Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?14035

Der Abgeordnete Sebastian Sabini will in Uruguay für eine Gleichstellung im Eherecht sorgen

Die Homo-Ehe erhält einen Schub in Südamerika: Nach Argentinien könnten auch Brasilien und insbesondere Uruguay Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellen.

In Uruguay wird in wenigen Tagen Sebastian Sabini vom regierenden linksgerichteten Parteienbündnis "Frente Amplio" (Breite Front) einen Gesetzentwurf ins Parlament einbringen, der die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vorsieht. Das berichtet die Zeitung "La Nacion". Der Entwurf soll demnach eine generelle Ehereform umfassen, die etwa Scheidungen erleichtern soll. Sabini erklärte, sein Entwurf beschränke sich nicht auf die "Homo-Ehe", sondern soll Diskriminierungen im Eherecht abbauen und einen gleichberechtigten Zugang zur Institution Ehe ermöglichen, "unabhängig vom biologischen oder sozialen Geschlecht und der Religion".

Die Homo-Gruppe "Ovejas Negras" (Schwarze Schafe) hat die Regierungspartei beim Gesetz beraten und äußerte sich zufrieden mit dem Entwurf und den Chancen im Parlament: "Wir glauben fest daran, dass es beschlossen wird, da Frente Amplio über die Mehrheit im Parlament verfügt und einzelne Oppositionsabgeordnete bereits angekündigt haben, die Gleichbehandlung unterstützen zu wollen", erklärte Gruppensprecher Álvaro Queiruga.

Brasilien: Ex-"Big Brother"-Star bringt Homo-Ehe auf Agenda


Der brasilianische Abgeordnete Jean Wyllys will mit einer Medienkampagne die Ehe-Öffnung erzwingen

Auch im Nachbarland Brasilien gibt es einen Vorstoß zur Öffnung der Ehe. Hier haben 171 Abgeordnete und Senatoren unter Führung des Sozialisten Jean Wyllys, dem ersten offen schwulen Parlamentarier des Landes, eine Initiative zur Öffnung der Ehe und zum Ende der Diskriminierung von Schwulen und Lesben gestartet. Wyllys wurde 2005 als Teilnehmer der brasilianischen Version von "Big Brother" bekannt und startete danach eine politische Karriere.

Teil der Kampagne sind unter anderem Fernsehspots, in denen schwule und lesbische Paare über ihre Beziehung sprechen oder Prominente dazu aufrufen, dem gesellschaftlichen Fortschritt nicht im Weg zu stehen. Zum Kampagnenstart vor rund einer Woche reisten hochrangige Politiker aus Spanien und Argentinien an - aus zwei Ländern, in denen Schwule und Lesben bereits im Eherecht gleichgestellt worden sind.

Uruguay führte als erstes Land in Lateinamerika 2007 eingetragene Partnerschaften ein (queer.de berichtete). Brasilien hat bislang keine Gesetze zur Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften beschlossen, wurde aber von Gerichten teilweise dazu gezwungen: So erklärte ein Gericht bereits 2004, dass im Bundesstaat Rio Grande do Sul eingetragene Partnerschaften eingeführt werden müssten (queer.de berichtete). 2010 hat der oberste Gerichtshof einstimmig entschieden, dass das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare gegen die Bundesverfassung verstößt.

Das Thema Ehe-Öffnung kam im vergangenen Jahr in ganz Lateinamerika in die Schlagzeilen, nachdem Argentinien Schwule und Lesben im Eherecht gleichstellte (queer.de berichtete). Als lautstärkster Gegner der Gleichbehandlung in Argentinien erwies sich die katholische Kirche. Präsidentin Cristina Kirchner kritisierte damals die Haltung der Glaubensgemeinschaft scharf: "Es macht mir Angst, Ausdrücke wie 'Krieg gegen Gott' oder 'Projekt des Teufels' zu hören. Mich erinnert das an die Zeiten der Inquisition." (dk)



#1 MarekAnonym
  • 12.04.2011, 13:55h
  • Ich hoffe, das klappt sowohl in Brasilien als auch in Uruguay.

