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Soldaten aus Seoul (Bild: expertinfantry / flickr / by 2.0)

Der oberste südkoreanische Gerichtshof hat mit knapper Mehrheit ein Gesetz aufrecht erhalten, das es Schwulen und Lesben verbietet, in den Streitkräften zu dienen.

Mit fünf gegen vier Stimmen bestätigten die Richter ein Gesetz, das Menschen vom Dienst an der Waffe ausschließt, die gleichgeschlechtlichen Sex haben. Nach Ansicht des Gerichts darf das Militär bestimmte Handlungsweisen verbieten, die abträglich für die Disziplin seien - dazu gehöre auch Homosexualität: "Das Gesetz kann nicht als Diskriminierung gegen Schwule und Lesben angesehen werden, weil ihr Verhalten - wenn es nicht kontrolliert wird - dazu führen könnte, dass Untergebene in Kasernen von Vorgesetzten schikaniert werden", heißt es in der Begründung.

In Südkorea müssen Männer einen Zwangsmilitärdienst von bis zu zwei Jahren absolvieren. Auch Frauen können bei den Streitkräften dienen, sind aber nicht dazu verpflichtet. Das Militär führte 1962 ein Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex für Soldaten ein. Bei Nichtbeachtung droht seither ein Jahr Haft und eine unehrenhafte Entlassung. Dass heterosexuelle Soldaten mit Soldatinnen dienten, stellt jedoch für die Regierung kein Problem dar.

Für schwule Männer kann die Gesetzgebung auch negative berufliche Auswirkungen haben, wenn sie bei der Musterung ihre Homosexualität angeben, weil die persönlichen Akten der Streitkräfte auch von Arbeitgebern eingesehen werden können. Schwule werden darin als "abnormal" bezeichnet. Zudem ist Kriegsdienstverweigerung in Südkorea nicht vorgesehen.

Verteidigungsministerium: Schwule lenken Hetero-Soldaten ab

Das Verteidigungsministerium hatte das Homo-Verbot im Militär verteidigt. Es sei wichtig, "Ablenkung" in den Streitkräften zu vermeiden. Immerhin arbeiteten Soldaten "im öffentlichen Interesse und nicht, um persönlich glücklich zu werden."

Weltweit verbieten dutzende Länder Homosexuellen den Zugang zu den Streitkräften. Immer mehr Länder haben jedoch zuletzt ihre Gesetzgebung liberalisiert: Ende letzten Jahres schafften etwa die USA das De-Facto-Verbot von Schwulen und Lesben im Militär ab (queer.de berichtete). Die Aufhebung ist allerdings noch nicht umgesetzt. In Europa verweigern nur Weißrussland und NATO-Mitglied Türkei Homosexuellen den Militärdienst. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.04.2011, 13:48h
  • Ich hätte Südkorea in dieser Angelegenheit für viel fortschrittlicher gehalten! Aber Aufgesschoben ist nicht Aufgehoben!
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#2 f.koelnAnonym
  • 04.04.2011, 15:30h

  • Wenn nicht der Ertrag in der Akte,hätte es endlich einen Vorteil homosexuell zu sein.
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#3 Korea BoykottAnonym
  • 04.04.2011, 15:57h
  • "(...) Nach Ansicht des Gerichts darf das Militär bestimmte Handlungsweisen verbieten, die abträglich für die Disziplin seien - dazu gehöre auch Homosexualität (...) Dass heterosexuelle Soldaten mit Soldatinnen dienten, stellt jedoch für die Regierung kein Problem dar (...)"

    Die Logik der Begründung ist einfach bestechend!

    Haben diese Betonköpfe in der koreanischen Armee und in den Gerichten denn noch immer nicht kapiert, wie geschäftsschädigend für ihren Export (Samsung-Monitore und Flachbildfernseher, Hyundai- und KIA-Automobile usw. usw.) diese Diskriminierung von schwulen Soldateten ist?

    Jeder Schwule hat, genau wie jeder Hetero, das Recht sein Leben für das geliebte Vaterland hinzugeben.

    Und morgen werde ich meinen hochauflösenden Samsung-Breitbild-Computermonitor bei Ebay verkaufen ...
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#4 vingtans
#5 KaiAnonym
#6 XRayXProfil
  • 05.04.2011, 11:10hNürnberg / Ansbach
  • Naja einen Vorteil hat es ja, wenn im Militär nur Heten sind, sterben im Krieg auch nur Heten, das es der %-Anteil der Schwulen steigt in Südkore was wiederum heißt es gibt weniger Gegner der Homorechte. Somit erlangen Schwule mehr Macht und sogen so für mehr Gleichberechtigung.

    Das heißt, eigentlich kann man es nur befürworten :)
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#7 xapplexAnonym
  • 08.04.2011, 11:50h
  • Und, wie siehts mit Schwulen bei der Armee und Homo-Ehe in Nordkorea aus? Wo ist das Leben für Schwule wohl angenehmer? Südlich oder nördlich des 38. Breitengrads?
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#8 xlenovoxAnonym
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil