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Rock Hudson und seine Fag Hag Liz

Warum die Schauspielerin Elizabeth Taylor ein Herz für Schwule hatte und sie für uns eine Homo-Ikone war.

Von Carsten Weidemann

Als der Schauspieler Rock Hudson im Juli 1985 in einem Pariser Hotel zusammenbrach, ließ es sich nicht mehr länger geheim halten. Das HI-Virus hatte das Immunsystem des Promis kollabieren lassen. Nicht nur seine Infektion, auch seine Homosexualität wurde zu einem öffentlichen Thema. Eine, die es bereits länger gewusst hatte, war Elizabeth Taylor. Sie kannten sich seit langem. Und sie war es auch, die zusammen mit Doris Day bis zum Schluss an seinem Krankenbett wachte. Rock Hudson starb am 2. Oktober 1985 an den Folgen von Aids. Seine beste Freundin folgte ihm am 23. März 2011. Elizabeth Taylor, die seit Februar mit Herzproblemen im Krankenhaus lag, starb im Alter von 79 Jahren.

Youtube | Trailer zu "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958)

Elizabeth Taylor führte die sexuelle Revolution an


Auch James Dean kannte sie gut

Die Hollywood-Diva hatte eine beispiellose Karriere. Bereits als Kind trat sie vor die Kamera, in den Vierzigern des vergangenen Jahrhunderts wurde sie zur "Teen Queen" gekürt um in den Fünfzigern zur "Leading Lady" aufzusteigen. In den Sechzigern wiederum galt sie als eine der Anführerinnen der sexuellen Revolution, die sich unter anderen mit ihrem Ehemann Richard Burton Beziehungsschlachten lieferte und Freiheiten herausnahm, die damals noch ein absoluter Tabubruch waren. Die gesellschaftlichen Konventionen verachtete sie offen. Sie heiratete insgesamt acht Mal, eine Kostverächterin war sie also keinesfalls. Das Dauerhafte lag ihr aber wohl nicht.

Durch ihr wiederholtes Auftreten in Filmadaptionen von Werken schwuler Autoren (Tennessee Williams, Edward Albee, James Kirkwood, Jr.), in Filmen, die offen oder verdeckt von Homosexualität handelten (Die Katze auf dem heißen Blechdach, Plötzlich im letzten Sommer, Spiegelbild im goldenen Auge, Die Frau aus dem Nichts, X, Y und Zee), durch Trash- und Drag-Rollen wie in Brandung, die für ihre schwulen Fans purer Camp waren, und durch ihre Freundschaften mit bisexuellen und homosexuellen Kollegen (Roddy McDowall, Montgomery Clift, Rock Hudson) erwarb Taylor auch den Rang einer homosexuellen Ikone. Auch zu Michael Jackson hielt sie, als der Rest der Welt ihn nur noch absonderlich fand. Und zahlreiche Drag Queens wie auch Divine nahmen sich Liz, die "schönste Frau der Welt" als Inspirationsquelle.

Youtube | Trailer "Suddenly Last Summer" (1959)

Sie sammelte Geld mit Aids-Benefiz-Events


Szene aus "Plötzlich im letzten Sommer"

Liz Taylors Herz für Schwule öffnete sich noch mehr nach dem Tod ihres Freundes Rock Hudson. 1981 brach in den USA die AIDS-Pandemie aus, und während die Behörden und Politiker das Problem, das anfangs ausschließlich mit Homosexualität in Verbindung gebracht wurde, ignorierten, war Elizabeth Taylor im Juni 1985 die erste Persönlichkeit des Landes, die ihre Prominenz nutzte, um öffentlich darauf aufmerksam zu machen. 1985 wurde sie Vorsitzende eines der ersten großen AIDS-Benefiz-Verstalters (Commitment of Life), dessen Erlöse dem AIDS Project Los Angeles (APLA) zugutekamen, und arbeitete auch an der Gründung der American Foundation for AIDS Research (AmfAR) mit. 1991 gründete sie eine eigene Elizabeth Taylor AIDS Foundation. So lange sie noch konnte, tauchte sie bei Benefiz-Veranstaltungen auf, zuletzt sogar im Rollstuhl.

