Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14034

Bei CSDs in Europa führt die israelische Flagge zu "Feindseligkeiten" (Bild: jon.lai.yexian / flickr / by-nd 2.0)

Eine Delegation aus Tel Aviv wird im Vorfeld des CSD Berlin beim Straßenfest teilnehmen, verzichtet aber aus Angst vor negativen Reaktionen auf nationale Symbole wie den Davidstern.

Wie der israelische Nachrichtendienst Ynet-News meldet, will sich Tel Aviv auf dem Straßenfest mit einem Stand und mitgereisten Künstlern präsentieren, dabei aber keine Hinweise darauf geben, dass die Stadt in Israel liegt. Die israelische Flagge oder der Davidstern könne "unter vielen Feindseligkeiten auslösen", zitiert Ynet-News eine Quelle in der Tourismusindustrie. Die Stadt Berlin hatte Tel Aviv dieses Jahr zur CSD-Saison eingeladen.

Tel Aviv will sich in Berlin als weltoffene und pluralistische Stadt mit der größten Homo-Szene im Nahen Osten präsentieren, aber ohne jeglichen Hinweis auf den jüdischen Staat. Das israelische Tourismusministerium bezeichnete angesichts der weltweiten Feindseligkeiten gegenüber Israelis diese Art der Werbung als "kluge Art, israelische Marken im Ausland zu vermarkten".

Berliner CSD-Veranstalter offen für Flaggen

Die Berliner CSD-Veranstalter betonen, dass sie weder "eine Teilnahme von pro-israelischen Gruppen noch von pro-palästinensischen Gruppen ablehnen", wie CSD-Geschäftsführer Robert Kastl erklärte. Man begrüße es statt dessen, wenn Teilnehmer "Flagge zeigten", auch Besucher aus Israel: "Genauso wie Schwule, Lesben, Trans-, Bi- und Intersexuelle sich nicht aus der Öffentlichkeit verdrängen lassen, soll am CSD Berlin auch niemand Angst haben, jüdische Symbole in der Öffentlichkeit zu verwenden", erklärte Kastl.

Schwierigkeiten für Israelis bei CSDs

In Europa und Nordamerika kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Protesten gegenüber Teilnehmern aus Israel. So hat der CSD Madrid im letzten Jahr die Teilnahme eines israelischen Wagens untersagt (queer.de berichtete). Die CSD-Organisatoren begründeten das mit "Sicherheitsbedenken", israelische Aktivisten vermuten aber Antisemitismus. Beim CSD Toronto hat der Stadtrat den Veranstaltern mit dem Entzug der Zuschüsse gedroht, wenn auf der Veranstaltung antiisraelische Gruppen auftreten (queer.de berichtete). Propalästinensische Aktivisten hatten den Israelis "zionistische Propaganda" vorgeworfen, der Stadtrat vermutete dahinter jedoch eine Kampagne gegen kanadische Juden.

Obwohl auch viele Homo-Aktivisten die Außenpolitik Israels kritisieren, gilt Tel Aviv unter ihnen als mit Abstand homofreundlichste Stadt im Nahen Osten. Viele Schwule und Lesben aus der Region suchen in der Metropole Zuflucht, was auch zu einem lebhaften Nachtleben geführt hat. Das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Israels ist bei Besuchern auch wegen seines großen Shoppingangebots, langer weißer Strände und wegen des guten Wetters beliebt. Im letzten Jahr kündigte die Stadt eine groß angelegte schwul-lesbische Tourismuskampagne an, für die umgerechnet 68 Millionen Euro bereitgestellt wurden (queer.de berichtete). (dk)

Aktualisiert am 13.4., 7:50 Uhr



Online-Abstimmung über Potsdamer CSD-Motto

Auf der Homepage des CSD Potsdam können User aus elf Motto-Vorschlägen ihren Favoriten auswählen.
Serbien: Homophober Politiker verurteilt

Ein Gericht in Belgrad hat einen nationalistischen Politiker wegen diskriminierender Äußerungen gegen Homosexuelle schuldig gesprochen.
Der innere Kampf gegen Konfuzius

In Taipeh fand am Samstag Asiens größte Schwulen- und Lesbenparade statt. Viele Teilnehmer leiden unter den traditionellen Wertvorstellungen in Taiwan.
#1 EnriqueAnonym
  • 12.04.2011, 12:03h
  • Dass man aus Israel nur auf den CSD kommt um Touristen in das Land zu locken, war eigentlich klar. Von mir aus können die gern in Israel bleiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Gegen Krieg!Anonym
  • 12.04.2011, 12:09h
  • Ich mag Tel Aviv! Da finden ja auch sehr oft Demonstrationen gegen die Kriegspolitik der israelischen Regierung statt, obwohl die Mainstreampresse das gern totschweigt. Ist also nichts, was sich auf CSDs beschränken würde:

    klarmann.blogsport.de/2009/01/05/frieden-friedenspreistraege
    r-gegen-nahost-krieg/


