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Die Lieblingslektüre überall hin mitnehmen per E-Book (Bild: Ed Yourdon / flickr / by-sa 2.0)

Vor Ostern hat Amazon die deutschsprachige Abteilung seines Online-Buchshops eröffnet und bietet auch ein paar schwul-lesbische Titel an.

Von Carsten Weidemann

Kindle, das Lesegerät für elektronische Bücher ist in den Vereinigten Staaten seit November 2007 erhältlich. Alle Fachzeitschriften, die das von Amazon vertriebene Gadget im Vergleich mit anderen Systemen testeten, gaben gute Noten, bemängelten aber ebenso durchweg, dass es bislang keine deutschen Bücher gäbe. Das ist jetzt Geschichte. Und auch für die Community gibt es Lesestoff.

Der von Amazon ins Auge gefasste Deutschlandstart des Kindle in der ersten Jahreshälfte 2009 scheiterte schlicht. Amazon konnte sich mit keiner Mobilfunkgesellschaft auf einen Vertrag für die anfallenden Datenkosten zur E-Book-Übertragung über das Mobilfunknetz einigen. Denn ein Teil der Geräte kann nicht nur per W-Lan-Verbindung gefüttert werden, auch per UMTS-Modem soll es möglich sein, überall seine Lektüre abrufen und einkaufen zu können. Doch jetzt sind alle Probleme gelöst, kurz vor Ostern ging der deutschsprachige Shop mit entsprechendem Angebot online.

Das Henne-Ei-Problem scheint gelöst, die deutschen Buchverlage stehen dem elektronischen Papier inzwischen entspannter gegenüber, fürchten nicht mehr so sehr, dem Schicksal der Musikindustrie folgen zu müssen, die wegen der zahlreichen digitalen Kopien ihrer Werke im Netz und mangelnder Geschäftsmodelle gegen die Kostenlos-Kultur arge Verluste haben hinnehmen müssen. Und die schwul-lesbischen Verlage haben inzwischen auch durch "Learning by doing" den Schritt in den virtuellen Buchladen geschafft.

Die Homo-Verlage starten vorsichtig

Allen voran schreitet der Hamburger Himmelstürmer Verlag, der rund 30 Titel als Kindle-Edition anbietet. Mit dem Stichwort "schwul" spuckt Amazon zudem noch ein paar weitere Sach- und Fachbuch-Titel aus. Allerdings ist das noch nichts im Vergleich zur englischsprachigen Auswahl. Knapp 10.000 Titel finden sich unter den Schlagwort "gay". Die anderen deutschsprachigen schwul-lesbischen Verlage werden sicherlich bald folgen. Beim Querverlag konnte man im vergangenen Jahr bereits mit dem Vertrieb über den iTunes-Shop von Apple sammeln. Und auch Männerschwarm hat den neuen Weg des Publizierens bereits angetestet. "Wir warten ab", hieß es im Sommer 2010.

Wer E-Books lesen will, muss nicht unbedingt ein Kindle-Lesegerät anschaffen, das mit 140 Euro alles andere als günstig ist. Es gibt auch Software-Lösungen für PC, Mac oder die Smartphone-Welt. Bei Amazon gekaufte Lektüre ist mit einem Kopierschutz versehen, lässt sich deshalb auch nicht auf anderen Geräten lesen. Man ist an das Unternehmen gebunden. Bei Libri.de oder buch.de gibt es E-Books im offenen Standardformat EPUB, hat damit die Wahl zwischen verschiedenen Lesegeräten. Egal welches System, die Reader haben einen enormen Vorteil gegenüber allen Smartphones und Computern: Die Bücher lassen sich auch bei grellem Sonnenlicht nutzen, Akku und Speicherplatz reichen in der Regel für Wochen Lesevergnügen.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.04.2011, 14:26h
  • Egal, wieviele Lesegaräte dieser Art in den Jahren noch auf den Markt kommen werden: das ECHTE BUCH in der Hand zu halten, ist immer noch das Allerbeste!
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#2 FelixAnonym
  • 24.04.2011, 17:18h
  • Eh ich da so einen Konzern unterstütze, für den wir nur ein weiterer Absatzmarkt sind, unterstütze ich lieber den kleinen Buchhändler vor Ort, der noch mit Leidenschaft und Liebe sein Gewerbe betreibt. Und der mir auch mal Tipps für tolle neue Bücher geben kann.

    Egal, ob schwule Buchhandlung oder Buchhandlung mit u.a. schwulen Büchern. Die sind mir immer noch lieber als so ein seelenloser Konzern.
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#3 MarcAnonym
  • 24.04.2011, 19:56h
  • Da kann ich nur zustimmen:
    statt mit meinem Geld neue Monopole aufzubauen, die mich dann später abzocken, unterstütze ich lieber kulturelle Vielfalt und kaufe bei meinem Buchhändler des Vertrauens.

    Die Erfahrung zeigt, dass eine Einschränkung der Vielfalt dazu führt, dass die Preise steigen, die Vielfalt des Angebots sinkt, die Qualität sinkt, etc.

