Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13872

Alle 21 anwesenden Abgeordneten stimmten für die Homo-Ehe (Bild: tm-tm / flickr / by-sa 2.0)

Der Landtag in Vaduz hat am Mittwoch ohne Gegenstimme eine Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbische Paare beschlossen. Bereits in der ersten Lesung des Gesetzentwurfs im letzten Dezember hatten sich die Parlamentarier geschlossen für eine fast völlige Gleichstellung mit der Ehe ausgesprochen (queer.de berichtete).

Die Gleichstellung umfasst alle Rechte und Pflichten aus den Bereichen Steuern und soziale Absicherung sowie im Einbügerungsrecht, schafft aber kein Adoptionsrecht für schwule und lesbische Paare. Lesben wird der Zugang zur Fortpflanzungsmedizin weiterhin verwehrt. Die liberal-konservative Vaterländische Union, die mit 13 Abgeordneten die Mehrheit der 25 Sitze hält, hatte ursprünglich mehr Abstand zwischen Lebenspartnerschaft und Ehe schaffen wollen.

Wie das "Volksblatt" berichtet, stimmte zudem eine Mehrheit für einen Änderungsantrag, der eine Einführung bereits zum 1. September 2011 statt dem 1. Januar des Folgejahres ermöglicht. Die Zeitung hält es jedoch für möglich, dass Bürger in dem 36.000-Einwohner-Staat ein Referendum gegen das Gesetz starten, dann wäre der Termin unter Umständen nicht haltbar.

Kritik der Kirchen

Widerstand kam vor allem von den Kirchen. Es gehe immerhin um den "Fortbestand der Gesellschaft, den allein die auf der Ehe begründete Familie und nicht eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft garantieren kann", hatte Generalvikar Markus Walser gegenüber der "Basler Zeitung" erklärt. Homosexualität sei eine "schwere Abirrung", so Walser weiter.

Auch der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas fuhr vor der Verabschiedung des Gesetzes schwere Geschütze auf: "Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde", hatte der 62-Jährige gegenüber der Tageszeitung "Liechtensteiner Vaterland" gesagt.

Am Donnerstag erklärte ein Sprecher der katholischen Laienbewegung Credo, man werde auf ein Referendum verzichten, weil das Votum des Landtags "zu deutlich" gewesen sei. Sollte jedoch jemand anderes ein Referendum starten, werde man sich beteiligen. (nb)



Sechs Verpartnerungen in Liechtenstein

Rund ein Jahr nach dem Inkrafttreten des Partnerschaftsgesetzes haben sich drei schwule und drei lesbische Paare im Fürstentum Liechtenstein verpartnern lassen.
Liechtenstein: Volk votiert für Partnerschaftsgesetz

In einer Volksabstimmung haben zwei Drittel der Liechtensteiner für die Einführung von eingetragenen Partnerschaften gestimmt.
#1 jojoAnonym
  • 17.03.2011, 11:54h
  • "Praktizierte Homosexualität ist objektiv eine schwere Sünde, deren rechtliche Anerkennung geradezu einen Skandal darstellen würde"

    man beachte die fast schon rührende verwendung des wortes "objektiv" in diesem satz! ist das nicht süß?

    wenn ich mich auf den marktplatz stellen würde und die abschaffung der zivilehe fordern, weil ich genau wisse, dass der große gimp die ehe für eine sünde hält, dann würde man mir - zu recht! - eine therapie nahelegen.

    ein skandal wäre es, wenn man allen ernstes die rechtsprechung eines demokratischen landes von spekulationen über den vermeintlichen willen irgendwelcher eingebildeter geistwesen abhängig machen würde.

    ein skandal ist es natürlich auch, dass sich immer noch europäische staaten dazu hinreißen lassen, schwule und lesben mit einem sondergesetz abzuspeisen statt gleich die ehe zu öffnen. hoffen wir, dass das nur ein zwischenschritt ist!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Tobi CologneAnonym
  • 17.03.2011, 12:07h
  • Sehr gut, nur schade, dass nicht die Ehe geöffnet wird, sondern nur eine eingetragene Partnerschaft.

    Es zeigt ich auch wieder mal (z.B. an den Diskriminierungen im Adoptionsrecht), dass eine eingetragene Partnerschaft per definition diskriminierend ist und nur eine vorübergehende Notlösung sein darf.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FloAnonym
  • 17.03.2011, 12:18h
  • "Widerstand kam vor allem von den Kirchen."

    Natürlich, von wem auch sonst... War ja wieder mal zu erwarten, dass deren Hassreflexe wieder ausschlagen.

    ----------------------------

    "Fortbestand der Gesellschaft, den allein die auf der Ehe begründete Familie und nicht eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft garantieren kann"

    Sind diese Pfaffen wirklich so dumm oder spekulieren die nur auf die Dummheit ihrer Schäfchen?

    Nur weil man Schwule und Lesben diskriminiert, werden sie nicht heterosexuell. Und auch Heteropaare bekommen nicht mehr Kinder, weil man Homosexuelle diskriminiert.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 MarekAnonym
  • 17.03.2011, 12:37h
  • Antwort auf #2 von Tobi Cologne
  • "Es zeigt ich auch wieder mal (z.B. an den Diskriminierungen im Adoptionsrecht), dass eine eingetragene Partnerschaft per definition diskriminierend ist und nur eine vorübergehende Notlösung sein darf."

    Genau so sind eingetragene Partnerschaften konstruiert! Wären sie der Ehe wirklich vollkommen gleichgestellt, bräuchte man kein separates Rechtsinstitut! Es wird immer mehr oder weniger große Unterschiede geben!

    Und selbst wenn sie irgendwann wirklich zu 100% gleichgestellt wäre, wäre es diskriminierend, für dasselbe unterschiedliche Namen zu wählen!

