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Bier, Schnaps und Joints am Strand führen nicht selten zur Selbstüberschätzung (Bild: Szene aus dem Film "Sommersturm")

Wer entrinnt nicht gerne dem deutschen Wetter, um in wärmeren Gefilden baden oder tauchen zu gehen? Wir verraten, wie der Urlaub zum Erfolg wird.

Von Dennis Klein

"Alkohol am Badestrand: Bereits 1.850 Russen ertrunken", "Killer-Hai tötet deutschen Touristen", "Urlauber bei Sturm ins Meer hinaus gespült": Man braucht nicht lange in der Tageszeitung zu blättern, um Horrormeldungen über den Strandurlaub im Ausland zu finden. Dabei ist es auch hierzulande nicht ungefährlich: Allein in deutschen Gewässern verunglücken nach Angaben der DLRG jährlich rund 500 Menschen tödlich.

Die meisten dieser Unfälle sind die Folge von Selbstüberschätzung - oder dem Genuss von Alkohol geschuldet. So sterben etwa jedes Jahr mehrere Menschen im Kölner Rhein, weil sie nach einem kräftigen Schluck aus der Pulle glauben, den rund 400 Meter breiten Fluss durchqueren zu können - und dann von Strudeln in der Flussmitte nach unten gerissen werden. Viele sind jedoch auch ohne Bier und Schnaps betrunken von der eigenen Stärke: Wer sich dann zu weit auf den See oder ins Meer hinaus wagt und nicht mehr genügend Energie für den Trip zurück hat, geht unweigerlich unter.

Hai-Attacken, Krebse und Quallen


Wie beruhigend: Hai-Attacken sind angesichts der anderen Gefahren in Gewässern zu vernachlässigen (Bild: Szene aus dem Film "Der weiße Hai")

Im Ausland gibt es allerdings zusätzliche Gefahren, die in Deutschland praktisch unbekannt sind. Besonders panisch etwa reagiert die Öffentlichkeit auf Hai-Attacken, wie immer wieder Berichte aus Australien und Ägypten zeigen. Diese spektakulären Angriffe sind allerdings angesichts der anderen Gefahren in Gewässern zu vernachlässigen: Denn die Tiere wollen - anders als in Hollywood-Filmen dargestellt - nicht wirklich Menschen angreifen, sondern verwechseln diese oft mit Fischen. Fällt dem Tier die Verwechslung auf, macht es sich meist schnell aus dem Staub. Meist kommen Menschen daher mit Abschürfungen oder blauen Flecken davon.

Der Ozean beherbergt gerade in warmen Gefilden eine Unzahl von Tieren. Diese Wildnis ist anders als der Swimingpool nur bedingt für Menschen gemacht. Hier können hohe Wellen Urlauber unter Wasser drücken, Krebse deren Zehen traktieren oder Quallen die Schmerzen des Sonnenbrands vergessen machen. Das ist eher nervig als gefährlich. Allerdings kann es gerade bei geschwächten Schwimmern zu zusätzlichem Stress führen, der letztendlich in Panik endet. Urlauber sollten daher unbekannte Gewässer stets mit Vorsicht beachten - und eventuelle Badeverbote ernst nehmen, wenn sie etwa vor großem Haiaufkommen oder unberechenbaren Strömungen warnen.

Die Gefahren des Tauchens


Tauchen muss gelernt werden: Zu schnelles Auf- oder Abtauchen kann das Trommelfell oder die Lungen überdehnen oder sogar reißen lassen (Bild: Travelling Runes / flickr / by-sa 2.0)

Taucher setzen sich potenziell noch größeren Gefahren aus. Zu schnelles Auf- oder Abtauchen kann das Trommelfell oder die Lungen überdehnen oder sogar reißen lassen. Schuld ist der Druckunterschied in verschiedenen Höhen. Je weiter man unter Wasser taucht, desto mehr Druck braucht die eingeatmete Luft, um die druckbelastete Lunge in Form zu halten. Wenn dieser Druck bei schnellem Auftauchen zu schnell abgelassen wird, wird Luft in den Blutkreis gepresst. Das ist lebensgefährlich.

Zwar gibt es mit der Druckkammertherapie eine geeignete Behandlungsmethode. Hier atmet ein Patient in einer Druckkammer reinen Sauerstoff ein. Sie wird aber nur teilweise von der Krankenkasse erstattet. In Deutschland dürfen gesetzliche Krankenkassen eine solche Therapie nur stationär finanzieren und nur als Pauschale für eine einmalige Behandlung. Oft sind jedoch mehrere Aufenthalte in der Druckkammer notwendig. Ein verunglückter Taucher mit gesetzlicher Krankenversicherung bleibt in Deutschland und Europa auf dem Großteil seiner Kosten sitzen. In Ländern, in denen die Europäische Krankenversicherungskarte nicht gilt, bleibt nur eine Krankenzusatzversicherung, die den Risikosport Tauchen einschließt. Diese ist ab ein paar Euro erhältlich, falls sie nur für einen kurzen Urlaub im nichteuropäischen Ausland gelten soll. Mitglieder der privaten Krankenkasse sind meist ebenfalls nicht für diese Behandlungsmethode versichert und brauchen wie gesetzliche Versicherte eine zusätzliche Police.

Auch wenn Urlauber sich dieser Gefahren bewusst sein müssen, sollte man sie nicht überbewerten. Es ist nach wie vor gefährlicher, in einem Auto zum Flughafen zu fahren, als ein wenig im Meer zu plantschen. Ein Tipp für Wasserphobiker: Die schlechteste Vorbereitung für einen ausgeruhten Urlaub ist, kurz zuvor den Film "Der weiße Hai" anzusehen.



#1 xdaAnonym
  • 29.03.2011, 10:06h

  • na eine private versicherung sollte man haben. kostet 8 - 9 € pro jahr. und viel sonnencreme.
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#2 DerBastiAnonym
  • 30.03.2011, 00:15h
  • Die Aussage, häufige komme man bei Hai-Angriffen mit Abschürfungen und blauen Flecken davon ist absoluter Schwachsinn. Richtig ist zwar, das Haie selten angreifen um den Mensch zu fressen, aber das Spektrum reicht eher von sehr tiefen, schmerzhaften Bissverletzungen bei kleinen Haien bis zu Amputationen bei den etwas größeren Exemplaren - Tod durch Blutverlust oder durch Ertrinken nach Schock inklusive.
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