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Zimperlich waren die sechs Jungs von Rammstein nie, aber mit der neuen Single "Mein Teil", die seit dem 26. Juli im Handel erhältlich ist, übertreffen sie jede ihrer vorherigen Veröffentlichungen. Diesmal steht Kannibalismus auf dem musikalischem "Speiseplan". Hintergrund ist der Fall des Kannibalen Armin Meiwes (42), der im Januar 2004 wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Das Landgericht Kassel hatte ihn für schuldig befunden, den schwulen Ingenieur Bernd Jürgen B. (43) im März 2001 getötet und zum Teil gegessen zu haben. Erschütterndes Detail: Bereits zuvor sollen beide einvernehmlich den Penis des Opfers verspeist haben.

Zu brachialen Gitarrenriffs und mit gewohnt teutonischer Ausdruckskraft singt Rammstein-Frontmann Till Lindemann (38): "Heute treff' ich einen Herrn, der hat mich zum Fressen gern. Weiche Teil und auch harte stehen auf der Speisekarte. Denn du bist, was du isst. Und ihr wisst, was es ist: Es ist mein Teil!". Im Video-Clip setzt die Gruppe zudem auf wüste Bildsprache: eine Transe beim "Essen", oraler Sex mit einem Engel und die Rammstein-Mitglieder, die an Hundeleinen durch die Stadt geführt werden. Geschmacklosigkeit reit sich an Geschmacklosigkeit, und schnell überfluteten Beschwerden die Musiksender. Viva entschloss sich kurzerhand, den Clip nur noch nach 20 Uhr auszustrahlen. Der sonst sensiblere Musiksender MTV hat bisher noch keine Probleme mit dem Video.

Deutschlands Print-Medien haben ebenfalls mit moralischer Empörung reagiert: als "ekelhaft" beschimpfte "Bild" das Video auf einer Doppelseite, die "dreiste Skandalinszenierung" sei eine "perverse Verherrlichung" abartiger Praktiken, sparten auch der "Spiegel" und die "B.Z." nicht mit bösen Kritiken.

Rammstein kann dies nur Recht sein, verkauft man doch so gleich ein paar tausend Singles mehr und macht zudem neugierig auf das kommende Album "Reise Reise" (Veröffentlichung für den 20. September geplant). Das es weniger um Musikalität und Sangeskunst geht, steht dabei außen vor: Grusel, Ekel und der ideale Sound für die Geisterbahn scheinen für die fünf Musiker aus Berlin und Schwerin im Vordergrund zu stehen. Die Thematik das Kannibalismus dient wie schon in früheren Werken der Band als plakativer Effekt, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Das kann allerdings nur schwerlich über den grundsätzlich durchschnittlichen "Rock mit der Brechstange" von Rammstein hinwegtäuschen. (jg)

26. Juli 2004, 18:00



Die Rückkehr des schwulen Kannibalen

Eine Seele so krank, eine Tat so unvorstellbar. Die Geschichte des Kannibalen von Rotenburg startet jetzt doch im Kino. Ein Gericht hob das Verbot auf.
Kannibalen-Film nicht mehr verboten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in letzter Instanz das Verbot des Horrorschockers "Rohtenburg" aufgehoben. Der Film mit Thomas Kretschmann ("King Kong", "Der Untergang") basiert auf dem Leben von Armin Meiwes, dem "Kannibalen von Rotenburg".
#1 FlorianAnonym
  • 26.12.2007, 11:54h
  • Dieser Artikel ist zwar schon etwas älter, jedoch möchte ich trotzdem meine Meinung dazu schreiben.

    Meiner meinung nach ist es nicht richtig die Musikgruppe "Rammstein" so zu verunglimpfen. Wenn man sich die mühe macht, die wahren Gründe der Band für diesen Song zu sehen, dann versteht man besser warum sie einfach nur provozieren möchten.
    Des weiteren sollte die musikalische Qualität der Band nicht an einem einzelnen Song festgemacht werden, wenn man sich mit den Texten und Videos auseinandergesetzt hat, weis man, dass es sich nicht nur um "ekelhafte, perverse und gruselige" Geschichten handelt, sondern dass dahinter künstlerische Genialität steht.
    Dass sich die Band eben auch für unsere Randgruppe einsetzt
    kann man in dem Song "Mann gegen Mann" ja wohl sehen.

    In diesem Sinne möchte ich betonen dass dies meine eingen Menung ist!

    Florian
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