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"Mit 12 fragte mich ein Mann: Hast du ´Tod in Venedig´ gelesen?" (Bild: Screenshot ZDF)

Bei ZDF-Talker Markus Lanz plauderte die Modeikone mit dem Pferdeschwanz aus dem Designer-Nähkästchen.

Von Christian Scheuß

Vergangenen Donnerstagabend im ZDF: Karl Lagerfeld betritt die Talkbühne und verhält sich fortan wie eine Teflonpfanne. Nicht so sehr wegen des anthrazitgrauen Anzugstoffes, eher von seiner Haltung her. 60 Minuten lang sitzt er mit verschränkten Armen vor Moderator Markus Lanz, der sich ordentlich dabei abstrampelt, dem Medienprofi mehr zu entlocken, als dessen Bonmots. Doch eloquent und mit leicht spöttischem Lächeln ließ der 1933 geborene Modeschöpfer die Fragen immer dann von sich abtropfen, wenn es zu persönlich wurde. Lanz: "Wie oft lügen Sie, zum Beispiel in Interviews?" Lagerfeld: "Das Niveau ihrer Fragen erlaubt es mir noch, die Wahrheit zu sagen." Lanz: "Wie flirtet Karl Lagerfeld? Mit oder ohne Brille?" Lagerfeld: "Das klingt ja furchtbar. Das sind Fragen, die einem nach 40 Jahren nicht mehr gestellt werden."

Die Talkrunde war trotz vieler Nebensächlichkeiten aus der Welt eines reichen und berühmten Mannes: "Ich bin ein Shopping-Victim, kaufe nur bei Dior Homme, und auch nur von der Stange." sehr unterhaltsam. Und manchmal etwas erhellend.

So plauderte Lagerfeld aus, dass nicht nur die Zahl der Schwulen in der Modebranche enorm hoch ist. "Unter den Top-Models gibt es sehr viele Lesbierinnen. Meine besten Freunde sind alle Lesbierinnen. Da gibt es eine, ich nenne keinen Namen, die ist genial. Die bricht die Herzen aller Mädchen, auch die derjenigen, die angeblich ‚normal' sind. Dieses Mädchen ist das gefährlichste Mädchen, das es gibt. Die kriegt die alle. Die hat Ehen gebrochen, und geht dann gleich zur Nächsten." Von wegen, der Profisport ist das letzte Tabu in Sachen Coming-out. Das gilt offensichtlich auch für den Laufsteg.

Lagerfeld: "Das lesbische Paare Kinder adoptieren, finde ich toll."

Karl Lagerfeld erfüllt auch das Klischee des Schwulen mit einer starken Mutterbindung. Sie habe ihm immer wieder einen kleinen Fußtritt gegeben um dafür sorgen, dass er nicht abhebe. Seine Homosexualität sei von ihr behandelt worden, wie eine Haarfarbe, die bei den Kindern nun mal unterschiedlich sei. Und mit Homosexualität hätten sich die Eltern bereits vorab auseinandersetzen müssen: "Eine ältere Halbschwester war lesbisch und flog aus der Schule, weil sie Affären mit den Lehrerinnen hatte." Die Wahlfamilie sei ihm aber heute lieber und wichtiger als eine Herkunftsverwandschaft, die man sich nicht aussuchen könne. Und Mütter, meint Lagerfeld, seien für die Erziehung von Kindern wichtiger als Väter: "Dass lesbische Paare Kinder adoptieren, finde ich toll. Bei Männerpaaren bin ich nicht so für. Mütter gehören zu Kindern und Kinder zu Müttern." Das wird sein Freund Elton John, der gerade ein Kind mit seinem Lebenspartner adoptiert hat, sicherlich anders sehen.



#1 Timm JohannesAnonym
  • 18.03.2011, 13:53h
  • Also ich finde Lagerfeld im Laufe der Jahre immer besser. Früher empfand ich ihn, als ich jünger war, einfach furchtbar in seiner äußeren Erscheinung.

    Je älter ich werde, desto mehr schätze ich an ihm, was er so an Worten und Gedanken mitteilt. Auch seine klaren und offenen Worte zum Rauswurf von Galliano waren wichtig; es ist nämlich nicht in Ordnung, wenn öffentliche Personen des Lebens -auch wenn sie Alkoholprobleme haben - derartige Worte in der Öffentlichkeit äußern.

    *
    www.zeit.de/lebensart/mode/2011-03/dior-galliano-kuendigung

    Was die Äußerungen zur Regenbogenfamilie angeht: gut das er Frauenpaare mit Kindern unterstützt. Das er Männerpaare mit Kindern weniger gut findet, ist zwar bedauerlich, aber noch nachvollziehbar, denn er ist mit dieser Ansicht leider nicht "allein".

    Auch bei geschiedenen heterosexuellen Alleinerziehenden beobachte ich öfters Äusserungen, wo es heißt: "wären die Kinder doch besser bei der Mutter". Letztlich aber ist dieser Satz falsch, da es durchaus Männertypen gibt, die viel besser für Kindererziehung geeignet sind, als dies bei so mancher heutigen "faulen" vor dem Fernseher sitzenden Mutter der Fall ist.
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#2 CarstenFfm
#4 BurgerBerlinProfil
  • 18.03.2011, 16:10hBerlin
  • Vielleicht sollte man bei der Recherche etwas mehr aufpassen – die Talkshow lief am Donnerstag und nicht am Mittwoch.
    Ansonsten eine amüsante Gesprächsrunde, ohne die üblichen Gutmenschen und Weltverbesserer.
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#5 christianAnonym
  • 18.03.2011, 17:06h
  • Schade , dass Markus Lanz nicht gay ist oder die Homo-Ehe eingeht. Der sieht doch viel besser aus als Karl Lagerfeld, aber leider ist er nicht schwul, bzw. nicht offen schwul. Ich hoffe, dass zumindest latent bei ihm gleichgeschlechtliche Neigungen vorhanden sind, die sich eines Tages von übermäßigen, internalisierten Ängsten und Phobien emanzipieren. Markus Lanz wäre wirklich eine optische Bereicherung für die" gay community"
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#6 noraAnonym
#7 moneyAnonym
  • 18.03.2011, 17:18h
  • Schwule Modeschöpfer für Frauenkollektionen sind verachtenswert.
    Für Geld ordnen sie sich einer heterosexistischen Gesellschaft unter obwohl sie als Schwule lieber von schönen Boys umgeben sind ( wie man an den jungen Liebschaften und Strichern sieht) und lieber junge Männer als Frauen einkleiden würden.
    Stattdessen müssen sie tun als seien Frauen für sie wichtiger, nur um den Heteros nach dem Mund zu reden.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 18.03.2011, 17:49h
  • Die im Artikel aufgeführten peinlichen Fragen von Markus Lanz hätte ich auch nicht beantwortet!

    Es läuft ja auf Pro 7 die neueste Staffel von GNTM und wem sieht man schon an, wer lesbisch ist! Und überhaupt sind mir noch keine lesbischen Modelle begegnet, Schwule schon!
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#9 BurgerBerlinProfil
#10 PierreAnonym
  • 18.03.2011, 19:23h
  • Ich finde diesen Karl Lagerfeld einfach furchtbar.
    Unmenschlich, bizarr, arrogant und überheblich.
    Einfach absolut nicht liebenswert.
    Das einzigem was ihn interessant machen könnte ist sein Geld. Aber...dafür hat er ja schon einen.
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