Youtube | Michael Jackson kopiert den Haarschnitt seiner Freundin und widmet ihr den Song: "Elizabeth, I Love You"


Liz Taylor beigesetzt

Am Donnerstagnachmittag wurde Liz Taylor in einem Promifriedhof bei Los Angeles beigesetzt - ohne die angedrohte Protestaktion einer homofeindlichen Kirche.
Homo-Hasser wollen Liz Taylors Begräbnis stören

Die Westboro Baptist Church ("God hates Fags") hat angekündigt, bei der Beerdigung von Elizabeth Taylor gegen Homosexualität zu demonstrieren.
Liz Taylor wohlauf in der Schwulenbar

Gerade noch gab es Spekulationen um den angeblich schlechter werdenden Gesundheitszustand der britisch-amerikanischen Großdiva Elizabeth Taylor – da vergnügt sie sich wieder in einer Schwulenbar in West Hollywood.
#1 AlexAnonym
  • 23.03.2011, 16:28h
  • Schon komisch, bei dem Tatort Thread regten sich viele auf das eine HIV Schleife in Verbindung mit Homosexualität gebracht wird und in diesem Artikel wird ausführlich über ihr HIV Engagement berichtet.

    Guter Artikel übrigens, wusste gar nicht das sie mit sämtlichen damaligen ( heimlich) homosexuellen Stars befreundet war.
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#2 TommAnonym
#3 Timm JohannesAnonym
  • 23.03.2011, 16:58h
  • Ein wirkliche grossartige Schauspielerin und wunderbare Frau ist von uns gegangen. Heute bin ich traurig. Viele ihrer Filme habe ich gesehen.

    P.S.: Ein sehr guter Artikel von Christian Scheuß
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.03.2011, 17:53h
  • Als ich die Nachricht vom plötzlichen Ableben der größten Hollywooddiva aller Zeiten gelesen habe, war ich schockiert! Sie war eine ganz Große und wurde stets mit Richard Burton, mit dem sie zwei Mal verheiratet war, in einem Atemzug genannt! Sie hat uns viele schöne Filme wie "Cleopatra", "Die Katze auf dem heißen Blechdach", "Mord im Spiegel", "Spiegelbild im goldenen Auge", "Lassie", "Die Familie Feuerstein" und mit ihrem Auftritt in der Serie "Die Nanny" erfreut! Und sie war ja auch GLAAD-Preisträgerin. Sie möge in Frieden ruhen!
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#5 herve64Profil
  • 23.03.2011, 20:43hMünchen
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Also, so ein Quatsch! Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun?

    Zum besseren Verständnis: im "Tatort" wird suggeriert, dass man Schwule an der HIV-Schleife erkennt, was vollkommener Blödsinn ist (ich z. B. laufe nicht tagtäglich mit einer herum, und die meisten Schwulen die ich kenne, auch nicht), womit dem Fernsehkonsumenten mal wieder die unsägliche Gleichung "Schwul=Aids" unterbewusst aufgedrückt werden soll. Und das ist einfach falsch und zudem noch eine perfide Unterstellung, denn bekanntlich interessiert es ein Virus nicht die Bohne, mit welchem Geschlecht sein Wirt herumvögelt.

    Das zum einen. Hier in diesem -übrigens hervorragendem- Artikel aber geht es um das HIV-Engagement einer Hollywood-Diva, die so ihre Popularität sinnvoll für das Gemeinwohl fernab aufgesetztem Charity-Gehabes einsetzt (zumindest gehe ich jetzt mal davon aus, da sie nicht umsonst am Totenbett von Rock Hudson Wache gehalten haben dürfte).

    Kurz: ersteres war eine berechtigte Kritik an einer falschen Darstellung, zweiteres ist die Würdigung des Verhaltens einer verstorbenen Hollywood-Legende.

    Und nun zum eigentlichen Thema: Farewell and goodbye, Liz!
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#6 MarcAnonym
  • 24.03.2011, 09:19h
  • Eine ganz große Schauspielerin und engagierte Frau hat die Welt verlassen.

    Sie gehört zu denen, die unvergessen bleiben werden.
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#7 Leonardo D.Anonym
  • 24.03.2011, 10:34h
  • Also - ich glaube nicht, das dieser Tread der richtige Ort ist, jetzt und heute über den Sinn (Bedeutung) oder den Unsinn der AIDS-Schleife in einem Tatort Krimi zu diskutieren!

    Eine der wirklich letzten Diven Hollywoods ist tot - R.I.P. Liz Taylor.

    Anmerkung: Oft wird nach dem Tod von Elizabeth Taylor von der letzten Diva des alten Hollywoods berichtet! Zsa Zsa Gabor lebt - und gehört ebenso wie Liz Taylor zu den einst glamurösesten Schauspielerinnen, die Hollywood damals hervorgebracht hat!
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