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Die Esprit-Arena wird sonst für Fußball und, eher selten, für Konzerte genutzt (Bild: Norbert Blech)

Düsseldorf fühlt die ersten Herzschläge. Unter dem Eurovision-Motto "Feel your heartbeat" erwartet die NRW-Landeshauptstadt in den nächsten zwei Wochen Tausende Besucher aus Europa (bzw. aus der Gegend, die die EBU für Europa hält). Glaubt man der "Welt", sollen sogar Islamisten Fans des Eurovision Song Contests sein, aber vielleicht ist das auch nur eine Verschwörung, damit die Journalisten nicht meckern, wenn sie durch Sicherheitsschleusen wie im Flughafen müssen. Dabei geht in diesem Jahr nicht von körperlicher Gewalt, sondern von gesungener Propaganda die Gefahr aus: auf den Beitrag aus Weißrussland ("I love belarus") könnte man wirklich verzichten. Aber dazu später einmal mehr.

Am Samstag öffnete jedenfalls das Zentrum für Journalisten neben der Arena, rund 2.500 aus aller Welt werden erwartet, dazu 1.000 Delegierte (also Sänger, Tänzer, Promoleute, usw) sowie Hunderte Ehrenamtler, die teilweise bereits im Einsatz sind und sich freundlich und kundig um die Betreuung der größtenteils schwulen Meute kümmern.

Am Sonntag stehen die ersten Proben an (von Polen bis Finnland in der Reihenfolge des ersten Halbfinals), dazu gibt es Pressekonferenzen und die Eröffnung des "Euroclubs" im Henkelsaal an der Ratinger Straße. Dort haben nur Akkreditierte Zugang, Ausnahme: Public Viewing der drei TV-Shows.

Am Sonntag startet auch der kostenlose Airport Grandprix im Flughafen mit den Grand-Prix-Siegerinnen Lys Assia (1956) und Nicole (1982). Richtig voll in Düsseldorf wird es freilich erst zum nächsten Wochenende, wenn die "Big 5" erstmals proben und sich der Presse stellen und der Oberbürgermeister zum Empfang in die Tonhalle lädt. Darauf die Woche gibt es am Dienstag und Donnerstag die beiden Halb-Finale und am Samstag, den 14. Mai, dann das Finale. Derzeit sind wieder für alle drei Shows Karten erhältlich.

Die Szene


Wusste man schon vor Monaten, dass es sehr windig werden würde? (Bild: Norbert Blech)

Karten gibt es auch noch für den Opern-Grand-Prix und die Eurovision-Show in der Tonhalle (Mary Roos! Katja Epstein! Guildo Horn!!) und für all die zahlreichen weiteren Veranstaltungen, die in Düsseldorf geplant sind (s. Guide). Die Stadt hat sich herausgeputzt und präsentiert sich den nationalen wie internationalen Besuchern freundlich, sonnig und umfassend - sympathische Druckfehler mit eingeschlossen. Und schwulenfreundlich: beim Brauchtumsumzug von Karnevals- und Schützenvereinen am Finalsamstag durch die Altstadt werden etwa auch die schwulen Jecken der KG Regenbogen mitziehen.

Auch die Düsseldorfer Schwulen- und Lesbenszene steht bereit: Die Kneipen sind teilweise schon für den Grand Prix dekoriert und werden gut gefüllt sein, die Parties am Finalabend wie Mandannz und schamlos auch (warum es an den beiden Wochenenden zuvor keine schwule Party außerhalb der Kneipen gibt, bleibt jedoch rätselhaft). Für Besucher haben wir einen kleinen Szene- und Event-Guide zusammengestellt.

Mit dabei sind auch die Health Angels der Aids-Hilfe Düsseldorf, die bei den Parties, beim Public Viewing und auch an vielen anderen Stellen ihre Infos und Kondome verteilen wollen. Man hofft vor allem, Besucher aus Osteuropa zu erreichen, die weniger gut informiert sein könnten. In einer limitierten 1000er-Auflage und für 3,50 Euro pro Stück verteilen sie auch rote Ansteckschleifen, die glitzern. Das Geld kommt Projekten der Aids-Hilfe zugute.

Frankreich vorne?


Amaury Vassili (Bild: Promo)

Doch wer wird gewinnen? Die Buchmacher sehen Frankreich vorne, mit dem jungen Tenor Amaury Vassili. Fragt man die Journalistenkollegen, geht keiner von einem Sieg Frankreichs aus. Die Meinungen, wer gewinnen wird, gehen wild durcheinander. Dabei weiß hier sonst jeder wirklich alles über den Eurovision Song Contest und hat immer Recht. Google sieht bekanntlich Lena vorne, womit die Journalisten ebenfalls nicht rechen. Erwartet wird aber ein respektables Ergebnis und schlechthin Respekt für einen guten Song. (nb)

Queer.de berichtet ab Sonntag täglich in einem Liveblog vom Eurovision Song Contest, dazu gibt es einen Szene-Guide und, im Blog-Bereich, die Nachrichten anderer Seiten und ESC-Blogs. Für das Finale (und evtl. die Halbfinale) ist wie im letzten Jahr ein Live-Ticker mit Chat vorgesehen. All das gibt es auch mobil unter m.queer.de.

teaserbild
(43 Videos) Die Teilnehmer-Videos des Eurovision Song Contests 2011 in Düsseldorf.



