Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?13977

Die Berichterstattung am Mittwoch und Donnerstag in "20 Minuten"

Zwei Schwule werden nach einem Kuss aus einer Pizzeria in St. Gallen geworfen. In den Medien geistern nun Homophobie-Vorwürfe, doch das Restaurant wehrt sich mit Frei-Prosecco.

Harmlose schwule Zärtlichkeiten oder obszöne Fummeleien? Ein 20-Jähriger aus St. Gallen fühlt sich diskriminiert, weil er mit seiner Mami und seinem Freund eine Pizza essen wollte, aber nach einem Kuss aus einem Restaurant im städtischen Einkaufszentrum geworfen wurde. Sandro Hinder beschreibt seinen Besuch bei der "Piazza d'Arena" am Sonntag in den Median als Horrortrip: "Meine Hände zitterten und ich war auf 180". Er habe seinen 21-jährigen Freund Michi nur kurz geküsst - daraufhin habe ein Kellner das Paar in hohem Bogen herausgeworfen. Hinders Mutter glaubt, dass so ein "harmloser Kuss" unter Heterosexuellen keinen derartigen Hass erzeugt hätte.

Das Restaurant stellt den Vorgang jedoch anders dar: "Das Paar hat sich an allen Stellen berührt. Eine Familie hat sich beschwert", so der Geschäftsführer. Nachdem die Geschichte jedoch in den Medien für Aufregung gesorgt hat, betrieb das Lokal Schadensbegrenzung: "Wir haben überhaupt nichts gegen Schwule", erklärte Vincenc Lazraj, der 21-jährige Sohn des Chefs. Er warf den Schwulen "Fummelei" vor. Sandro Hinder sei ein Lügner, der seinem Vater den Stinkefinger gezeigt habe, so Lazraj weiter: "Ein solches Benehmen muss man sich nicht gefallen lassen im eigenen Lokal. Egal ob von Heteros, Schwulen oder Lesben". Um zu zeigen, wie homofreundlich sein Betrieb sei, soll es für Schwule ein besonderes Präsent im April geben: "Jedes homosexuelle Paar erhält ein Glas Prosecco", verspricht Lazraj.

Bei der Internetseite von "20 Minuten" sind inzwischen rund 500 Kommentare zu dem Vorfall eingegangen. Viele werben darin für einen Boykott der Pizzeria, andere fordern mehr Zurückhaltung von Liebespaaren in der Öffentlichkeit. Besonders die Gegenwart der Mutter des 20-Jährigen lässt Leser an der Version des Restaurants zweifeln: "Mir kann keiner erzählen, dass irgendwer vor seiner Mutter wild herummacht", schrieb etwa Beat Zoller bei "20 Minuten".

Die Pizzeria scheint auf seiner Website keine Probleme mit Homo-Hassern zu haben, wie Eintragungen im Gästebuch zeigen - dort sind massenweise homophobe Kommentare zu finden. So lässt "Toni der Assi" seinem Hass auf Schwule freien Lauf: "Eure kranken Beziehungen könnt ihr in den eigenen 4 Wänden ausleben, dort wo keine 'normalen Leute' gestört werden". (dk)



#1 Luigi GrandeAnonym
  • 01.04.2011, 12:22h
  • Wieder mal der Beweis, dass viele Italiener homophob sind - nicht nur dieser in St. Gallen, auch der italienenische Eisverkäufer in Berlin im letzten Jahr, vor dessen Laden die Demo statfand. Wer jetzt gleich wieder schreit "Diskriminierung der armen Italiener", sollte selbst den Test machen und sich in der nächsten Pizzeria mit seinem Freund küssen....
  • Antworten » | Direktlink »
#2 zeitungsleserAnonym
  • 01.04.2011, 13:57h
  • Ist das auch ein April-Scherz?
    Was soll dieser "Frei-Prosecco"? Noch "schwuler" (im Sinne von Klischees bedienend) gehts wirklich nicht.
    Wenn diese Pizzeria nicht nur billige PR und Schadensbegrenzung machen wollte, dann sollte sie gefälligst ein Homo-Projekt unterstützen.

    Wie will eigentlich der Pizza-Bäcker "Schwule" fürs Gläschen Prosecco erkennen? Durch "Befummeln"?;-)

    Wie wär`s stattdessen mit einem Tag "2 Pizza für 1 Preis" - und dies für alle gleich-gleich-Paare, egal ob hetero, homo, bi, trans....!?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 remixbeb
#4 Homophobie tötetAnonym
  • 01.04.2011, 16:56h
  • "andere fordern mehr Zurückhaltung von Liebespaaren in der Öffentlichkeit. "

    Womit wir beim Kern des Problems sind.