    Wobei das schon ein Armutszeugnis für Deutschland ist, dass hierzulande die Eheöffnung immer noch kein Thema ist. Dank Union und FDP...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 daVinci6667
  • 12.04.2011, 14:03h

  • Was für tolle, geile Nachrichten! Es geht vorwärts! Und zwar überall da, wo linke Regierungen an die Macht kommen und über eindeutige Mehrheiten verfügen! Das gilt für Südamerika und Europa gleichermassen.
    Neben Brasilien und Uruguay werden auch Finnland, Irland, England, Frankreich und eventuell auch Deutschland (nach einem Ende Merkels) folgen! Vorraussetzung ist, ihr geht dann wählen. Ankreuzen könnt ihr alles was ihr wollt, ausser CDU/CSU und FDP!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 eMANcipation*Anonym
#4 Timm JohannesAnonym
  • 12.04.2011, 17:05h
  • Das sind sehr erfreuliche Nachrichten aus Südamerika.

    Argentinen hat es bereits letztes Jahr geschafft und nun also werden Uruguay und Brasilien wahrscheinlich folgen.

    ---> Und hier in Deutschland hängen wir immer noch bei der Einkommenssteuergleichstellung fest, die Finanzminister Wolfgang Schäuble blockiert. Die CDU/CSU will weiterhin einseitig finanziell nur heterosexuelle Ehepaare priviliegieren und dies zementiert sie in der Einkommenssteuer.

    ---> Die Regierungszeit von Merkel muss beendet werden, da nur dann die Eheöffnung kommen wird. Solange Sie Bundeskanzlerin bleibt, wird es unter Regierungsbeteiligung der CDU keine Eheöffnung geben. Die CDU muss raus aus der Regierungsverantwortung in Berlin.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 12.04.2011, 18:21h
  • Ich würde es auch begrüßen, wenn in den beiden erzkatholischen Staaten Brasilien und Uruguay die Homoehe eingeführt wird! Und das Beste: leider kann die Katholische Kirche in beiden Staaten gar nichts dagegen unternehmen und das ist schön!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Timm JohannesAnonym
  • 12.04.2011, 20:52h
  • @FoXXXyness
    So erzkatholisch ist Uruguay nicht...die Zeiten sind dort vorbei.

    Brasilien ist noch stark katholisch geprägt, das stimmt allerdings.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FloAnonym
  • 12.04.2011, 21:42h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • Dann muss aber nicht nur die Union weg, sondern auch deren Schoßhündchen von der FDP...

    Die regieren im Moment genauso und sind auch gegen alle Fortschritte für uns. Die machen nur das, wozu sie von Gerichten gezwungen werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 MiztonPixanProfil
  • 12.04.2011, 22:19hMexiko-Stadt
  • Ausgezeichnet! Ich hoffe dass es klappt. Hier in Mexiko-Stadt gibt es Homoehe, aber leider nur in dieser Stadt. Jedes mexikanisches Bundesland entscheidet wie wird es in seinem eigenen Gebiet. Hoffentlich werden immer mehr Bundesländer sich addieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Timm JohannesAnonym
  • 13.04.2011, 00:12h
  • @Flo
    Die FDP ist eine eigenständige Partei und hat in den 1970er jahrelang sehr erfolgreich mit der SPD zusammen regiert. Die FDP ist nicht das Problem, die würde eine Eheöffnung mittragen, wenn sie mit der SPD oder in einer Jamaica-Koalition wäre. Das Problem lautet auf Bundesebene CDU/CSU.

    ---

    Im Übrigen die Chancen insbesondere in Uruguay auf Eheöffnung stehen hoch.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Eins gegen EinsAnonym
  • 14.04.2011, 18:36h
  • Am kommenden Montag um 23:30 diskutiert Claus Strunz bei "Eins gegen Eins" in Sat 1 mit der Journalistin und Autorin Mirjam Müntefering und Katherina Reiche, Parlamentarischer Staatssekretärin der CDU, über die Frage:

    „Sollen lesbische und schwule Paare Kinder adoptieren dürfen?“

    Außerdem zu Gast im Studio: Der Gründer des ersten deutschen TV-Senders für Homosexuelle, Frank Lukas und der Theologe und Journalist Martin Lohmann.

    Hier geht's zum Voting:
    on.fb.me/gnPIns
  • Antworten » | Direktlink »