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Mega-Kolben statt Micky Maus: Im Taschen Verlag ist "The Comics Volume I" des schwulen Künstlers erschienen.

Von Carsten Weidemann

Männer, die echte Männer mögen, die Kunst mögen - die sich aber manchmal schämen, ihre Lieblingskunst in aller Öffentlichkeit zu genießen - sollten dieses attraktive Angebot nicht verpassen: Der Taschen Verlag hat die beliebten Comicstrips von Tom of Finland in einem neuen Taschenbuch für 9,99 Euro versammelt.

"Tom of Finland: The Comics Volume I"umfasst vierzehn Geschichten, darunter Toms Debüt von 1946 und seinen letzten Strip, den er 1986 zu Papier brachte. Unterwegs treffen wir auf Jack in the Jungle, die Beach Boys, Ringo & the Renegades sowie Toms berüchtigsten Helden, Kake, den ultimativen Lederkerl. Ihre Geschichten sind in chronologischer Folge in dem Band vereint. Durch die praktischen Maße des Buches hat man jederzeit eine Hand frei und kann es dank eines doppelten Schutzumschlags immer und überall lesen: Einfach den Umschlag abnehmen und umdrehen, schon denkt jeder, man schmökere in einem gelehrten Wälzer.

Touko Laaksonen, der Junge, der als Tom of Finland (1920-1991) berühmt werden sollte, begann bereits mit fünf Jahren Cartoons zu zeichnen. Touko wusste schon früh, dass Frauen ihn weniger interessieren als Männer, und so ist es kaum verwunderlich, dass seine bevorzugten Modelle echte Kerle aus seiner Heimat Finnland waren. Er studierte Kunst in Helsinki und arbeitete erfolgreich in der finnischen Werbeindustrie. Im Verborgenen arbeitete er aber immer weiter an seinen zunehmend erotischer werdenden Zeichnungen hyper-maskuliner Männer. Als er 1957 einige seiner homoerotischen Bilder im amerikanischen Magazin Physique Pictorial unter dem Pseudonym Tom of Finland veröffentlichte war die Legende geboren.

Schablone eines neuen schwulen Selbstbewusstseins


Kostprobe aus dem Comic-Band: eine der vergleichsweise "harmlosen" Doppelseiten

Bis in die späten sechziger Jahre wurden Toms "schmutzige Zeichnungen" zu einer Art Norm für homosexuelle Kunst und Toms Männer zur Schablone eines neuen schwulen Selbstbewusstseins. Seine Darstellung von Matrosen, Highway policemen und anderen Macho men hat den Idealtypus des schwulen Ledermanns zumindest an der US-Westküste in den 70er Jahren stark geprägt. Toms Kunst spielt bis heute eine wichtige Rolle in Sachen Selbstvertrauen, positiver Selbstdarstellung und Öffnung der Gay Community.

Herausgegeben wird der Comicband von Durk Dehner, der das Archiv von Toms Werk betreut. Dehner sorgte als treibende Kraft dafür, Toms Schaffen aus dem Untergrund ans Licht einer größeren Öffentlichkeit zu bringen. Gemeinsam haben die beiden 1984 die Tom of Finland Foundation gegründet, die Dehner an deren Sitz in Los Angeles, Kalifornien, nach wie vor leitet.

Tom of Finland: The Comics Volume I, Hardcover, 15 x 21.7 cm, 272 Seiten, mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch, Taschen Verlag, Köln 2011, 9,99 €



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 herve64Profil
#3 vingtans
  • 20.03.2011, 21:40h
  • ich mag tom of finland.....würd aber nie geld dafür ausgeben.

    achja es lebe das netz ;)
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