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(Bild: Warner Music)

Auf der neuen CD des seit 1976 erfolgreichen Schweizer Liedermacher gibt es unter anderem auch ein starkes Liebesduett mit der italienischen Diva Milva.

Was mag das wohl für einer sein, der sich für ein Album den wundersamen Titel "Enten hätt' ich züchten sollen..." aussucht? Schon dieser herrliche Titel! Stephan Sulkes (67) jüngstes Album wirft unversehens ein ganz besonderes Licht auf viele seiner Musiker-Qualitäten. Witzig, leicht melancholisch, flapsig, verschmitzt, unangepasst. Was der Titel nicht verrät, ist dies: Das Album hält auch Rückschau. Und zwar ohne den Anspruch auf Vollständigkeit oder die Nennung sämtlicher, eigenhändig gesetzter Meilensteine, sonst wäre es ja kein Album aus der Querulanten-Werkstatt Sulke.

"Die Historie", sagt der Sänger und Poet, ist folgende: "Ich mag ungerade Zahlen. Ich stand vor bald einem halben Jahrhundert zum ersten Mal mit der Gitarre auf einer Bühne und habe englische Lieder gesungen, nicht gerade besonders gute. Danach kam hier ein Lied und dort eines, ich war aber immer wieder verschwunden. Vor ungefähr 35 Jahren nahm ich dann wirklich Anlauf, gefolgt von wiederum noch längeren Pausen. Und diese durchgewürfelten Zahlen gaben mir die Idee, ein paar alte und jüngere meiner Lieblings-Songs in komplett neue Arrangegments zu kleiden, und diese mit ganz neuen nie in irgendeiner Form veröffentlichten Liedern zu mischen."

Youtube | Stephan Sulke im Duett mit Milva

Sulke ist kein Mann fürs Grobe


(Bild: Warner Music)

So erlebt der geneigte Hörer nun nie zuvor Gehörtes wie "Mein Leben", "Sie hat mich bloss mit einem Lächeln angefasst", die legendäre "Uschi" in neuem Gewand, nämlich im Duett mit der Kultfigur Lilo Wanders oder das zart ironische "Hey Mister Radio Mann" ebenso wie ein Duett mit Milva "La Rossa" namens "Das muss doch gehn" oder den Titelsong "Enten hätt' ich züchten sollen...". Der sei, so Sulke, "sowohl neu wie auch alt, ich habe ein betagtes Lied mit neuen Zeilen und Akkorden versehen". Und mit neuem Witz obendrein.

Man kann ihm Vieles nachsagen, aber bestimmt keine Liebesdienerei. Wer Sulke ins Lager der Liedermacher sortiert und dann nach vertrauten Koordinaten sucht, wird garantiert nicht fündig. Einen Protestsong oder auch nur kurze, bündige und leicht entschlüsselbare Kommentare zum Tagesgeschehen - Fehlanzeige. Sulke ist kein Mann fürs Grobe. "Diese Anti-Gesellschaftswut", sagt er, "ist nichts für mich. Ich fühl mich in unserer Gesellschaft einigermaßen wohl. Schau dir nur Schlagzeilen an, wie fade und vergilbt die nach einem Jahr aussehen". Und genau das macht seine Lieder, macht auch sein neues Album so liebenswert. Und zum Unikat. (cw/pm)