Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13934

Macht sich Sorgen um seine "Familie Nationalelf" (Bild: Wiki Commons / Florian K / CC-BY-SA-3.0)

Der DFB-Manager sieht eine fiktive Aussage im Tatort über Schwule im Profifußball als "Angriff" auf die Nationalelf.

Von Carsten Weidemann

Um diesen Satz geht es: "Wissen Sie, die halbe Nationalmannschaft ist angeblich schwul, einschließlich Trainerstab. Das ist doch schon so eine Art Volkssport, das zu verbreiten." Gesprochen von einem Schauspieler in einem TV-Krimi mit einer fiktiven Handlung. Der Tatort "Mord in der ersten Liga" wagte sich in der vergangenen Woche an das Tabuthema. Zwar nicht sehr überzeugend, aber immerhin so aufwühlend, dass es bei den echten Profi-Fußballern noch immer Emotionen weckt. Und der BILD einen Nachdreher mit interessanten Zitaten wert ist.

DFB-Manager Oliver Bierhoff sagte gegenüber dem Boulevard-Blatt: "Ich finde es schade und ärgerlich, dass die Prominenz der Nationalelf missbraucht wird, um irgendein Thema zu entwickeln oder einen Scherz zu machen. Dieser Satz im Tatort hatte ja keine inhaltliche Relevanz. Das sehe ich immer auch als einen Angriff auf meine Familie - die Familie der Nationalelf. Und das ärgert mich."

Schwule im Profifußball - Haltlose Gerüchte?


Szene aus dem Tatort "Mord in der ersten Liaga"

Also: Ein Satz, der keine Relevanz hat, ist ein Angriff auf seine ausschließlich männlich besetzte Wahlfamilie. Jetzt könnte Bierhoff diesen vermeintlichen "Missbrauch" ja ignorieren, doch er geht in die Offensive: "Wir stehen in einem engen Schulterschluss mit unserem Präsidenten und dem Präsidium. Die Freude, an diesen Aufgaben mitzuwirken, wird uns aber genommen, wenn wir uns gegen haltlose Gerüchte wehren müssen. Wir werden jetzt grundsätzlich bei der Nationalelf überlegen, wie wir mit solchen Dingen umgehen. Dass wir nicht wehrlos sind gegen Gerüchte und falsche Unterstellungen aller Art."

Da bellt einer ziemlich laut über etwas, dass ihn offensichtlich sehr getroffen hat. Warum er ein überspitztes Filmzitat derart für bare Münze nimmt, bleibt sein Geheimnis. Vielleicht ist ja doch mehr dran, als es die Drehbuchautoren für möglich gehalten haben? Und sollte es so sein, was ist das Bedrohliche an einer Nationalelf, die sich nicht nur auf dem Rasen mit Männern vergnügt?

Für diese homophobe Reaktion verleiht queer.de DFB-Manager Oliver Bierhoff die Homo-Gurke.



#1 GeertAnonym
  • 25.03.2011, 17:42h
  • Ich finde schon seit Jahren den Katholiken und CDU-Unterstützer Oliver Bierhoff einfach nur zum Kotzen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 MarekAnonym
  • 25.03.2011, 17:45h
  • Tja, Herr Bierhoff,

    hätten Sie mal erst nachgedacht!

    Diese Aussage war ja gerade so gemeint, dass eben NICHT die halbe Nationalmannschaft schwul ist, egal was Gerüchte sagen....

    Oder weiß Herr Bierhoff mehr als wir, dass er da plötzlich so unsouverän wird.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 Tobi CologneAnonym
  • 25.03.2011, 17:58h
  • Vielleicht sollte man einfach mal die "Mitglieder seiner Fußball-Familie" outen.

    Da sind vielleicht Leute, die sich nicht mehr verstecken wollen, die aber von Ewiggestrigen wie Herrn Biefhoff mit seinen dummen Äußerungen abgehalten werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BurgerBerlinProfil
  • 25.03.2011, 18:01hBerlin
  • Der Tatort scheint wirklich die Gemüter zu erhitzen, auf der einen Seite die keifenden Schwulen, die sich falsch dargestellt sehen und jetzt meldet sich auch die „heterosexuelle“ Welt zu Wort. Vielleicht sollten beide Seiten einfach den „Ball“ flach halten. Was spricht dafür, dass die schwule Seite permanent hinter irgendeinem Fußballspieler oder Trainer einen verkappten Schwulen vermutet – soll an dem schwulen Wesen die Welt genesen ? - Vielleicht überlegt sich mancher Spieler wirklich, ob er sich so manchem hirnlosen Heterosexuellen zum Fraß vorwirft. Oder dann von Schwulen zum Angriffsobjekt wird – siehe manch unqualifizierter Kommentar über den jetzigen Außenminister Herrn Westerwelle. Grundsätzlich sollte es jedem selber überlassen werden, wie er mit seiner Sexualität umgeht. Man sollte andererseits seitens des DFB nicht jede Aussage mit entsprechendem Getöse auf die Goldwaage legen. Dadurch wird man gleichfalls angreifbar.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FloAnonym
  • 25.03.2011, 18:07h
  • Will Herr Bierhoff jetzt einen auf Mafiosi machen?

    Oder wieso spricht er plötzlich von Familie, wo gar nicht seine Familie ist?

    Und wieso wittert er in einem fiktiven Krimi einen Angriff auf "die Familie"?

    Und dann diese diffusion Drohungen, "die Familie" sei "nicht wehrlos".

    Merkt der nicht, wie lächerlich er sich durch seine Paten-Imitation macht?
  • Antworten » | Direktlink »
#7 DannyCologne89Profil
  • 25.03.2011, 18:09hKöln
  • Mir wird schlecht wenn ich sowas lese...

    Als ob das totaaaal ernst gemeint gewesen wäre. Wie bescheuert ist der denn?

    Ich behaupte, dass in der Bundesliga mindestens 10-20 Homosexuelle sind auch wenn das keiner hören will...

    Homosexualität ist überall, nur nich im deutschen Fußball?!? Ich lach mich scheckig... Kann ja nich jeder so mutig sein wie Anton Hysen aus Schweden...

    Traurig, aber das ist Deutschland
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Schwuler FußballAnonym
  • 25.03.2011, 18:10h
  • Einmal mehr wird deutlich:

    Statt fragwürdige Tatort-Handlungen anzuregen ("Bitte verurteilt mich nicht, weil ich schwul bin"),

    sollte Herr Dr. Zwanziger endlich mal in seinem eigenen Laden mit der allgegenwärtigen Homophobie aufräumen!

    Dann müsste auch jemand wie Herr Bierhoff sofort aus dem Stadion fliegen!

    www.queer.de/detail.php?article_id=3737
  • Antworten » | Direktlink »
#9 gavros
#10 RaffaelAnonym
  • 25.03.2011, 18:23h
  • Diese Drohungen von Herrn Bierhoff, man sei gegen (ganz allgemein gehaltene) Unterstellungen nicht machtlos, zeigt, dass sich im Fußball NICHTS verändert hat!

    Er sieht Homosexualität wohl immer noch als Makel an und Schwule als minderwertig, die eh kein Fußball spielen können!

    Vielleicht sollten wir einfach mal Nägel mit Köpfen machen und die schwulen Fußballer, von denen wir es wissen, outen. Eigentlich halte ich nichts davon, aber wenn man damit Leute wie Bierhoff mundtot machen kann und ihnen das Gegenteil beweisen kann...

    Die dürfen sich dann bei Herrn Bierhoff bedanken.
  • Antworten » | Direktlink »