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In einem "Stern"-Interview bezeichnet sich der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck als "wertkonservativ" (und "emanzipatorisch"). Er wolle das "Bewahrenswerte" erhalten - und zwar anders als "rückschrittliche Konservative", die an jedem Blödsinn festhalten. Der 50-Jährige macht dies klar am Konzept der "Treue", das er etwas anders definiert als Politiker aus C-Parteien. Beck spricht hier lieber von "sozialer Treue", die auch in seinem Leben wichtig gewesen sei:

Ich lebte 17 Jahre mit meinem Partner zusammen, wir haben geheiratet und ich habe ihn in seinen letzten Lebensmonaten gepflegt. Er hätte dasselbe für mich getan, wäre ich krank geworden. Das ist es, worauf es ankommt - sich füreinander zu entscheiden und aufeinander verlassen zu können. Die Frage, ob mal jemand mit einem anderen ins Bett geht, ist zweitrangig. Man muss sich ja auch klar machen: Die Menschen haben aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung die Chance, einen sehr langen Zeitraum miteinander zu verbringen. Soll das gelingen, muss man da den Fokus darauf richten, worauf es wirklich ankommt.

Becks Partner, der Schwulenaktivist Jacques Teyssier, ist 2009 einem Krebsleiden erlegen (queer.de berichtete).

Im Interview bezeichnete sich Beck als religiös, mahnte aber seine Kollegen, dass politische Entscheidungen nicht biblisch begründet werden sollten, sondern "auf Argumenten und einer allgemeinen Ethik beruhen" müssten. Darum schere sich die katholische Kirche mit ihrer "mittelalterlichen Sexuallehre" jedoch nicht - und das sei "nicht akzeptabel", so Beck. (dk)

(Bild: Grüne NRW)



#1 CarstenFfm
#2 Timm JohannesAnonym
  • 20.04.2011, 13:18h
  • Antwort auf #1 von CarstenFfm
  • Da hat der Volker Beck vollkommen Recht und seine Worte sind hier gut gewählt.

    An Volker Beck gefällt mir vor allem, dass er seinen Werten immer treu geblieben ist und sein Leben lang, sich für die Gleichstellung homosexueller Paare unermüdlich eingesetzt hat.

    Wegen Menschen wie ihm oder Manfred Bruns bin ich erst Mitglied des LSVD geworden und zahle dort meine Mitgliedsbeiträge.

    --
    Mich würde es freuen, wenn es ihm und den Grünen im Bundestag gelingt, die volle Gleichstellung (inklusive Einkommenssteuerrecht und Kindschaftsrecht) endlich durchzusetzen. Ich weiß auch nicht, wie er es immer im Bundestag erträgt, da andauernd die "Hackfressen" von Volker Kauder und Wolfgang Schäuble im Bundestag sehen zu müssen, die uns die Gleichstellung bei Einkommenssteuer und Adoptionsrecht verweigern.
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#4 marley
#5 KathiGr
  • 20.04.2011, 17:23h
  • Antwort auf #4 von marley
  • Bewundern tue ich ihn zwar nicht. Das wäre zu viel ausgedrückt. Aber ich kann ihn gut leiden und ich denke auch, dass er einen sehr guten Kanzler abgeben würde.

    Ich denke, dass die CDU nur deshalb so viele Stimmen bekommen hat, weil den Leuten die Idee gefallen hat, eine Frau als Kanzlerin zu haben. So nach dem Motto: Wie sind ja totaaaaal fortschrittlich, weil wir 'ne Frau gewählt haben. Um die Inhalte ging's da weniger. Ich weigere mich zu glauben, dass wir Deutschen so hinterwäldlerisch sind wie unsere Regierung.

    Darum denke ich, dass Herr Beck gar nicht mal so schlechte Chancen hätte. Ich meine, noch cooler als ein weiblicher Kanzler ist doch ein schwuler Kanzler. Obwohl man seine Wahlentscheidung natürlich nicht von solch oberflächlichen Dingen abhängig machen sollte, sondern immer nur für die Partei seines Vertrauens stimmen sollte.
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#6 marley
#7 Ilovelife
  • 20.04.2011, 17:54h
  • @ Timm Johannes

    Ich mag ihn auch und es tut mir für einen aufrechten Kämpfer wie ihn auch leid, dass seine Grünen jetzt auch fast ausnahmslos papsttreu sind und sich nicht mutig gegen Ratzinger in einem demokratischen Parlament (dass dieser ja ablehnt und bekämpft) stellen. Ich hoffe, seine Stimme wird noch oft dort zu vernehmen sein, wo andere sich schon angepasst und für das ein oder andere Pöstchen lieber den Mund gehalten haben...
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#8 KathiGr
  • 20.04.2011, 20:29h
  • Antwort auf #6 von marley
  • Ich persönlich habe eher die umgekehrte Erfahrung gemacht.
    Meine Eltern z.B. sind überhaupt nicht politikinteressiert und beteiligen sich nur selten an Wahlen. Die meisten meiner Freunde dagegen gehen wählen und einige sind oder waren auch politisch aktiv (in der SPD). Meine Freunde sind übrigens alle hetero.
    Ich weiß noch, dass ich es damals kaum abwarten konnte, endlich volljährig zu werden, um mich aktiv am Untergang der CDU beteiligen zu können.
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#9 marley
#10 SchattentanzProfil
  • 21.04.2011, 08:54hBerlin
  • Antwort auf #9 von marley
  • Ich schließe mich euch an :-D.

    Volker Beck ist ein großartiger Politiker, dem wir alle sehr viel zu verdanken haben. Ich mag es, dass er sich voll und ganz für uns einsetzt und dafür sogar körperliche Gewalt in Kauf nimmt. Von lesbischen Bundestags-abgeordnetinnen oder Ministerinnen hört und sieht man da leider nicht viel.

    Allerdings bereiten mir seine Äußerungen und die Aussagen von anderen Grünen zum Wertkonservatismus ein wenig Sorge. Denn darin könnte man eine leichte Öffnung zu einer schwarz-grüne Regierungsoption erkennen. Das wäre insbesondere dann möglich, wenn Merkel den AKW-Ausstieg wahr macht und die Profil- und Strategiekrise der SPD sich verschärft.

    Mit Blick auf unsere Rechte wird jedoch deutlich, dass eine Regierungsbeteiligung der CDU einer Gleichstellung stets im Wege steht. Gerade auf dem Feld der Homopolitik bietet sich der CDU ein breites Feld, auf dem sie ihr konservatives Profil schärfen und verteidigen kann - denn keine andere Partei nimmt eine derart ablehnende Haltung ein. Da hat es der derzeit liberale Juniorpartner nicht leicht. Bei einer momentan - Gott sei Dank - unrealistischen, aber dennoch möglichen schwarz-grünen Regierung könnte man nur auf die individuelle Stärke von Beck und Roth setzen und hoffen, dass sie mehr Erfolg als Westerwelle und Kauch haben.

    Deshalb hoffe ich, dass es bei Roths Absage an die schwarz-grüne Koalition bleiben und es für ein linkes Bündnis reichen wird.
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