Ich dich auch nicht" erinnert an die britische Serie "Skins", ist aber viel schöner und literarischer erzählt. Sacha Sperling schreibt mit subtiler Beobachtungsgabe und in einem geradezu filmischen Stil. Der besondere Ton dieses Romans - frustriert, apathisch und doch irgendwie ätzend - zeugt von seinem großen Talent.

"Ich dich auch nicht" ist eines dieser Bücher über schwules Coming-out, die man nicht so schnell vergisst.

Sacha Sperling: Ich dich auch nicht, Roman, aus dem Französischen von Carina von Enzenberg, Originaltitel: Mes illusions donnent sur la cour, 224 Seiten, gebunden, Piper Verlag, München 2011, 17,95 €