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Ohne Serotonin werden männliche Mäuse bisexuell (Bild: Joe Shlabotnik / flickr / by 2.0)

Laut chinesischen Wissenschaftlern kontrolliert eine Chemikalie im Mäusehirn, ob die Nager auf Männchen oder Weibchen stehen.

Die Forscher des National Institute of Biological Sciences in Peking haben herausgefunden, dass männliche Mäuse, die ohne den Neurotransmitter Serotonin auskommen müssen, nicht mehr ausschließlich auf weibliche Tiere stehen. Neurotransmitter sind biochemische Stoffe, die Informationsübertragung zwischen Körperzellen möglich machen. Wie die Forscher Yan Liu und Yun'ai Jiang im wissenschaftlichen Magazin "Nature" schreiben, ist damit erstmals nachgewiesen worden, dass ein Neurotransmitter eine Rolle bei der sexuellen Ausrichtung spielt.

Die Forscher hatten männliche Mäuse gezüchtet, deren Gehirne für Serotonin nicht aufnahmefähig waren. In einer Reihe von Experimenten stellten sie fest, dass die Mäuse sowohl auf männliche als auch auf weibliche Tiere sexuell reagierten. Spritzten die Forscher Serotonin, verloren die Mäuse das Interesse an Partnern des gleichen Geschlechts.

Ergebnisse nicht auf Menschen übertragbar

Experten warnen jedoch davor, die Ergebnisse auf den Menschen zu übertragen. Professor Keith Kendrick vom Babraham Institute in Cambridge erklärte etwa, dass die menschliche Sexualität anders abläuft als bei Mäusen, die sich insbesondere von Gerüchen leiten lassen. "Wir benutzen seit einiger Zeit Psychopharmaka bei Menschen, die die Serotonin-Produktion erhöhen oder verringern. Zwar konnten wir Auswirkungen auf die sexuelle Erregung feststellen, aber bislang gibt es keine Berichte über eine Veränderung der sexuellen Ausrichtung", erklärte Kendrick gegenüber der BBC. (dk)



#1 was soll das?Anonym
  • 25.03.2011, 17:12h
  • wie pervers ist es eigentlich, sich für eine solche im kern menschenverachtende "forschung" auch noch an tieren zu vergehen? wie lange dauert es, bis sie diese experimente (wieder) an menschen durchführen wollen?
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#2 MarekAnonym
  • 25.03.2011, 17:43h
  • Ist Eugenik wieder salonfähig geworden?

    Solche Experimante hätte auch den Nazis im Dritten Reich gut zu Gesicht gestanden...
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#3 Peter B.Anonym
  • 25.03.2011, 19:03h
  • Ich bin selbst in der Forschung tätig, daher einmal etwas aus dem Nähkästchen geplaudert:

    Wenn man sich den originalen Forschungstext ansieht, dann merkt man, dass die Forscher Serotonin untersucht haben. Sprich was passiert wenn man Mäusen das Serotonin wegnimmt. Und die "veränderte" Sexualität war eben eine der Beobachtungen. Die Forschung hatte nicht das Ziel, jemanden umzupolen.

    Man kann zu Tierversuchen stehen wie man will - ich bin da auch oft skeptisch - aber dieses Experiment mit Serotonin ist im Kern keineswegs menschenverachtend. Und was hat Serotonin-Forschung bitte mit Eugenik zu tun?
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#4 gegen missbrauchAnonym
  • 25.03.2011, 20:56h
  • Antwort auf #3 von Peter B.
  • schluss mit solchen perversen versuchen an lebewesen!

    tierversuche gehören generell verboten und unter harte strafen gestellt!

    wenn wir unsere ernährung nicht mehr von profitorientierten konzernen kontrollieren und uns mit ungenießbarem, industriell gefertigten und chemisch durchsetztem fraß vollstopfen und von denselben und anderen konzernen unseren natürlichen lebensraum zerstören lassen, erledigen sich 95% der so genannten zivilisationskrankheiten von alleine!

    ganz ohne missbrauch an anderen lebewesen!
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#5 Wyndakyr
  • 26.03.2011, 00:10h
  • Antwort auf #4 von gegen missbrauch
  • Dann willst du also, das sämtliche Arzneimittel, nachdem gerade mal die Ergebnisse aus Zellkultur-Experimenten bekannt sind, direkt am Menschen getestet werden ?
    Hast du denn schon mal als Proband an einer Phase-I-Studie teilgenommen ? Ich denke nicht, sonst würdest du nicht sämtliche Pharmaforscher ins Gefängnis schicken wollen.