#1 Ilovelife
  • 01.05.2011, 02:26h
  • Habe vorhin im NDR eine der vielen Grand-Prix-Dokus gesehen. Joy Flemming reißt mich immer noch mit! Ob in Düsseldorf oder sonstwo: Diplomatenenkelchen Lena wird es kein zweites mal schaffen. Mag sie auch beim letzten Mal authentisch gewirkt haben, es feilten bereits zu viele Musikbosse und "Imageberater" an ihr herum, sie wurde medientauglich geschliffen, was in der langweiligen Stadt mit dem bierähnlichen Gesöff ihren Untergang besiegeln wird... entweder landet sie im wahrsten Sinne des Wortes bei Ralph Siegel oder sie studiert BWL und produziert dann Mutterleibsbeschallung ungeborenen Lebens per iphone

    Die Health Angels sollten also schon mal genug Taschentücher und ehrenamtlich tätige verrentete Psychotherapeuten mitnehmen, der Rhein ist nicht weit, nicht dass sich da so manch durchgeknallter Fan noch suizidiert, so wie einst bei Daniel Küblböck...
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 ReneAnonym
  • 01.05.2011, 19:48h
  • Es gibt viiiiel wichtigeres an dem Wochenende, zum Beispiel die Meisterschaftsfeier in Dortmund und viele andere Events deutschlandweit die in Konkurrenz zum Eurovison stehen!
    Da verblasst der olle Eurovison gegen und ich werde mir es dieses Mal nicht anschauen. Ich finde er hat sich im Laufe der Jahre negativ entwickelt und es geht nur noch darum das sich benachbarte länder gegenseitig ihre punkte zuschleusen. Das Abstimmungssystem ist so miserabel das die Veranstaltung nichts mehr von einem fairen Wettbewerb hat.
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#4 Fiete_Jansen
  • 02.05.2011, 16:05h
  • Der “Eurovision Songcontest” ist in allen bürgerlichen queer Medien auf Platz eins, als wenn es nichts wichtigeres für die queer Comunity und für alle anderen Menschen geben würde.

    Gerade in diesem Jahr, da er doch zum ersten mal seit fast 30 Jahren wieder in der BRD stattfindet und diese Show als “ach so queer” gilt.

    Wir berichten aus einem anderen Grund darüber. Denn ob nun Lena Meyer-Landrut nochmal gewinnt oder eine andere Gruppe oder Einzelkandidat ist uns dabei erstmal egal.

    Was uns nicht egal ist, mit der sechsköpfigen Gruppe Homens da Luta (Männer des Kampfes) fährt endlich auch eine politische Gruppe nach Düsseldorf, die klassenkämpferisch ist.

    Ihr Lied besagt “Kämpfen macht Spaß” (“Luta É Alegría”). Spektakulär haben sie die nationale Ausscheidung zur Teilnahme mit einem an der politischen Liedtradition des 25. April 1974 inspirierten Song gewonnen.

    Sie haben aber auch bei der Protestaktion vom 12. März 2011 in Lissabon im Mittelpunkt gestanden und waren auch eine Woche später bei der Abschlusskundgebung der machtvollen landesweiten Demonstration der Gewerkschaften der CGTP-Intersindical Nacional gegen die Offensive des Kapitals dabei.

    Es geht um den Kampf für mehr Gerechtigkeit

    “Wir sind Leute, die nicht mögen, wie es gerade um Portugal und Europa steht und wir werden in Düsseldorf sein, um genau das zu zeigen”, so Leadsänger Nuno Duarte. “Dieser Song ist eine Waffe”, die seine Band nutzen will, um “für mehr Gerechtigkeit zu kämpfen, damit alle in Europa besser leben können”. Eine Liedzeile im Refrain besagt: “Ob Tag oder Nacht, der Kampf macht Freude, das Volk geht auf die Straße, um zu schreien”.

    Droht eine Disqualifikation wegen politischer Inhalte?

    Eigentlich unglaublich, politische Texte sind nach den Regeln der EBU (European Broadcasting Union) nicht erlaubt, der Song könnte disqualifiziert werden. Dummes Zeug ohne Inhalt wie “Wadde hadde dudde da” von Stefan Raab das 2000 Platz 5 machte ging ohne Probleme wie auch anderer Schwachsinn. Aber wenn es um etwas fortschrittliches geht, kann der Saft abgedreht werden? Man fasst es nicht.

    Der Song stammt von den Brüdern Nuno und Vasco Duarte, die Homens da Luta 2006 gründeten – eine Hommage an die Nelkenrevolution von 1974. 2010 nahm die Gruppe ihr erstes Album auf: “A Cantiga É Uma Arma” (Das Lied ist eine Waffe).

    Wir wünschen dieser Gruppe viel Erfolg!

    Quelle:
    www.dkp-queer.de/2011-05-02/der-eurovision-songcontest-2011/
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