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Wollte vor drei Jahren noch die Jugend vor schwulen Spielern "schützen": Trainer Christoph Daum

Im Tatort am Sonntag outet sich ein Bundesligaspieler als schwul, in der Realität hält dies Fußballtrainer Christoph Daum für unmöglich.

Von Carsten Weidemann

Noch vor zwei Jahren hatte sich Fußballtrainer Christoph Daum für ein Coming-out von schwulen Bundesliga-Spieler ausgesprochen und seine menschliche Unterstützung angeboten (queer.de berichtete), jetzt hält er einen solchen Schritt für unmöglich. Im Interview mit dem WebTV-Format Das Wort zum Mord sagte er: "In absehbarer Zukunft kann ich mir das nicht vorstellen. Das ginge nur, wenn es einen Zusammenschluss mehrerer schwuler Profis gibt."

Daum äußerte sich anlässlich der "Tatort"-Folge "Mord in der ersten Liga", die am Sonntag, den 20. März um 20:15 Uhr im "Ersten" ausgestrahlt wird. Der NDR-Krimi mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm beschäftigt sich erstmals mit dem Thema Homosexualität im Profifußball.

Tatort: Profifußballer Kevin Faber wird ermordet aufgefunden


Szene aus dem Tatort "Mord in der ersten Liga": Bundesliga-Spieler Ben Nenbroock outet sich auf einer Pressekonferenz als schwul (Bild: NDR)

Die Story: Nach einer wichtigen Spiel wird der Profi-Fußballer Kevin Faber tot am Ufer eines Sees aufgefunden - erschlagen. Kommissarin Lindholm ist erschüttert: Nur wenige Stunden vor seinem Tod hat Faber ihrem Sohn David im Stadion ein Autogramm gegeben. Schon bald verfolgt die Kommissarin mehrere Spuren: Hatte Faber mit einem kritischen Interview seine Fans vor den Kopf gestoßen? War der Mord eine Abrechnung von Hooligans? War Fabers Kollege und engster Freund Ben Nenbroock eifersüchtig auf seine Karriere? Und wie sah das Privatleben Fabers aus, lebte er wirklich glücklich mit einer Frau zusammen?

Um es kurz zu machen: Gegen Ende der Krimis outet sich Nenbroock auf einer Pressekonferenz seines Hannoveraner Vereins als schwul - getrieben von einigen Medien, die zuvor entsprechende Vermutungen angestellt hatten. Hauptdarstellerin Furtwängler erklärte in einem Interview, dass es die Aufgabe der Krimireihe sei, "Tabus zu brechen". "Die Idee zu dem Film kam aus einem Gespräch zwischen mir und Theo Zwanziger", sagte die 44-Jährige Schauspielerin.

Daum: sehr gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema


Ermittlungen im Stadion: Kommissarin Lindholm trifft Spieler Ben Nenbroock, der mit dem Ermordeten befreundet war (Bild: NDR)

Die "Tatort"-Folge "Mord in der ersten Liga" setze ein Ausrufezeichen, um "ein Stück weit mehr Normalität" in das Thema Homosexualität im Fußball zu bringen, kommentierte Christoph Daum in der WebTV-Serie. Die Auseinandersetzung finde er "sehr gelungen". Daum selbst zähle Homosexuelle zu seinen engsten Freunden und plädiere für Toleranz. Noch vor drei Jahren war der ehemalige Coach des 1. FC Köln allerdings in die Kritik geraten, als er in einem Interview mit dem Deutschen Sportfernsehen erklärte, man müsse im Profifußball gegen "jegliche Bestrebungen, die gleichgeschlechtlich ausgeprägt sind", vorgehen. Nur so könne die Jugend geschützt werden (queer.de berichtete). Gut zwei Monate später distanzierte er sich von diesen Äußerungen und entschuldigte sich persönlich bei Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs (queer.de berichtete).

In der WebTV-Serie Das Wort zum Mord kommentieren jeweils drei Prominente und Experten die aktuelle Folge des ARD-Krimiklassikers "Tatort" direkt im Anschluss an die TV-Ausstrahlung. In der Folge am 20. März äußern sich ab 21:45 Uhr neben Christoph Daum auch die ehemalige EKD-Vorsitzende Margot Käßmann und Bestseller-Autor Frank Schätzing.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.03.2011, 09:47h
  • Herr Daum eiert bei diesem Thema immer herum! Trotzdem werde ich mir am Sonntag den Tatort im Ersten anschauen!
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#2 jojoAnonym
  • 15.03.2011, 09:59h
  • "am 20. März äußern sich ab 21:45 Uhr neben Christoph Daum..."

    na, das ist aber schön, dass man da diesen experten für homosexualität zum thema sprechen lässt. das wird bestimmt wahnsinnig viel zur aufklärung der gesellschaft beitragen. *kopfschüttel*
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#3 TommAnonym
  • 15.03.2011, 10:09h
  • Vielleicht gar nicht so verkehrt, das Thema "Homosexualität" und "Profifussball" in einem Tatort Krimi "zusammenzubringen" !?