    Es ist sicher wahr, daß viele Tierversuche überflüssig sind, weil irgendwelche Firmen immer mehr Kosmetika oder Medikamente wegen abgelaufenen Patenten "umgebaut" werden, an Tieren testen müssen, aber GANZ ohne Tierversuche geht's leider nicht (schön wär's). Dann würden u.a. auch die HIV-Positiven immer noch wegsterben wie die Fliegen, wie das Anfang der 80er teilweise der Fall war (und in Dritte-Welt-Ländern wegen Medikamentenmangel (und katholischer Anti-Kondom-Propaganda) immer noch der Fall ist.

    Mit Tierversuchen ist es wie mit erneuerbaren Energien. Ein Atomkraftwerk will keiner vor der Tür haben, Windräder, Speicherseen oder Stromleitungen aber auch nicht.

    Und was dieses Serotonin-Forschungsergebnis angeht...wenn das "nebenbei" entdeckt wurde, wird da hoffentlich nicht weitergeforscht, sondern sich aufs ursprüngliche Forschungsziel konzentriert, ansonsten kann man nur hoffen, daß die Institutsleitung oder das chinesische Forschungsministerium mal die Prioritäten neu definiert.
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#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 26.03.2011, 12:28h
  • Was soll man davon halten? Nämlich dadurch, daß das Institut seinen Sitz in Peking hat, ist es eben nicht gerade glaubwürdig!!!
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#7 Sven_
  • 26.03.2011, 16:15h
  • Na die Chinesen dürften wohl eher an einer Verbreitung von Homosexualität interessiert sein, schließlich haben sie einen Männerüberschuss. Wird dieser nicht abgebaut, kommt es zu sozialen Verwerfungen.
    In den Naturwissenschaften wozu eben auch Pharma gehört, ist es halt immer eine Versuch-und-Irrtum-Forschung. Und egal was am Ende rauskommt, man muss ja den Geldgebern was vorweisen, also zeigt man etwas.
    Es gibt nun mal Experimente mit Tieren und Menschen, man kann diese generell ablehnen oder generell befürworten. Wenn man sich dazu äußert, sollte man jedoch - gerade in unserer Gesellschaft - in der Lage sein, auch zu wissen, was der Verzicht und die Befürwortung bedeuten.
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#8 SoleilProfil
  • 27.03.2011, 15:10hBerlin
  • Chinesischer Mäusesex ? Wie geil ist das denn ? Eines schönen Tages werden es die Forscher wohl wissen, warum Heterosexuelle heterosexuell sind. Mir egal. Es bleibt dabei: Ich mag schwulen Sex !
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#9 florianAnonym
  • 27.03.2011, 18:50h
  • ..."nicht mehr ausschließlich"... ist ja schon sehr einschränkend. Ansonsten ist spannend, wie einfach sogleich die Antworten auf eeinfachste Untersuchungsergebnisse ist - u.a. die Haltungsbedingungen etc. sind nicht reflektiert. Anregungen für einen Perspektivwechsel gibt es auch (Schwul): "Geschlecht: Wider die Natürlichkeit" von dem Biologeen Dr. Heinz-Jürgen Voß. Explizit zu den Methoden der Gehirnforschungen gibt es gute Arbeiten, die die Forschungsbedingungen reflektieren, von Prof. Sigrid Schmitz, Prof. Claudia Quaiser-Pohl und Prof. Anne Fausto-Sterling.
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#10 sebastian2000Anonym
  • 28.03.2011, 15:36h
  • " Professor Keith Kendrick vom Babraham Institute in Cambridge erklärte etwa, dass die menschliche Sexualität anders abläuft als bei Mäusen, die sich insbesondere von Gerüchen leiten lassen"

    Wieso soll das anderes sein...soviel ich weiss geht es auch beim Menschen vornehmlich um Geruch auch wenn wir nicht mehr ganz so gut riechen wie Mäuse oder Hunde.
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