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Rednecks, aufgepasst! (Bild: Thomas Locke Hobbs / flickr / by-sa 2.0)

Das amerikanische Militär bereitet seine Soldaten in Seminaren auf die Ankunft von offen homosexuellen Kameraden vor.

In den nächsten Monaten wollen sich die US-Streitkräfte für offen lebende Schwule und Lesben öffnen - und bereiten ihre Soldaten daher auf das neue, unbekannte Wesen vor. Die Marineinfanterie hat etwa für Seminarleiter eine Anleitung herausgegeben, in der beispielsweise erklärt wird, dass jeder ein Bier in der Schwulenbar trinken kann. Es wird besonderes Augenmerk auf religiöse Gefühle gelegt, die am ehesten der Integration von Schwulen und Lesben im Militär im Weg stehen. Diese würden durch die Gesetzesänderung nicht angeastet, heißt es in der Anleitung: "In diesem neuen Richtlinien geht es um Ordnung und Verhalten, nicht um den Glauben".

Diskriminierung von Schwulen und Lesben wird nach dem neuen militärischen Regeln verboten sein. Es darf auch keine "Segregation" (Trennung) zwischen Hetero- und Homosexuellen geben, wie sie bis in die 1940er Jahre zwischen weißen und schwarzen Soldaten existiert hat. Auch in den Schlafsälen müssen Heteros neben Schwulen nächtigen, was einigen Soldaten offenbar die größte Angst bereitet. Wenn Schwule und Lesben im Militär künftig gemobbt werden, ist es die Pflicht aller Soldaten, diese Regelverstöße zu melden. In Trainingseinheiten sollen die dienenden Männer und Frauen etwa gefragt werden, wie sie sich fühlen, wenn einer ihrer Kameraden bei einem CSD mitwirkt.

Youtube | AP-Bericht über die Toleranzseminare

"Wir sind nicht hier, um die Entscheidung infrage zu stellen"


Welcher der Jungs hat nach der Öffnung des Militärs sein Coming-out? (Bild: expertinfantry / flickr / by 2.0)

Die Nachrichtenagentur AP berichtet von einer dieser Toleranzseminare der Marineinfanterie aus Camp Pendelton in Kalifornien. Derartige Kurse werden derzeit verpflichtend in allen amerikanischen Militäreinrichtungen rund um den Globus abgehalten. Major Daryl Desimore, der Seminarleiter, machte deutlich, dass jegliche Benachteiligung von Schwulen und Lesben künftig inakzeptabel sei. Als ein Soldat sagte, dass religiöse Gefühle durch die neue Regelung verletzt würden und er deshalb nur zähneknirschend seiner Arbeit nachgehen könne, antwortete Desimore: "Wir sind nicht hier, um die Entscheidung infrage zu stellen". Niemand versuche, die religiösen Gefühle eines Soldaten zu ändern, erklärte der General weiter. Man erwarte aber, dass die Soldaten die Befehle befolgten - und dazu gehöre die volle Akzeptanz von schwulen Kameraden und lesbischen Kameradinnen.

Das "Don't ask, don't tell"-Gesetz, das offen lebenden Schwulen und Lesben den Dienst in den Streitkräften untersagt, wurde kurz vor Weihnachten 2010 nach 17 Jahren abgeschafft (queer.de berichtete). Damit erfüllte Präsident Barack Obama eine seiner Wahlversprechen an die schwul-lesbische Community. Mehrere Militärs äußerten Zweifel, ob nach der Integration von Schwarzen und Frauen die Soldaten auch Homosexuelle akzeptieren können. So erklärte der Chef der Marineinfanteristen, General James Amos, dass Schwule und Lesben seine Untergebenen "ablenken" könnten und dadurch die Verletzungsgefahr ansteigen würde (queer.de berichtete). Die große Mehrheit der Bevölkerung befürwortet jedoch ein Ende der Ausgrenzung von Homosexuellen - insbesondere in einer Zeit, in der die USA mit Irak, Afghanistan und Libyen in drei militärische Konflikte involviert sind und mehr Soldaten brauchen.