    Die "Antisemitismus"-Keule der üblichen Aggressoren zieht da also mal gar nicht, oder sind diese Israelis (Link) auch alle "antisemitisch"? Und wie nennt man dann kriegstreibende israelische Eliten, die dem israelischen Volk zumuten, gemeinsam mit den Palästinensern auf einem Pulverfass zu leben?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Ilovelife
  • 12.04.2011, 12:17h
  • @Enrique

    Nein, können sie nicht. Die Berliner (Kudamm)CSDs der letzten Jahre waren inhaltsleer, langweilig, ausgelutscht, gewürzt mit fast schon grenzdebilen Motti. Wenn da aus dem "Ausland" ein paar Impulse kommen, warum nicht? Immer noch besser als Wagen oder Fußgruppen sämtlicher papsttreuer Parteien der Bundesrepublik!
    Traumhaft wäre natürlich ein gemeinsamer Stand/Wagen der Tel Aviver Delegation z.B. zusammen mit Community- Leuten aus dem Libanon oder der Türkei mit einer Beflaggung, die überhaupt nicht auf Staaten oder gar Religionen hinweist, sondern auf das Interesse an Gleichberechtigung weltweit. Die Regenbogenfahne z.B.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Timm JohannesAnonym
  • 12.04.2011, 12:29h
  • Antwort auf #4 von Ilovelife
  • Also ich finde es gut, wenn sie in Berlin mitmachen. Auch ist es richtig, wenn an den Ständen keine Nationalflaggen, egal welches Land, wehen. Ich will auch keine griechischen, türkischen, albanischen, russischen, polnischen Nationalflaggen sehen, sondern Regenbogenfallgen sollen gezeigt werden.

    Es sollen Regenbogenflaggen wehen an diesem Tag und keine Nationalflaggen !!!

    ---
    Was Israel angeht: es ist ein sehr schönes Land und ich finde es schlimm, dass dort die Juden derart immer wieder von moslemischen Fanatikern angegriffen werden und Irans Präsident äußerte "er werde die Juden ins Meer treiben". Israel und die jüdische Bevölkerung dort hat meine ganze Sympathie und Solidarität.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 EnriqueAnonym
#7 schwulenaktivist
#8 MarekAnonym
  • 12.04.2011, 13:25h
  • Also ich hätte kein Problem mit Flaggen oder anderen Symbolen.

    Und wieso sollte das gerade auf einer Demo für Toleranz Feindseligkeiten hervorrufen, wenn ausländische Gäste zeigen, wo sie herkommen.

    Mein Freund ist Türke und TurkGay marschiert auch mit der türkischen Flagge.

    Sehe ich echt kein Problem. Wieso dieser Verzicht?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 daVinci6667
  • 12.04.2011, 13:28h

  • Man kann zurecht Israel wegen seiner zuwenig forcierten Friedenspolitik gegenüber den Palästinensern kritisieren. Sie aber von CSDs ausschliessen zu wollen ist völlig daneben. Ich jedenfalls freue mich auf sie!
    Vergesst bitte nicht, Israel ist in der Region dort weit und breit der einzige Flecken, wo unsere Regenbogen-Fahne stolz wehen darf! Rundherum drohen uns Folter und sogar Tod. Das muss sich ändern.

    Es lebe in Frieden ein freies Israel und auch ein freies, demokratisches Palästina, sofern auch dieses GLBT-Rechte ohne wenn und aber akzeptiert!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 BurgerBerlinProfil
  • 12.04.2011, 13:37hBerlin
  • Grundsätzlich muss ein demokratisches Land auch das Zeigen von Flaggen anderen demokratischer Länder ertragen. Gleichfalls müssen die staatlichen Polizeiorgane dies auch sicherstellen. Dieses nicht zeigen, ist eher ein Zeichen von Angst. Allerdings ist es kein Zeichen von Vertrauen gegenüber Deutschland, wenn man dies als Vorsichtsmaßnahme verkündet. Wer sollen die Angreifer sein – die Deutsche Neonaziszene oder sind es Angriffe von islamischen Gruppen. Leider gab es von der letztgenannten Gruppe in Berlin schon einige Übergriffe auf jüdische Einrichtungen. Die Demokratie muss in solchen Fällen im wahrsten Sinne „Flagge“ zeigen. Natürlich sollte auch immer die Erinnerung an die Geschichte dieses Landes eine Rolle spielen.
    Es wäre beschämend, wenn eine Demokratie sich vorauseilend den Feindseligkeiten unterwirft.
  • Antworten » | Direktlink »