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Mit launigen Anekdoten meistert Nina Queer in ihrem Buch die Gratwanderung zwischen unerträglich und unwiderstehlich

"Dauerläufig: Mein Leben in Lametta" hat die Berliner Drag-Queen Nina Queer ihre Memoiren genannt, die jetzt im Querverlag erschienen sind. Wir veröffentlichen einen exklusive Leseprobe.

Von Nina Queer

Für mich gibt es kein Warten in einer Schlange vor einem Klub. Kein Bezahlen von Rechnungen in Restaurants oder Bars. Die meisten Kleider werden mir geschenkt. Mein Gesicht findet man in Zeitungen, Magazinen und im Internet. Viele Prominente zählen zu meinem Freundeskreis - unzählige zu meinen Bekannten. Ich nehme jede Nacht Kokain. Nicht alleine. Meistens mit Darstellern aus billigen Seifenopern oder dummen Arztserien. Danach ficke ich mit ihnen.

Ich bin Entertainerin, Showgirl, Schauspielerin, Bühnenstar, Radiomoderatorin, TV-Wunder und DJane. In erster Linie bin ich aber Partyveranstalterin. Meine Party Irrenhouse ist legendär. Durch sie bin ich selbst zum Star geworden. Die Veranstaltung ist weltweit bekannt, ihre Gäste sind international. Trotzdem hat sie nie den Anspruch eines heißen Insidertipps verloren. Ich bin Berlins erfolgreichste und berühmteste Discoqueen. Alle wollen auf meine Gästelisten und würden dafür alles tun, um bei mir Models, Popsänger, Moderatoren, Kunst- und Kulturschaffende zu treffen. In meiner VIP-Lounge. Auf meiner Party. In meinem Klub. In meiner Stadt. Berlin.

Aus dem Berliner Nachtleben nicht mehr wegzudenken


Nina Queer: "Ich nehme jede Nacht Kokain. Nicht alleine. Meistens mit Darstellern aus billigen Seifenopern oder dummen Arztserien. Danach ficke ich mit ihnen."

Für Berlin bin ich überhaupt wie geschaffen. Ein sympathisches, glamouröses Flittchen mit einem ordinären Schandmaul, das keine Probleme damit hat, vor 300 Leuten mitten auf der Tanzfläche den Schwanz eines Typen zu lutschen und sich auf die Titten spritzen zu lassen. Wer jetzt denkt: "Das kann doch wohl nicht wahr sein!", der hat von Berlin keine Ahnung. Mir sind hier Geschichten widerfahren, die keinem Drehbuchautor je in den Sinn kämen. Berlin und ich: Das passt.

Wenn ich zurückdenke, ist es vermutlich so, dass ich diese Stadt von jeher gesucht habe. Mit Anfang 20 kam ich hierher, mit 25 hatte ich meine Konkurrenten hinter mir gelassen. Jeder,der mich für eine kurze Modeerscheinung mit einer noch kürzeren Halbwertzeit am Berliner Partyhimmel hielt, weiß längst, dass ich aus dem Nachtleben der deutschen Hauptstadt nicht mehr wegzudenken bin.

Wenn TV-Sender Reportagen über die Berliner Partyszene drehen, wenn ein langweiliges Thema aufgemotzt werden soll, wählen sie meine Nummer. Ich bin Gelegenheitsschauspielerin und als Stargast die willkommene, glitzernde Abwechslung auf jedem roten Teppich.

Hervorragende Geschäftsfrau und Alkoholikerin


Huch?! Manchmal scheint Nina Queer auch Wasser zu trinken... (Bild: Wiki Commons / CHR!S / CC-BY-SA-3.0,2.5,2.0,1.0GFDL)

Ich bin eine hervorragende Geschäftsfrau mit dem Gespür und Sinn für Trends. Eine Alkoholikerin sowieso. Ich bin eine gute Freundin. Mein Humor wird geliebt, mein Zynismus gefürchtet. Meine Gabe ist es, den Menschen eine schöne Zeit, meistens eine schöne Nacht, zu bereiten. Meine Energie und mein Glamour wirken auf andere faszinierend und berauschend. Ich wage Dinge zu tun, von denen Max Mustermensch aus der Wohnung nebenan nur träumt. Menschen, deren Horizont begrenzt ist, bleibt die Welt, in der ich lebe, für immer verborgen. Manche Menschen träumen ja nicht einmal. Schade eigentlich.

Auf dieser Ebene macht das Leben Spaß. Es ist das Leben, von dem ich immer geträumt habe. Freilich ist es möglich, dass diese Seifenblase morgen schon platzt. Dann ist eben wieder meine Kreativität gefragt. So lange genieße ich ein Leben, das meine Eltern nie verstehen werden. Aber ich bin nicht dumm. Ich habe mich abgesichert.

