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Noch kein einziger Profifußballer hat sich bislang in Deutschland geoutet.

Bei einer öffentlichen Expertenanhörung im Sportausschuss des Bundestages wurde am Mittwoch die Tabuisierung von Homosexualität im Profisport kritisiert - Volker Beck forderte derweil eine Entschuldigung von Oliver Bierhoff.

"Lesben und Schwule müssen ihre sexuelle Orientierung verstecken", fasste die Kulturwissenschaftlerin Tatjana Eggeling von der Universität Göttingen die Lage zusammen. Leistungssportler, die sich outen, müssten mit negativen Reaktionen durch Team, Fans und Sponsoren rechnen - sich zu verstecken koste jedoch viel Energie. Das bestätigte der ehemalige Jugendnationalspieler Marcus Urban: "Wenn man sich aber 24 Stunden am Tag verstecken muss, um nicht als schwuler Fußballer entdeckt zu werden, ist ein selbstbestimmtes Leben nicht mehr möglich", erklärte der 39-Jährige. Er hat während seiner Karriere in den 90er Jahren seine Homosexualität versteckt. Urban beklagte, dass es keine Ansprechstelle für lesbische oder schwule Sportler beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gegeben habe.

DOSB-Generalsekretär Michael Vesper bestätigte, dass seine Organisation das Thema Homophobie bislang vermieden habe, sich aber heute aktiv damit befasse. "Unser Ziel muss es sein, dass niemand Nachteile durch seine sexuelle Orientierung erleidet", sagte Vesper. Zugleich erklärte er, dass niemand gezwungen werden sollte, seine sexuelle Orientierung öffentlich zu machen. Ein "Muss", so entgegnete Marcus Urban, solle ein Coming-out in der Tat nicht sein, aber: "Ich muss es dürfen."

Auch Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fanprojekte und die frühere Bundesligaspielerin Tanja Walther-Ahrends bestätigten, dass Homosexualität im Sport weit weniger akzeptiert sei als in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. "Daran ändert auch ein schwuler Bürgermeister nichts", so Walther-Ahrends, die insbesondere die Politik in der Pflicht sieht.

Volker Beck: Oliver Bierhoff schadet Sport

Am Rande der Veranstaltung erinnerte der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck an die für jeden sichtbare Homophobie im Profisport. Der Kölner Bundestagsabgeordnete erinnerte daran, dass DFB-Manager Oliver Bierhoff erst Ende März die fiktive Aussage im Tatort über Schwule im Profifußball als "Angriff" auf die Nationalelf bezeichnet hatte: "Dabei sollten gerade die Manager für Offenheit und Toleranz werben -im Interesse des Sports", erklärte Beck. "Denn nur wer frei von Angst vor Vorurteilen und dem Karriereaus aufspielt, wird mit Freude und Elan Höchstleistungen zeigen. Es ist Zeit für eine Entschuldigung, Herr Bierhoff." (dk)



#1 EnriqueAnonym
  • 14.04.2011, 10:42h
  • Ich denke einfach mal, dass es Lesben einfacher haben sich zu outen, erstens weil es für viele moralisch nicht so schlimm ist, wenn es zwei Frauen miteinander treiben - sogar teilweise geil finden - und zweitens weil man es den Sportlesben eh sowieso ansieht.

    Zum tollen Volker Beck: Lieber solle jeder vor seiner eigenen Türe kehren.

    Von Oliver Bierhoff hätte ich mir allerdings eine andere Reaktion erwartet.
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.04.2011, 11:07h
  • Ich frage mich, warum der Sportausschuß dieses Thema immer wieder vor sich hergeschoben hat! Aber besser spät als nie!
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#3 TimonAnonym
  • 14.04.2011, 11:47h
  • Und daran sind Ewiggestrige wie Oliver Bierhoff mitschuldig.

    Damit schaden sie letztendlich nicht nur den Schwulen und der ganzen Gesellschaft, sondern auch ihrem Sport!

    Und von Vorbildern kann man gerade bei Fußballern schon lange nicht mehr reden!
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#4 Timm JohannesAnonym
  • 14.04.2011, 13:02h
  • Also mir fällt vor allem bei diesem Thema auf, dass es international mittlerweile viele offen homosexuelle Profisportler in Einzelsportarten (Tennis, Golf, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Turmspringen, Schwimmen, Pferdereitsport, Radfahren, Skilaufen, Bodybuilding) gibt/gab. Homophobie scheint daher in Einzelsportarten "weniger" ein Problem zu sein.

    Bei den Mannschaftssportarten hingegen gibt es zwar viele offen lesbische Profisportlerinnen, aber kaum bekannte offen schwule Profisportler ("einige wenige gibt es"). Bei Handball, Basketball, Cricket, Rugby (Gareth Thomas in England) noch ein ganz paar, aber bei Fussball oder Eishockey hört es dann fast ganz auf.