    Heteros setzen sich immer und überall immer penetranter mit ihrer Sexualität in Szene, und niemand käme auf die Idee, sich daran zu stören.

    Aber Schwule sind in den meisten Fällen aus vorauseilendem Gehorsam und schlichter Feigheit ja ständig peinlich bemüht, ihrem Freund/Partner in der Öffentlichkeit bloß keine Geste der Zärtlichkeit oder gar Erotik zu zeigen. Immer wieder zu beobachten, wenn schwule Paare zum Einkaufen oder spazieren gehen. Da wird jede noch so minimale Berührung, von Streicheln etc. ganz zu schweigen, peinlichst vermieden.

    Wir stehen unserer Gleichberechtigung weiterhin selbst im Weg, und die konformierenden Asozialen, die in einem Fall wie dem obigen zur "Zurückhaltung" aufrufen, sollten am besten gleich ein zangsheterosexuelles Leben führen.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 marley
  • 01.04.2011, 17:32h
  • Komisch dass die Behauptung dass viele Italiener homophob seien hier soviel Zuspruch findet.Hätte es sich um eine Dönerbude mt Muslimen gehandelt,und irgendwer hätte Muslime dafür kritisiert,wäre gleich mal wieder die Nazikeule ausgepackt worden.
    Dass mit dem Prosecco hört sich im ersten Moment nach Klischee-Denken an,aber Prosecco ist so weit ich weis halt italienisch,und vielleicht war es gar nicht so gemeint wie es rübergekommen ist.Ich weis jetzt schon dass ich gleich wieder zig Minus-Klicks bekomme
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 01.04.2011, 19:47h
  • Schwule und Lesben werden um diese Pizzeria mal erst einen Riesenbogen machen, da hilft auch die Frei-Prosecco-Aktion nichts! Die Besitzer haben es sich mit der LGBT-Community erst mal verscherzt!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 bastapapsta
  • 01.04.2011, 20:07h
  • Also, ich hoffe das schwule Paar und die Mutter haben dort wenigstens die Zahlung der Rechnung verweigert, als sie herausgeworfen wurden. Denn für eine nicht erbrachte Leistung gibt es auch keinen Lohn bzw. Geld. her werden auch katholische Pizzeria Fundis nicht anders behandelt, hoffe ich zumindest.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Wyndakyr
  • 02.04.2011, 01:40h
  • Erst kommt der Wirt mit 'ner Ausrede (Beschimpfungen, übertriebene "Intimitäten") und jetzt will er sich auch noch mit Prosecco (ach nee, garnicht klischeehaft) freikaufen. Ich hoffe nur, daß diese Aktion komplett ignoriert wird.
    Und falls der Kerl den Laden nur gepachtet hat, sollte der Besitzer tun, was in dem Fall zu tun ist: den Kerl rausschmeißen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 todesmaskeEhemaliges Profil
  • 02.04.2011, 03:54h
  • Am besten gleich eine Gayerilla-Untergrundorganisation gründen und alle homophobe Läden in die Luft jagen. :-)
  • Antworten » | Direktlink »
#10 herve64Profil
  • 02.04.2011, 09:40hMünchen
  • Antwort auf #1 von Luigi Grande
  • Also:

    1. kannst du vom Fehlverhalten eines Einzelnen mit einer bestimmten Staatsangehörigkeit nicht gleich ein ganzes Volk quasi in "Sippenhaft" nehmen (BTW: glaubst du etwa, so etwas würde es bei einzelnen Schweizern oder Deutschen nicht geben?),

    2. klingt der Name des Betreibers nun weiß Gott nicht italienisch,

    3. steht hier im Moment Aussage gegen Aussage. Letzten Endes müsste man live dabei gewesen sein, um genau beurteilen zu können, wie sich denn der Sachverhalt konkret abgespielt hat: war es wirklich nur ein Kuss? Waren es Fummeleien? Und wie hätte der Betreiber reagiert, wenn es sich um ein Heteropaar gehandelt hätte?

    Merkwürdig finde ich allerdings das Verhalten, jetzt auf Teufel-komm-raus ein ach-so-tolerantes Verhalten unsereins gegenüber durch diese Frei-Prosecco-Aktion beweisen zu wollen: liegt der Sachverhalt nämlich so, wie der Betreiber ihn schildert, dann hätte er sich an sich nicht zu rechtfertigen und bräuchte auch nichts zu beweisen. So aber verkommt diese ach-so-homofreundliche Aktion für mich eher zu einer schadensbegrenzenden PR-Kampagne und somit zu einer Art Schuldeingeständnis. Und das ist für mich eigentlich der springende Punkt bei der ganzen Geschichte.
  • Antworten » | Direktlink »