    Deswegen kaufe ich auch lieber im regionalen, unabhängigen Buchhandel.
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#4 Carsten ACAnonym
  • 24.04.2011, 22:37h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Ich finde auch:
    vom Gefühl, vom Flair und von der Handhabung her kommt nichts an ein gedrucktes Buch bzw. eine gedruckte Zeitschrift ran.

    Und Printmedien haben auch ganz praktische Vorteile:
    ein Buch/Zeitschrift kann auch mal hinfallen, man muss es nicht ständig mit Strom aufladen, auch Salzluft und Sand am Meer schädigen es nicht, etc.

    Und dass Displays unabhängig von kommenden technologischen Fortschritten wie besseren Kontrasten, Blickwinkeln, höherer Auflösung, etc. prinzipbedingt nie so lesefreundlich und ermüdungsfrei wie bedrucktes Papier sein werden hat Prof. M. Ziefle (RWTH Aachen) in ihrer Habilitation gezeigt.
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#5 marley
  • 25.04.2011, 03:01h
  • Für Leute mit Papierphobie wie mich sind digitale Medien ein Segen,für die Natur auch
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#6 TomAnonym
  • 25.04.2011, 10:20h
  • Man konnte sich auch schon vor dem Start des deutschen Angebots Bücher, Magazine, Zeitungen über Amazon kaufen, man musste nur über die amerikanische Seite gehen. Und der UMTS-Transport hat auch tadellos funktioniert...

    Und alle, die hier mit "das Display kommt nicht ans Buch ran" hat wahrscheinlich noch nie ein eInk-Display gesehen oder genutzt. Weil es eben kein LCD-Display ist. Die Leseanmutung ist wie bei einem Buch (rein schon vom Funktionsprinzip). Auf LCD kann ich nicht längere Zeit lesen, mit eInk den ganzen Tag...

    Ständig mit Strom aufladen: mit einer Akkulaufzeit von mehr als einem Monat ist das wohl eher ein marginales Problem. Sand/Sonne/Strand stellen auch kein Problem dar (ganz zu schweigen davon, dass bei dicker Sonne der Text noch viel knackiger wirkt).

    Da ich beruflich viel auf Reisen bin und auch gerne lese, ist ein eBook-Reader die Offenbarung. Ich muss nur ein dünnes, leichtes Gerät mitnehmen, und nicht sperrige Bücher rumschleppen...
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#7 XDAAnonym
  • 25.04.2011, 14:10h
  • Ich kann am Strand mein Buch problemlos einfach auf der Decke liegen lassen; muss mir keine Gedanken machen, ob der eBook Reader geklaut wird, von Sonnenmilch verschmiert und dann funktionsuntüchtig wird, oder einfach nur das Akku leer ist bzw. durch die Sonneneinstrahlung sich das Display aufheizt und kaputt geht. Ausserdem kann das Buch auch mal in den Sand fallen und ich muss es im Flieger auch nach dem Einschalten der Anschnallzeichen nicht zuklappen. Ein richtiges Buch hat im Gegensatz zum eBook Reader viele Vorteile. Ich kann mein Lieblingsbuch auch einfach mal verleihen und und und.
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#8 better solutionsAnonym
#9 eMANcipationEhemaliges Profil
#10 Carsten ACAnonym
  • 26.04.2011, 08:38h
  • Antwort auf #5 von marley
  • @marley:
    "Für Leute mit Papierphobie wie mich sind digitale Medien ein Segen,für die Natur auch"

    Das mit der Natur ist ein weitverbreiteter Irrtum. Die Herstellung und irgendwann Entsorgung eines eBooks plus die benötigte Energie für Betrieb und Kauf der eBooks sind zusammen weit umweltschädlicher als ein Buch. Erst recht, wenn das Buch auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt ist.

    @Tom:
    "Und alle, die hier mit "das Display kommt nicht ans Buch ran" hat wahrscheinlich noch nie ein eInk-Display gesehen oder genutzt."

    Also wir haben hier an der RWTH Aachen von LCDs über OLEDS und IPS bis hin zu verschiedenen E-Ink-Lösungen alles im Test. Wir haben sogar einige Sachen, die nicht mal auf dem Markt sind, sondern noch im Entwicklungsstadium. Und sowohl bezüglich der Qualität und Quantität der Informationsentnahme als auch der Ermüdung und Fehlerquote beim Lesen kommt KEINES dieser Display an bedrucktes Papier ran. In keiner Altersklasse und in keinem Anwendungsszenario. (Es gibt nur Szenarien, wo die schlechtere Qualität aus anderen Gründen in Kauf genommen wird.)

    Und das ist nicht nur das Ergebnis zahlreicher empirischer Studien, sondern warum das auch prinzipbedingt so sein muss, kannst Du auch in der Habilitation von Prof. M. Ziefle (RWTH Aachen) nachlesen.

    Es ist allgemein bekannt, dass die Hersteller gerne was anderes behaupten und da irgendwelche dubiosen Studien präsentieren. Aber Du kannst schon davon ausgehen, dass eine neutrale Studie einer weltweit anerkannten Technischen Hochschule zuverlässiger ist als Aussagen von Herstellern, die natürlich Gewinn machen wollen. Man darf da echt nicht jeder Marketingaussage glauben.
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