Was sich hier liest wie die Auszüge aus dem Leben eines Rockstars, hat mich viel Arbeit gekostet. Ich musste viel säen, um erst einmal wenig zu ernten. Wie ich durch den Verkauf von Currywürsten und meinem Körper doch noch auf den mir vorbestimmten Weg gekommen bin, will ich gerne berichten. Bevor die Party, die nie aufhören soll, begann, war erst mal Stille. Die Stille von Malta, dem ruhigen Dorf im österreichischen Kärnten.

Nina Queer: Dauerläufig: Mein Leben in Lametta, 208 Seiten, Querverlag, Berlin 2011, 17,90 €



#1 majdaAnonym
  • 05.04.2011, 17:45h
  • "Ein sympathisches, glamouröses Flittchen mit einem ordinären Schandmaul, das keine Probleme damit hat, vor 300 Leuten mitten auf der Tanzfläche den Schwanz eines Typen zu lutschen und sich auf die Titten spritzen zu lassen."

    das kommt dabei raus wenn männer in verkleidung meinen sie würden eine frau imitieren?
    für mich ist das billiger sexismus...
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#2 xdaAnonym
  • 05.04.2011, 18:06h
  • Ist das ganze Buch in dem Stil geschrieben? Es hört sich für eine Kolumne gelungen an, aber das Buch wird es wohl eher nicht in den Olymp der Popliteratur schaffen.
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#3 vingtans
  • 05.04.2011, 18:34h
  • seid wann ist es kunst einfach vulgär zu sein?!

    das kann wahrscheinlich jede xbeliebige nutte.
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#4 HannibalEhemaliges Profil
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.04.2011, 18:37h
  • Nina Queer ist einfach eine Bereicherung für die LGBT-Community und hoffentlich wird sie noch für das ein oder andere Aufsehen sorgen!
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#6 MikeAnonym
  • 05.04.2011, 18:41h
  • Antwort auf #1 von majda
  • Sehe ich ähnlich.
    Was mich vor allem stört ist das jene Transvestiten ( damit meine ich nicht die Show- Travestiekünstler in Cabarets und Co! ) die ihr weibliches Äußeres in der Sexualität nutzen nur um das prototypische, devote, immergeile Flittchen zu spielen und damit hetero- und bisexuelle Männer bedienen.
    Mit Schwulen, Lesben und Transsexuellen hat das wenig zutun, sondern dient eher dem typisch heterosexuellem Pornoschema von weibliches Aussehen, inklusive weibliche Bezeichnung der Person = devot, sich überall vollspritzen lassen, das begehrte Objekt zu sein etc.
    Das ist alles andere als förderlich für die LGBT Community.
    Übrigens ist mir in Chats und auf Datingseiten aufgefallen das nicht nur der aktive Part der auf Trans steht bi- oder heterosexuell ist, sondern das auch überwiegend diejenigen die sich devote DWT, TV nennen, "die Frau spielen wollen" usw. bisexuelle Männer sind.
    Es handelt sich also vor allem um heterosexuelle Spielchen von bi- und heterosexuellen Männern die verinnerlicht haben das Sex zwischen 2 Männern nur dann ok ist wenn einer eine Frau faket.
    Sollen die machen wie sie wollen, aber mit Schwulsein wird es zu unrecht verwechselt, denn mit selbstbewußter Homosexualität hat das sehr wenig bis gar nichts zutun.
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#7 Diz!Anonym
  • 05.04.2011, 18:45h
  • Also ich hab schon ein-zwei Kolumnem von Nina gelesen und fühlte mich immer gut unterhalten. Diese Leseprobe macht in ihrer Billigkeit aber nun wirklich keine Lust, ein ganzes Buch von diesen Ergüssen zu kaufen. Ob mit oder ohne Alkohol, Kokain und Soapstars.
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#8 alexander
  • 05.04.2011, 20:15h
  • berlin und seine kellerasseln, mal mehr mal weniger komisch, hat jahrhundertelange tradition und kann spass machen ! muss aber auch nicht immer sein ?
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#9 quaaludeAnonym
#10 Ilovelife
  • 05.04.2011, 21:57h
  • Ach sie stammt eigentlich aus Ösiland?
    Nun ja, Ösis in Berlin sind eh ein Thema für sich. Schlimmer als dieser Text ist glaub ich nur noch der Berlinsong von Rainhard Fendrich.
    Und spätestens, als ich im rbb einen schon ziemlich angegrauten Alt68-er Ösi, der wohl "Kunst" im Tacheles betreibt, über "Berlin" und die "Kunstszene" hier schwafeln hörte, wurde mir klar, dass alles, was von zugezogenen Ösis nach Berlin kommt, immer irgendwie billig, aber verbal hoch aufgemotzt ist.

    Irrenhouse, hmm, mir persönlich über die Jahre zu langweilig geworden. Strippen da eigentlich immer noch die beiden "betagten Kurier-Leser", also die ältere Lady und der nicht-großbestückte Vokuhila-Typ? Wers mag, soll halt hingehen. Ich wünsche der deutschen Haupt- und meiner Heimatstadt aber dann hin und wieder doch etwas mehr, was über "billig" und "mittelmäßig" hinausgeht...
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