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  • 22.04.2011           16      Teilen:   |

Missbrauch im Waisenhaus

Vor fast zwanzig Jahren verfilmt und leider noch immer aktuell: Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen
Vor fast zwanzig Jahren verfilmt und leider noch immer aktuell: Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen

Jetzt auf DVD: Im Drama "The Boys of St. Vincent" vergeht sich ein Glaubensbruder an Waisenjungen - und kommt 15 Jahre später vor Gericht.

Von Carsten Weidemann

Die zweiteilige preisgekrönte Fernsehfilm-Produktion "The Boys of St. Vincent" ist jetzt erstmals auf einer Doppel-DVD in ungekürzter Fassung zu sehen. Der Zweiteiler erzählt die wahre Geschichte eines Glaubensbruders, der die Knaben eines kirchlichen Waisenhauses missbraucht - und deswegen 15 Jahre später vor Gericht gestellt wird.

Im ersten Teil "Schrei nach Hilfe" weigern sich die Behörden noch einzugreifen: In dem Waisenhaus St. Vincent erziehen die Glaubensbrüder die Kinder mit brutaler Strenge. Aber die meisten Jugendlichen schweigen darüber - bis eines Nachts der kleine Kevin Reevey wegläuft. Er wurde von Bruder Lavin sexuell mißbraucht. Doch die Polizei glaubt ihm nicht. Schließlich bringt auch Hausmeister Finn weitere Misshandlungen zur Anzeige - doch wieder weigern sich die Behörden einzuschreiten.

Fortsetzung nach Anzeige


Beängstigendes Porträt eines Getriebenen

Erst im zweiten Teil "Späte Wahrheit - 15 Jahre später" wird der ehemalige Bruder Lavin, nun selbst Vater, aus dem Waisenhaus St. Vincent wegen Körperverletzung und Vergewaltigung von Kindern verhaftet. Doch der wichtige Kronzeuge Kevin Reevey weigert sich zunächst, vor Gericht auszusagen. Als der Jugendliche Steven Lunny unter dem Druck der Verhandlung Selbstmord begeht, bestätigt Reevey schließlich doch alle Vorwürfe gegen Lavin, der Prozess nimmt eine dramatische Wendung - und weitere skandalöse Vergehen werden enthüllt...

"Beklemmend und einfühlsam inszeniert. Das beängstigende Porträt eines Getriebenen", urteilte TV Spielfilm über das Drama.

The Boys of St. Vincent, Drama, Kanada 1992-1993, Regie: John N. Smith, Darsteller: Henry Czerny, Brian Dooley, Sebastian Spence, Johnny Morina, Ashley Billard, Phillip Dinn, Brian Dodd, Jeremy Keefe, Jonathan Lewis, Greg Thomey, Sprachen: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung, Laufzeit: ca. 178 Min, FSK 16, Pro-Fun Media

Video: (Direktlink)
Offizieller deutscher Trailer zum Film
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The Boys of St. Vincent

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Tags: sexueller missbrauch, waisenhaus, pro fun, john n. smith
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Reaktionen zu "Missbrauch im Waisenhaus"


 16 User-Kommentare als Feed (RSS 2.0, ?)

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Die ersten:   
#1
22.04.2011
13:34:37


(+2, 2 Votes)

Von tom


wenn man bedenkt das der film aus den 90ern stammt und letztes jahr aufgedeckt wurde das es auch in kirchlichen einrichtungen in deutschland zahlreiche missbrauchsfälle gab, wundern mich die massiven rückgangszahlen der kirchenmitglieder kein stück.


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#2
22.04.2011
14:28:37
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von daVinci6667
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Antwort an #1 Tom
Nun mich wundert dass nicht noch mehr ausgetreten sind. Was muss denn noch alles geschehen, damit die Menschen endlich aufwachen?
Solange die kath. Kirche als Auffangbecken für Menschen fungieren kann die ihre Sexualität verstecken wollen/müssen, werden die Missbrauchsfaelle leider nicht enden! Wer als Eltern seine Kinder heute immer noch kath. Institutionen anvertraut darf sich nachher nicht wundern und macht sich am allfälligen Missbrauch sogar mitschuldig!


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#3
22.04.2011
15:20:05


(+3, 3 Votes)

Von jojo
Antwort zu Kommentar #2 von daVinci6667


was geschehen muss?

der kirchenaustritt muss formal und finanziell erleichtert werden!

gäbe es in deutschland die möglichkeit, online oder zumindest per einfacher schriftlicher erklärung auszutreten, dann wären die kirchen längst auf die paar prozent der wirklich überzeugten gläubigen zusammengeschrumpft!

und der effekt wäre noch wesentlich beeindruckender, wenn man es diesen organisationen nicht durchgehen lassen würde, dass eltern dort kleinkinder ungefragt als mitglieder anmelden.