Bis zum 1. Juni soll jeder Soldat ein Toleranzseminar besucht haben. Derzeit müssen Schwule und Lesben allerdings ihre sexuelle Orientierung immer noch geheim halten, denn noch gilt die alte Regelung, bis alle Richtlinien geändert und die Streitkräfte vorbereitet worden sind. Das muss vom Präsidenten, vom Verteidigungsminister und dem Generalstabschef beglaubigt werden, 60 Tage später wäre "Don't ask, don't tell" dann Geschichte. Bislang hat das Gesetz 14.000 Militärangehörigen den Job wegen der "falschen" sexuellen Orientierung gekostet. (dk)



#1 XDAAnonym
  • 29.04.2011, 13:14h
  • Die Amerikaner immer mit ihren religiösen Gefühlen. Bescheuerter geht es nur noch in den arabischen Staaten.
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#2 seb1983
  • 29.04.2011, 13:30h
  • Nun müssen die schwulen Kameraden aber nicht erst ankommen sondern sind schon lange da. Den allermeisten amerikanischen Soldaten ist das auch durchaus bekannt. Es wird nur endlich einmal die Gesetzeslage der Realität angepasst und Rechtssicherheit geschaffen da es zwar selten aber immer noch Ärger geben konnte.
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#3 Wyndakyr
  • 29.04.2011, 15:18h
  • Man mag ja vom amerikanischen Militär halten, was man will, aber wenn dem gewöhnliche Soldat da mal gesagt wird, daß er gefälligst seinen Dienst machen soll und sich seine religiösen Gefühle sonstwohin schieben soll anstatt wegen schwulen Kollegen die beleidigte Leberwurst zu spielen, dann wäre dass ja schon mal ein Fortschritt bei dem Verein.
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#4 PriesterAnonym
  • 29.04.2011, 16:13h
  • seltsam ist ja nur, daß die religiösen gefühle der US-Soldaten nur dann verletzt werden, wenn Schwule und Lesben in der Armee dienst tun, jedoch nicht, wenn sie in "Kriegen" Menschen foltern oder erschießen (darunter ja sehr häufig unbeteiligte zivilisten und oder verwundete Soldaten). da hört die Religiösität ganz schnell auf...Araber abknallen lächelt Jesus, schwule akzeptieren lächelt Satan...sehr seltsame Religion....Prie
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.04.2011, 16:55h
  • "Das amerikanische Militär bereitet seine Soldaten in Seminaren auf die Ankunft von offen homosexuellen Kameraden vor."

    Jeder weiß es doch schon längst, daß Schwule und Lesben ein fester Bestandteil des US-Militärs sind! Nur mußten sie ein Leben als Schrankschwester - ob gewollt oder nicht - führen! Diese Seminare hätte es schon längst geben müssen, auch als die DADT-Regelung noch galt!
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#6 KHALIFvonKOELNAnonym
  • 29.04.2011, 20:47h
  • Antwort auf #5 von FoXXXyness
  • Ich habe mal an einer Elite Uni in NRW Maschinenbau Studiert, und ich muss sagen ich faende es gut wenn es dort auch solche Seminare gegeben haette. Ich musste mir allermoeglichen Scheiss anhoeren, Schwuchtel von frueh bis spaet, ausgrenzung war Standard, es gab ein schwulenfeindliches Grundklima dort,
    Bier trinken und Stereotype und Stigmata in einer maennlichen monokultur wurden bedient.
    Da traut sich niemand sich zu outen oder offen zu leben.

    Auch wenn es bei uns nicht so an die Oberflaeche kommt (weil man es nicht will oder es eben nicht so wichtig erscheint) gibt es bei uns die gleichen Probleme in manchen Bereichen der Gesellschaft.
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#7 SebiAnonym
  • 29.04.2011, 21:20h
  • Würden alle Soldaten so aussehen, wie auf dem Foto, würden sie sich wohl nicht gegenseitig erschießen.

    Irgendwie sind Schwule, Lesben, Transen, etc. viel zivilisierter als diese Bollerheten.
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#8 KokolemleProfil
  • 29.04.2011, 22:18hHerschweiler
  • Na da können die Soldaten noch sehr lange üben. Ich habe entsprechende Erfahrungen gemacht wie die Einstellung zu Gays in der US Armee ist. Ist voller Verachtung für uns. Ich habe auch dort schwule Freundschaften gesucht und nichts gefunden als Spott.
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#9 JoonasAnonym
  • 30.04.2011, 10:55h
  • Antwort auf #6 von KHALIFvonKOELN
  • Naja, jetzt ist Maschinenbau allerdings auch als absolutes Machofach bekannt. In dem Fach möchte ich auch keine Frau sein...

    Aber ich gebe Dir Recht: dass eine Uni da nichts gegen unternimmt oder viele Professoren genauso denken und das noch fördern, ist ein Skandal!

    Dabei ist doch klar, dass diese ganzen Übermachos doch nur extrem ängstlich sind und ihre Unsicherheit überspielen wollen. Im Prinzip sind das ganz arme Würstchen.
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#10 xapplexAnonym