    In Deutschland pusht sich das ganze Thema dann insbesondere auch aufgrund der Medien (Tatort, usw.) hoch und mittlerweile liegt der Blick hier auf dem Sektor Männerfussball. Ausser Marcus Urban ist da bisher im Profifussball nichts medial in Deutschland in Sicht bzw, wird bisher nicht offen medial über bestimmt Personen berichtet. Derjenige schwule Profifussballer der Ersten oder Zweiten Bundesliga, der dort derzeit sich outen würde, hätte ein mediales Blitzlichtgewitter in Deutschland zu erwarten.
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#5 Knueppel
  • 14.04.2011, 13:16h
  • Zitat: "Wir behaupten, dass der Sport gut für junge Leute ist", erklärte Hysén auf der Pride: "Angeblich für alle Jugendlichen. Aber wie leicht ist es eigentlich für einen 16-jährigen Fußballer, sich vor seinen Mannschaftskameraden als schwul zu erkennen zu geben?" Und er fuhr fort: "Manchmal erzieht der Sport Menschen zu Teamplayern. Manchmal aber offenbar auch zu ängstlichen Herdentieren mit Schwulenphobie."

    (Glenn Hysén, Vater des schwedischen Profi-Fußballers Anton Hysén, der sich jüngst als schwul outete)
    Quelle: "Glenn Hysén ist stolz auf seinen schwulen Sohn"
    www.freitag.de/community/blogs/sexpower/glenn-hysn-ist-stolz
    -auf-seinen-schwulen-sohn
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#6 alexMucEhemaliges Profil
  • 14.04.2011, 13:16h
  • Das für viele, eine Damen-Fußballmannschaft lesbisch ist und man darüber höchstens mal lächelt, finde ich ein Phänomen. Das war es aber auch dann schon mit der Homophobie. Selbst für Heten ist diese Vorstellung schon fast eine Selbstverständlichkeit. Eine Schwuler in einer Herren-Fußballmannschaft ist der Weltuntergang. Ich frage mich, wieso das so ist. Hat da jemand eine Erklärung? Natürlich gibt es reichlich Lesben beim Damen-Fußball. Aber warum ist das offenbar so selbstverständlich?
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#7 seb1983
  • 14.04.2011, 13:48h
  • Antwort auf #6 von alexMuc
  • Ich würde es mal so einschätzen dass Fußball bei Lesben eher ins Konzept passt selbstbewusst einfach Pfade abseits von "weiblichen" Sportarten zu gehen, vermutlich werden eher weniger Lesben reiten gehen.

    Andersrum passt Fußball und Schwule scheinbar gar nicht zusammen, nicht nur dass Heteros da was gegen haben, auch hier wird fleißig über "dämliche Fußballer" etc. abgelästert und außer mal ins Fitnessstudio wagen sich, meiner Einschätzung nach, deutlich weniger Schwule zum Sport als bei Heteros, zumindest treffe ich so selten wie Weihnachten oder Geburtstag auf welche selbst wo bekannt ist dass ich schwul bin.

    Würde also zusammen fassen dass Sport (und Fußball) bei Lesben eher zu nem selbstbewussten Lebensstil gehören, der "gay life style" aber eher andere Wege geht.
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#8 jojoAnonym
  • 14.04.2011, 14:28h
  • Antwort auf #4 von Timm Johannes
  • ich hätte da eine vermutung.

    ich sehe das ganze ja immer noch vor allem als ein finanzielles problem und weniger als eines der fan-psychologie. das zauberwort heißt "sponsoren" - die bezahlen für das IMAGE eines sportlers oder einer mannschaft und mögen keine plötzlichen, schwer kalkulierbaren image-experimente ihrer schützlinge. einige einzelsportler haben auch tatsächlich berichtet, dass sie nach dem coming-out probleme hatten, neue sponsoren zu finden.

    ein einzelsportler, der sich outet, geht das risiko ein, dass seine sponsoren abhauen und seine persönliche karriere (die ohne sponsoren nicht möglich ist!) beendet ist. ein mannschaftssportler aber riskiert, dass die finanzielle grundlage des gesamten vereins abkackt. ich bin mir relativ sicher, dass es z.b. im fussball den einen oder anderen schwulen spieler gibt, von dem es die mitspieler und die trainer wissen (und zum teil sogar die medien), die sich aber in absprache mit team und verein bedeckt halten, um die sponsoren nicht zu schocken.
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#9 daVinci6667
  • 14.04.2011, 18:20h

  • Manchmal muss man Dinge einfach auf den Punkt bringen. Die Heten können nicht glauben, dass wir Schwulen so "männlich" sein können und Profimaessig Fußball spielen können.
    Das Tabu besteht auch darin zu fragen, was bleibt den Hetero-Männern noch exklusives übrig? Antwort: gar nichts! Wir können alles und das mindestens eben so gut! Der Hetero-Mann hatte schon Mühe mit seiner Männlichkeit, als Frauen anfingen so genannt klassische Männerberufe auszuüben. Nun kommen auch noch die Schwulen daher und beweisen, dass sie ebenso männlich oder gar noch männlicher und stärker als sie sein können! Sie müssen lernen sich neu zu definieren.
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#10 julian21
  • 14.04.2011, 19:42h
  • Antwort auf #1 von Enrique
  • "weil man es den Sportlesben eh sowieso ansieht."

    Dein ganzer Kommentar ist zum Kotzen, aber der Satz is der overkill. Rauß!

    @Seb1983
    "vermutlich werden eher weniger Lesben reiten gehen."

    Genau der gleiche Dreck in grün...

    Was is das denn bitte für ein Trend, der sich da abzeichnet?! Wenn es heißt "Schwule können einfach kein Fußball spielen" wird (zu Recht!) rumgemeckert, aber dann im selben Atemzug werden die Nachbarn genau in der gleichen Art und Weise "analysiert" (sprich: diskriminiert), wie man es selbst eigentlich verabscheut. Doppelmoral vom Feinsten. Igitt.
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