    Die doch immer noch grosse "Quote" am Sonntagabend (Tatort) wird bei dem Einen oder Anderen (heterosexuellen) "Tatort-Fan" vielleicht doch dazu führen, sich mit diesem, für viele "undenkbarem" Thema auseinanderzusetzen und zu beschäftigen ?!
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#4 FloAnonym
  • 15.03.2011, 10:14h
  • Mal ist Daum für Outings, mal dagegen. Mal findet er Homosexualität okay, mal nicht. Mal hü mal hott.

    Was befähigt diesen Mann eigentlich, sich jedesmal zum Thema "Homosexualität und Fußball" zu äußern? Hat der sich jemals bei dem Thema besondern hervorgetan?

    Ansonsten:
    Was in Skandinavien möglich ist, muss auch hierzulande möglich sein.

    Natürlich müssen dann auch homophobe Hassparolen in den Stadien ebenso hart und konsequent bestraft werden (Geldbußen, Stadionverbote, etc.) wie rassistische Hassparolen in den Stadien.

    Allerdings befürworte ich auch Gruppenoutings, damit sich keiner alleine outen muss. Außerdem ist der positive Effekt für Spieler und Gesellschaft gleichermaßen so am höchsten.
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#5 carolo
  • 15.03.2011, 10:23h
  • Antwort auf #3 von Tomm
  • > Vielleicht gar nicht so verkehrt, das Thema
    > "Homosexualität" und "Profifussball" in einem
    > Tatort Krimi "zusammenzubringen" !?

    Das ist ja wie in der DDR, wo sie heikle Themen auch eher im Polizeiruf 110 untergebracht haben, als in anderen Sendungen.
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#6 XDAAnonym
  • 15.03.2011, 10:40h
  • Antwort auf #5 von carolo
  • Na wo wurde denn der erste schwule Kuss im dt TV gezeigt. In einer politischen Talksendung oder in der Lindenstrasse?! Es ist doch super, dass ein solches Thema in einer Serie bearbeitet wird, die von sehr vielen Bürgern gesehen wird. Vielleicht kommt der ein oder andere überhaupt mal auf den Gedanken, dass ein Fussballer schwul sein könnte, oder denkst du wirklich der Durchschnittsfussballfan schaut Beiträge über Homosexualität im Fussball auf arte oder EinsExtra?
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#7 TommAnonym
#8 TommAnonym
  • 15.03.2011, 11:25h
  • Antwort auf #2 von jojo
  • Ich finde die "Auswahl" der Talkgäste bei Anne Will auch nicht OK !! :-(

    Ich bin selber auch sehr gespannt, ob Herr Daum an diesem besagten Abend "pro" oder "contra" zum Thema "Outing im Profifussball" eingestellt sein wird ...

    Er könnte wahrscheinlich mehr über "Kokain-Mißbrauch" und dessen "Folgen" in der Talkrunde erzählen :-)
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#9 Iceman
  • 15.03.2011, 12:05h
  • Lieber Herr Daum!

    Ich hielt sie einst für einen der fähigsten Trainer.
    Man sieht es ja auch an den neuerlichen Erfolgen des FC.

    Auf anderem Gebiet haben Sie allerdings kläglich versagt. Sie haben bewiesen, dass Sie keine Ahnung von uns Schwulen haben.
    Da sollte es eigentlich angesagt sein, auch in Zukunft die Klappe zu diesem Thema zu halten, wenn man schon keine Ahnung hat.

    Und ein Coming-out von Spielern funktioniert nur in der Gruppe? Wie denn?
    Da müsste doch die ganze Mannschaft schwul sein..
    Also ich kann mir das nicht vorstellen.

    Bitte schweigen Sie in Zukunft in Demut vor diesem Thema, Herr Daum.
    Es wäre für alle Beteiligten das Beste.
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#10 jojoAnonym
  • 15.03.2011, 12:26h
  • Antwort auf #4 von Flo
  • "Hat der sich jemals bei dem Thema besondern hervorgetan?"

    ja, hat er. das isses halt. heute werden ja leute nicht mehr ins tv geholt, weil die sich mit irgendwas wirklich auskennen, sondern weil sie halt irgendwas "kontroverses" daherplappern.

    bin mal gespannt, wie das thema im tatort durchgenudelt wird. ich sehe normalerweise keine krimis mehr, deshalb weiß ich nicht, was ich da erwarten soll. früher war der tatort ja nicht gerade hort der aufklärung, sondern eher eine klischeefabrik.

    ich hoffe, das wird nicht wieder so'n "eifersuchtsdrama im homosexuellenmilieu"... *gähn*
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