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Großbritannien kämpft seit Jahren gegen einen Engpass von Spenderblut (Bild: HowardLake / flickr / by-sa 2.0)

Die britische Regierung hebt das Blutspendeverbot für Schwule auf - allerdings dürfen Männer, die Sex mit Männern haben, nur spenden, wenn sie zehn Jahre lang zölibatär gelebt haben.

Bislang durften gleichgeschlechtlich aktive Männer als HIV-Risikogruppe überhaupt nicht Blut spenden. Wie die "Sunday Times" berichtet, will die konservativ-liberale Regierung in Kürze die Aufhebung des generellen Verbots bekannt geben. Grund dafür sei die umfassende Antidiskriminierungsgesetzgebung in Großbritannien. "Ein generelles Verbot wäre unfair und diskriminierend", zitiert die "Times" eine Quelle in der Regierung. "Wir müssen aber die öffentliche Gesundheit schützen, deshalb reden wir über eine Zehnjahresregelung." Es ist unklar, ab wann die neue Regelung in Kraft treten soll.

Der mit Experten besetzte Fachausschuss für die Sicherheit von Blut, Gewebe und Organe (SaBTO) schätzt, dass derzeit sieben Prozent der sexuell Aktiven Schwulen Blut spenden - und bei Fragen nach der sexuellen Orientierung lügen. Der Ausschuss geht davon aus, dass bei einer Aufhebung des Verbots die Gefahr einer Kontaminierung des Spenderbluts mit HIV um wenige Prozentpunkte ansteigen könnte. Zwar werden alle Blutspenden auf HIV-Antikörper getestet, diese sind aber erst Wochen nach einer Infektion nachweisbar.

Letztes Jahr führte der Tod einer 47-jährigen Frau in Schottland zu einer Diskussion um das Homo-Blutspendeverbot. Ihr 21-jähriger Sohn durfte seiner an Leukämie erkrankten Mutter kein Blut spenden, weil er schwul ist. Weil die Ärzte keinen schnellen Ersatz fanden, verstarb die Frau nach wenigen Tagen (queer.de berichtete).

Bereits in mehreren Ländern dürfen Schwule erst nach Jahren der Enthaltsamkeit Blut spenden. In Neuseeland liegt die Wartezeit bei zehn Jahren, in Südafrika bei fünf. In den USA dürfen nur Männer spenden, die nach 1977 keinen Homo-Sex mehr gehabt haben.

In Deutschland hat die Bundesärztekammer ein generelles Blutspendeverbot für sexuell aktive Schwule ausgesprochen, unabhängig davon, ob sie Safer Sex praktizieren oder nicht. Im Dezember 2010 erklärte die Bundesregierung, dass eine Expertengruppe am Robert-Koch-Institut derzeit über Veränderungen nachdenkt (queer.de berichtete). Die Deutsche Aids-Hilfe fordert ein Ende des generellen Verbots für Schwule, da "viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken" aufweisen würden. (dk)



#1 XRayXProfil
  • 11.04.2011, 12:56hNürnberg / Ansbach
  • also soche vorgaben sind ja sowas von fürn ar***. welcher normalentwickelte mensch hat denn fünf geschweige denn 10 jahre lang keinen sex? des schaffen ja nichtmal priester im kloster :)

    für mich ist das genauso diskriminierend wie ein komplettes spendeverbot. einfach lächerlich
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#2 swiss_hottieAnonym
  • 11.04.2011, 12:59h
  • "Die Deutsche Aids-Hilfe fordert ein Ende des generellen Verbots für Schwule, da 'viele Heterosexuelle zumindest zeitweise höhere Infektionsrisiken' aufweisen würden."

    So, da haben wir doch den Beweis! Also was soll der ganze Schwachsinn mit Keuschheit und 10 Jahre und blablabla... ? Reine Diskriminierung nennt man das!

    Zudem so eine Frage am Rande: Gibt es eine solche Zielgruppe überhaupt, die diese Politiker in ihrer Weltfremdheit da kreieren wollen?
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#3 Mister_Jackpot
  • 11.04.2011, 13:58h
  • Viel lächerlicher gehts wohl nicht mehr, oder? Heteros dürfen munter durch die Weltgeschichte poppen und trotzdem Blut spenden...Schwule natürlich nicht, weil die sind ja "krank"...meistens jedenfalls.
    Solang in Deutschland das Blutspendeverbot für Schwule besteht, werde ich NICHT spenden. Ich bin schonmal auf der Strasse angesprochen worden vom roten Kreuz und dem netten Herrn hab ich dann gesagt was ich von den Vorgaben halte. Er sagte sie könnten ja auch nichts dafür..da hab ich dann gesagt, dass auch die Mitarbeiter etwas bewirken könnten wenn sie wirklich wollten...aber wie das immer so ist: wen interessieren schon Schwule? Man hat vielleicht einen in der weiteren Verwandschaft, aber das wars schon. Jeder ist sich selbst der Nächste ... und das gilt auch bei dieser Thematik.
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#4 seb1983
  • 11.04.2011, 14:31h
  • Antwort auf #3 von Mister_Jackpot
  • Ist keine so einfache Sache.
    Immerhin waren Schwule in Deutschland letztes Jahr für rund 2/3 aller HIV Neuinfektionen verantwortlich.
    Durch den Auschluss einer relativ kleinen Gruppe (homosexuelle Männer) schließe ich also 2/3 aller Infizierten aus und senke das Risoko verseuchter Blutkonserven damit signifikant.
    Grobes Rechenbeispiel: 50% Männer in Dtl, davon 10% schwul= 5% der Gesamtbevölkerung die 66% der Infektionen ausmacht.

