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Der Protest richtet sich gegen diese Plakate

Ein Protestmarsch gegen homophobe Plakate könnte Rechtsextremen auf dem Leim gegangen sein.

Von Norbert Blech

Der Organisator eines geplanten schwul-lesbischen Demonstrationszuges durch das Londoner Viertel Tower Hamlets hat am Dienstag seinen Rücktritt erklärt, berichtet das Portal "Pink News". Damit erreicht der schwelende Streit in der britischen Hauptstadt um den "East End Pride" einen vorläufigen Höhepunkt.

Die für den 2. April geplante Demonstration, mit der gegen homophobe Plakate in dem Viertel protestiert werden soll, war als Privatinitiative mehrerer Männer entstanden und hatte Unterstützung der Organisatoren des eigentlichen CSD in London und weiterer Schwulengruppen gesammelt, wurde von anderen aber kritisiert.

Der Hauptorganisator Raymond Berry musste schließlich hinwerfen, nachdem bekannt wurde, dass er die rechtslastige "English Defence League" mitgegründet hatte und sich auch in anderen Gruppen wie "Stop the Islamification of Europe" engagierte. Ein Vertreter des CSD in London sagte danach, Berry hätte sie in die Irre geführt, worauf man ihn zum Rücktritt aufgefordert habe.

Von seinen Verbindungen, von denen sich Barry teilweise wieder distanziere, habe er ihnen nicht berichtet. Imaan, eine Vereinigung schwuler Muslime, hat für die nächsten Tage ein Dossier angekündigt, das weitere Verbindungen der übrigen fünf Organisatoren zur rechten Szene aufzeigen soll.

"Gay Free Zone"


Ein Protest der English Defence League (Bild: Matthew Wilkinson / flickr / by-nd 2.0)

Derzeit rufen die Organisatoren des CSD in London weiterhin zur Teilnahme an der Demonstration auf, die sich "pro gay" zeigen und nicht gegen etwas richten solle, wie die CSD-Organisatoren am Dienstag mitteilten. Andere Gruppen, vor allem aus dem Osten Londons selbst, befürworten eine Absage, um Spannungen zwischen der Community und Migranten nicht weiter zu erhöhen.

Anlass für die Demonstration ist ein Plakat, das vor wenigen Wochen erstmals an vielen Stellen in Tower Hamlets auftauchte und eine durchgestrichene Regenbogenflagge mit dem Slogan "gay free zone" zeigt. Dazu wird der Koran zitiert. Die Poster tauchen seitdem immer wieder auf.

Das Muslim Council of Britain und die führende Moschee in East London hatten die Poster öffentlich kritisiert und sich mit Vertretern der Community getroffen. Es gab breite Spekulationen, die Poster seien in Wirklichkeit von Mitgliedern der "English Defence League" aufgehangen worden, um Stimmung gegen Muslime zu machen. Die Polizei berichtete zwischenzeitlich von einer Verhaftung eines jungen Mannes asiatischer Abstammung, der Medienberichten zufolge mehrere Plakate bei sich führte. Er wurde allerdings später ohne Anklage freigelassen.

Diskussion um den Islam

Der schwule Journalist Johann Hari, der im East End lebt und für den "Independent" schreibt, hatte zuvor gefordert, man müsse speziell über die Homophobie unter muslimischen Migranten reden, und damit ein Tabu gebrochen. Der Osten Londons hat den größten Anteil von Muslimen des Landes und eine hohe Anzahl homophober Vorfälle.

Hassverbrechen wurden in den letzten Jahren allerdings zunehmend aus allen Teilen des Landes berichtet, bei den ganz schweren Fällen wie Körperverletzungen und Mord, die es in die Medien schafften, handelte es sich aber auf Täterseite zumeist um weiße Teenager. Schwul-lesbische Gruppen aus East London äußerten mehrfach, in Homophobie ein Problem zu sehen, das mit sozialem Status und Bildung zusammenhänge, nicht mit einer Religion.

Nachtrag vom 16. März 2011: Der East End Pride wurde heute abgesagt.



#1 geesthachtAnonym
  • 15.03.2011, 18:30h
  • insgesamt aber kein beinbruch. unterm strich positiv.

    das ganze trägt ja prima zur politischen bildung und wachsamkeit bei.

    im innen- und aussenpolitischen weiß man ja um die großen und kleinen freundeskreise, die versuchen mit solchen provokationen kapital für eine politik von hetze und spannung zu ergaunern. also vom pissfleck bis zum diplomaten-pass.

    ob das nun sprachgespreitzt mit bildungsattitüde und wertesorge daherkommt, oder mit einem türkisch bzw. arabisch klingenden nick, auch hier, und provokationsgeseier, bleibt sich gleich.

    man kennt ihre handschrift und ihre methoden;
    auch im akademischen milieu.
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#2 GeertAnonym
  • 15.03.2011, 18:42h
  • Es ist die alte Frage: Soll man tolerant gegenüber Intoleranten sein?
    Sollen sich Schwule, die selbst diskriminiert werden, mit andere Diskriminierten (Moslems, Zeugen Jehovas, Evangelikale), die aber wiederum selbst Schwule diskriminieren, zusammen tun oder sollen sie sie bekämpfen, weil sie von ihnen diskriminiert werden?
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#3 MazupilamiProfil
  • 15.03.2011, 19:12hBZ
  • Dazu wird es nicht kommen, denn da sie dich ja nicht mögen, werden sie sich auch nicht mit dir zusammentun. Allerdings kannst du dich gern mit schwulen und auch anderen Muslimen zusammentun die tolerant sind und das verhalten ihrer eigenen Leute nicht gut finden.