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#4
22.04.2011
15:50:48


(0, 2 Votes)

Von FoXXXyness
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Endlich wird nun einmal ein Film in der deutschen Synchronfassung vorgestellt!


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#5
22.04.2011
20:47:14
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Antwort an #3 Jojo
Guter Ansatz, aber leider wird das vermutlich nicht reichen. Ich sehe da tiefer liegende Gründe. Hier in der Schweiz ist es einfacher auszutreten. (Als ich mit 16 austrat, genügte ein eingeschriebener Brief. Mein Mann trat ebenfalls vor langer Zeit aus und musste dazu nur ein Formular an der Einwohnerkontrolle ausfüllen. Bezahlen mussten wir nichts.)
Trotzdem sind immer noch je etwa 42% der Schweizer reformiert oder katholisch. Nur 11% sind konfessionslos. (allerdins Stand Jahr 2000) Viele machen sich unnütz Sorgen etwa ob sie noch einen Sarg und einen Platz auf dem Friedhof bekommen. Ich weiss nicht wie es in Deutschland ist. Hier sind dies Aufgaben der Gemeinden und nicht der Kirchen.


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#6
22.04.2011
22:14:17


(+3, 3 Votes)

Von jojo
Antwort zu Kommentar #5 von daVinci6667


soweit ich weiß, werden auch in deutschland atheisten nicht außerhalb der friedhofsmauern verscharrt.

natürlich ist die zahl der menschen, die aus irgendwelchen gründen nicht austreten WOLLEN, noch recht hoch. wenn solche dummen bedenken wie beerdigungen im spiel sind, dann ließen die sich ja ausräumen, indem man aufklärt.

aber ich höre doch oft von leuten, dass sie ja längst austreten würden, wenn...

und dann kommt an erster stelle "ich dafür den hintern hochbekäme" und an zweiter "das kein geld kosten würde".

in finnland z.b. klickt man auf einer webseite, die nicht mal dem staat oder der kirche gehört, einen button an, und schwupps ist man draußen. dementsprechend schnell reagieren die menschen dort auch auf skandale in der kirche.

ich finde es frustrierend, dass leute in diesen dummen vereinen bleiben, nur weil die schwelle zum austritt so hoch liegt. und ich bin mir sicher, dass sie absichtlich so hoch gehalten wird, weil die kirchen ganz genau wissen, dass sie sonst ziemlich ernste verluste hinnehmen müssten!


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#7
23.04.2011
09:07:59


(+3, 3 Votes)

Von Loren
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #6 von jojo


Hier mal ein Beispiel aus "meinem" Bundesland:

Link zu www.kirchenaustritt.de

Als ich vor mehr als 30 Jahren ausgetreten bin (in Hessen), reichte noch das Ausfüllen eines Formulars im Bürgermeisteramt. Dann kam noch ein Brief von der RKK mit einem Gesprächsangebot und das wars.


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#8
23.04.2011
17:26:40


(+1, 1 Vote)

Von NicoPumpkin
Aus PBG (Niedersachsen)
Mitglied seit 29.03.2011


Erstmal müssten viele Religionsmündig (also volljährig) werden, ums austreten zu können. (Zumindest meint das meine Mutter, ob ich ihr trauen kann, weiß ich nicht..^^)
Aber ich bin mir sicher, dass meine Generation bald endlich die Augen aufmachen wird und die austreten werden, die nicht gefragt wurden, sondern einfach ohne Zustimmung getauft wurden.

Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass die katholische Kirche mir sehr viele Werte vermittelt hat: Respekt vor anderen, Toleranz (wenn auch eingeschränkt) und Hilfsbereitschaft.
Du kannst nicht allgemein sagen, dass alle Priester Kinderschänder wären. Es mag schwarze Schafe geben, allerdings gibt es auch diejenigen, die hinter ihren Überzeugungen stehen und ihren Glauben vertreten - ohne ihre Stellung auszunutzen.


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#9
23.04.2011
19:08:34
Via Handy


(+1, 1 Vote)

Von daVinci6667
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Antwort an #8 NicoPumpkin
Ich glaube deine Mutter will verhindern dass du austrittst! Du brauchst nicht bis 18 zu warten. Zumindest hier in CH nicht, denn mit 16 bist du @Handlungsfähig", darfst also auch aus der Kirche austreten!


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#10
24.04.2011
00:36:42


(+2, 2 Votes)

Von Loren
Aus Köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 02.11.2013
Antwort zu Kommentar #8 von NicoPumpkin


Hier nochmals der link zur website kirchenaustritt.de.
Wenn ich das richtig verstehe, kann man ab dem 14. Lebensjahr ohne Mitwirkung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten austreten. Weitere Infos findest du sicherlich bei Interesse in den Weiten des www.

Link zu www.kirchenaustritt.de


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