    Das ist erstmal der Gedanke der dahinter steckt, reine Statistik.
    Nun die Frage, ist so ein Generalverdacht fair? Natürlich ist er es nicht. So bin ich etwa der Meinung wer sich wochenends bareback durch Klappen vögelt ist nicht der Typ der dann montags Blut spendet.
    Es wäre sinnvoll die Zulassung nach dem Risikoverhalten zu beurteilen, sowohl für Heteros als auch Homos. Da würden dann vermutlich auch die meisten Schwulen durchs Raster fallen, aber immerhin mit einer solideren Begründung, und wer sein Blut spenden will bekäme auch die Chance dazu.

    Die jetzige britische Regelung ist da eher zu belächeln und ändert rein praktisch nichts an der bisherigen Situation.
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#5 SanneAnonym
  • 11.04.2011, 14:36h
  • Die Briten sind also auch nicht fortschrittlicher. Als wenn es darauf ankäme, ob man nun hetero-, homo- oder bi-sexuell ist.*seufz*

    Wenn ich das sehe, wie leichtfertig z.B. manche Heten mit jeglichem Infektionsrisiko umgehen, wird mir schlecht. Da kann man nur hoffen, dass man nie eine Blutspende braucht.

    Und btw. wie sollen die das denn beweisen, dass sie keusch gelebt haben? Eidesstattlich versichern oder wie? * augenroll*
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 11.04.2011, 14:48h
  • Die widerlichste und gefährlichste Form von Rassismus ist immer noch die, die sich den Anstrich der "Liberalität" verpassen will.

    Im vorliegenden Fall klingt das so ähnlich wie:
    Sie dürfen ja auf den gleichen Bus aufspringen, aber nur von hinten und selbstverständlich auch nur hinten sitzen.

    So sind sie, die "Konservativ-Liberalen" mit ihrer asozialen, menschenfeindlichen Politik!

    www.guardian.co.uk/world/2011/mar/26/anti-cuts-march-swells-
    400000
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#7 JackyCGNProfil
  • 11.04.2011, 15:10hKöln
  • Die 10-Jahres-Regelung ist kompletter Unfug.

    Denn das einzige Risiko einer HIV-Übertragung besteht, wie im Text beschrieben, in dem diagnostischen Fenster zwischen Infektion und Nachweisbarkeit des Virus. Bei den aktuell für Blutspenden angewandten, hochempfindlichen Tests beträgt dieser Zeitraum zwei Wochen soweit ich weiß.

    Was soll das also mit den 10 Jahren? Zwei Wochen - oder von mir aus auch vier Wochen um auf Nummer sicher zu gehen - wären vollkommen ausreichend. Aber so ist die neue Regelung nichts weiter als eine andere Form der Diskriminierung.

    Von der Situation bei der Stammzell-/Knochenmarkspende, wo Spender oftmals sehr viel dringender gebraucht werden, ganz zu schweigen...
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#8 daVinci6667
  • 11.04.2011, 15:25h

  • Warum ist es denn soooo schwierig für Heten und Gays dieselben Regeln anzuwenden? Niemand würde von Heten verlangen 10 lange Jahre keinen Sex zu haben! Wer häufigen Partnerwechsel macht, soll nicht spenden dürfen, egal ob Hetero oder Homo! Wer jedoch in fester Beziehung lebt, soll Spenden dürfen, auch wenn er schwul ist. Solange für uns abweichende Regelungen bestehen, ist das Diskriminierung pur!
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#9 DreasAnonym
  • 11.04.2011, 16:06h
  • Antwort auf #8 von daVinci6667
  • So, steht es im Blutspendebogen:

    Personengruppen mit erhöhtem Risiko für Infektionen mit HIV, sind:
    - Personen, die intravenöse Drogen gebrauchen oder gebraucht haben - homo- oder bisexuelle Männer, vor allem bei häufigem Partnerwechsel
    - männliche und weibliche Prostituierte
    - Einwanderer aus Ländern mit einer hohen Rate an Infektionen mit HBV (Hepatitis B Virus), HCV (Hepatitis C Virus) oder HIV
    - Personen, die Intimkontakt mit Personen hatten, die diesen Gruppen angehören oder die eine AIDS-Erkrankung haben
    - Häftlinge und ehemalige Strafgefangene

    Also werdem Ausländer und ehemalige Häftlinge auch diskriminiert?

    Das sind Theoretische Zahlenspiele wie oben erwähnt und hat nix mit Diskriminierung zu tun.

    P.s. Ich gehe Blut spenden...
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#10 KonstantinEhemaliges Profil
  • 11.04.2011, 17:35h
  • Antwort auf #9 von Dreas
  • "P.s. Ich gehe Blut spenden..."
    Ach! Und verleugnest dabei deine schwule Identität? Unfassbar!
    Außerdem ist dir ja wohl bewusst, dass sämtliche Blutspenden nicht irgendwo für Notfälle gelagert, sonder teuer weiterverkauft werden, oder?
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