    :)

    Kann mir mal einer das Vote-system hier erklären, wenn ich + drücke, wird es ne Minusstimme und umgekehrt hahahah, auch kann man aus rot und grün keine Rückschlüsse ziehen ob etwas gut oder schlecht bewertet ist ... ich bin überfordet
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#4 gavros
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 alexander
  • 15.03.2011, 22:26h
  • Antwort auf #3 von Mazupilami
  • die sachsen waren schon in ihrer nva-zeit an der berliner mauer überfordert ! damals hast du noch im "neubaugebiet" , im plattenbau, im DDR-sand gespielt !

    da wurden noch die döner buden abgefackelt !

    es gibt keien bösen muslime, genausowenig wie es böse deutsche gibt ?????

    gänsefleischmaldenkofferraumöffenen ????????
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#7 Gunpowder PlotAnonym
  • 16.03.2011, 06:39h
  • Die Steigerung, die Tea-Party-SA

    " Don't forget 9/11 !!!

    You're messing with Americans now.
    We're not England. We're not British.
    We're Americans."

    www.youtube.com/watch?v=FkZhAtNfcBE

    fine arts

    Johann Hari, very independent:

    Seine Argumentationen und Kommentare zu zeitgeschichtlichen und politischen Vorgängen werden oft adaptiert und weiterverwendet. So äußerte Hari sich zum Beispiel am 5. Februar 2003 im Independent zum Heraufkommen des Irakkrieges:

    „We should be marching in the streets […] to secure a guarantee from Blair and Bush that after the conflict we will stay and help its people to build a peaceful, federal, democratic Iraq.“

    Diese „moralische“ Argumentation wurde von dem damaligen britischen Premierminister Tony Blair übernommen, als er auf einem strittigen Europa-Gipfel zu Beginn des Krieges bemerkte, dass sich trotz der Meinungsverschiedenheiten zumindest alle auf die Notwendigkeit eines westlichen „Wiederaufbaus“ im Irak einigen könnten, und er dasselbe (wie Hari) forderte.
    (wikipedia)
  • Antworten » | Direktlink »
#8 randständigAnonym
  • 16.03.2011, 07:06h
  • Antwort auf #7 von Gunpowder Plot
  • „We should be marching in the streets ....
    2003

    2010

    "..Dieser Bericht soll sich um Bayan Jabr (Innenminister unter der Regierung al-Djafari), die CPA und die Lage der Homosexuellen im Irak drehen.

    Die neuesten Entwicklungen machten ihm, Abbas Khider, Angst. Der Irak habe sich gewandelt. Morde an politischen, religiösen und innerkonfessionellen Gegner stiegen nach der Machtübernahme der CPA (unter Führung von Paul Bremer) rapide an.

    Das Leben der Homosexuellen war vor der Neuordnung der politischen Verhältnisse weniger problematisch. Sie wurden geduldet. Sie heirateten, zeugten Kinder und sorgten für Nachwachs, was nach islamischem Verständnis die Hauptaufgabe des Mannes sei.

    Nachdem die Schiiten ab Januar 2005 die Macht übernahmen, wurden Homosexuelle öffentlich denuziert und ermordet, bevor sie stundenlang gequält wurden. Berichte gibt es darüber, dass den Männern Dinge in den Anus eingeführt oder dass diese stundenlang vergewaltigt wurden.

    www.aliraqaljadid.de/2010/11/die-lage-der-homosexuellen-im-i
    rak-bayan-jabr-und-die-cpa/


    Abbas Khider

    www.daserste.de/druckfrisch/thema_dyn~id,395~cm.asp
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#9 DragonWarrior
  • 16.03.2011, 07:17h
  • Antwort auf #2 von Geert
  • es ist die alte FALSCHE frage, die du stellst, geert:

    und der trick ist leicht durchschaubar:
    es gibt bei dir nur "Schwule" einerseits und "Moslems, Zeugen Jehovas, Evangelikale" andererseits...

    Letztere haben als universelles Merkmal, dass sie Schwule diskriminieren.
    Abgesehen von der Tatsache, dass es auch Schwule in diesen Gruppen gibt, gibt es in all diesen Gruppen neben denen, die uns diskriminieren - und gegen die wir uns zu recht wehren sollten - auch eine große Gruppe derer, die uns eben nicht diskriminieren und mit denen wir zusammenarbeiten sollten, um ihren Einfluss zu stärken in den jeweiligen Gruppen, mit denen wir aber auch auch als Gesamtgruppe der Diskriminierten zusammenhalten und -arbeiten sollten.
    Diskriminiert werden beide Gruppen in der Regel von rechten Kräften bis hin zu Faschisten und gegen die sollten wir uns gemeinsam wehren...
    (und da gibt's ärgerlicherweise auch Schwule darunter, mit denen ich gegen niemanden "kämpfen" werde... *kotz*... es gibt Menschen, die ich nicht als Verbündete haben will)
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#10 dvvrbtfntfhgzjgzAnonym
  • 16.03.2011, 09:37h
  • Keine Frage: Gruppen wie die EDL und andere Faschistzische Gruppen müssen mit allen legalen Mitteln bekämpft werden - erstrecht von den Homosexuellen!
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