    Deswegen stimme ich vollkommen zu, dass eingetragene Partnerschaften nur eine temporäre Notlösung auf dem Weg zur Eheöffnung sein dürfen!

    Und auch, wer selbst nicht heiraten möchte, sollte dafür kämpfen, da sich daran festmacht, ob wir alle als gleichwertig angesehen werden oder nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 MarekAnonym
  • 17.03.2011, 12:41h
  • Antwort auf #1 von jojo
  • Da kann ich Dir nur vollkommen zustimmen:
    dass ausgerechnet Kirchen von "Objektivität" sprechen ist eine Verhöhnung und das zeigt, für wie dumm die ihre Wähler halten.

    Es sind doch gerade die Kirchen, die ihre ganze Welt, ihre Rechtfertigung und ihre Regeln auf Glauben statt Wissen begründen! Es sind doch gerade die Kirchen, die ständig wissenschaftliche Fakten und logische Argumentation ablehnen!

    Es wird allerhöchste Zeit, dass endlich Parteien in Regierungsverantwortung kommen, die weniger kirchenhörig sind und als echte Demokraten die Trennung von Staat und Kirche endlich umsetzen!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 JoonasAnonym
  • 17.03.2011, 13:13h
  • Die Kirchen wollen einfach nicht einsehen, dass wir nicht mehr im Mittelalter leben, wo die Kirche diktatorisch herrschte, sondern dass wir mittlerweile in einem demokratischen Rechtsstaat leben!

    Wenn die Kirche weiterhin Demokratie, ihre Prinzipien und ihre Grundrechte nicht anerkennt und sich außerhalb der Demokratie positionieren will, dann muss sie - wie jede andere demokratiefeindliche Organisation auch - vom Verfassungsschutz beobachtet werden und notfalls auch verboten werden!!

    Vor allem aber sollte endlich das demokratische Prinzip der Trennung von Staat und Kirche vollzogen werden! Es kann nicht sein, dass der Staat weiterhin als Geldeintreiber der Kirchen Kirchensteuern erhebt. Und es kann erst recht nicht sein, dass auch aus anderen Steuern (auch von Bürgern, die gar nicht Mitglied in einer Kirche sind) die Kirchen massiv subventioniert werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 jojoAnonym
  • 17.03.2011, 13:19h
  • Antwort auf #3 von Flo
  • "Nur weil man Schwule und Lesben diskriminiert, werden sie nicht heterosexuell."

    natürlich nicht, und dass weiß auch jeder katholische funktionär, der einigermaßen helle ist. (ob das die mehrheit oder minderheit ist, darüber mag man gerne streiten.)

    aber wenn man das homophobe grundbrummen der gesellschaft auf einem ausreichenden hohen niveau hält, dann werden weiterhin genügend klemmschwestern katholische priester, die man dank ihrer angst prima erspressen und zu willigen funktionären dressieren kann. ich glaube wirklich, dass ein gar nicht so geringer teil der katholischen hierarchie auf diese weise funktioniert. und wer in einem so durch und durch perversen system lebt und arbeitet, der muss natürlich überall nichts als perversionen sehen.

    das feindbild der katholischen kirche sind nicht die schwulen an sich. wenn katholische funktionäre sagen, dass sie schwule lieben, dann stimmt das sogar. voraussetzung dieser liebe ist aber, dass die armen homos genügend schuldgefühle und selbsthass mitbringen. diese sorte schwule liebt diese kirche, denn von ihnen lebt sie, mit ihrer hilfe hat sie ihr machtgebäude errichtet, und so produziert sie weiterhin von schuldgefühlen zerfressene wesen wie am fließband.

    das wahre feindbild der kk sind GLÜCKLICHE schwule. wir zeigen, dass man auf das hohle moralgesülze dieser kirche scheißen - und dabei glücklich leben kann. das ist die bedrohung, die die kk mit aller macht bekämpft. sie kämpft nicht gegen homosexualität, sie kämpft dagegen, dass die menschen freiheit wittern.

    und das ist wiederum der grund, weshalb wir die kk mit aller macht bekämpfen sollten.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 17.03.2011, 14:35h
  • Da sieht man einmal, wie fortschrittlich das kleine Land, das zwischen Österreich und der Schweiz so eingezwängt ist, ist! Deutschland schaut wieder in die Röhre!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Timm JohannesAnonym
  • 17.03.2011, 14:51h
  • Eine sehr schöne Meldung aus Liechtenstein

    Damit wird also ab September auch in diesem Land die Lebenspartnerschaft ermöglicht. Interessanterweise ist auch das Steuerrecht dort miteinbegriffen, woran es bekanntlich in Deutschland bei der Einkommenssteuer immer noch mangelt. Damit ist dann Liechtenstein sogar fortschrittlicher als Deutschland.

    Gerade die Ungerechtigkeiten in der Einkommenssteuer in Deutschland ärgern mich maßlos mittlerweile. Entweder werden verpartnerte Paare in Steuerklassenwahlrecht/Ehegattensplitting und sonstigen finanziellen Nebengesetzen (5. Vermögensbildungsgesetz/Wohungsbauprämiengessetz) endlich gleichgestellt oder aber solche Förderungen werden abgeschafft und zugunsten einer Individualbesteuerung ersetzt.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 KaiAnonym
  • 17.03.2011, 15:34h
  • "Es gehe immerhin um den 'Fortbestand der Gesellschaft, den allein die auf der Ehe begründete Familie und nicht eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft garantieren kann'"

    Sollten sich diese netten Herren von der Kirche in einem Land mit nur rund 40000 Einwohner dann nicht viel eher fragen, warum sie selbst nichts zum Fortbestand ihres Landes beitragen (Zölibat...)?
  • Antworten » | Direktlink »